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Hollywood-Star: Julia Roberts: "Pretty Woman" wird 50

So schön breit lacht niemand in Hollywood. Julia Roberts hat ihr Lächeln in zig Filmen eingesetzt, von "Pretty Woman" bis "Erin Brockovich". Nun wird die Oscar-Preisträgerin 50.

Julia Roberts

Keine kann so strahlend lächeln wie die US-Schauspielerin Julia Roberts

Ein ganz spezielles Geburtstagsständchen für kam schon zwei Wochen vor ihrem runden Jubiläum. Mitte Oktober stand der Hollywood-Star bei der amfAR-Gala in Beverly Hills auf der Bühne - Roberts wurde für ihr Engagement im Kampf gegen Aids geehrt.

Als Überraschungsgast gab der Coldplay-Sänger ein selbst komponiertes Lied über ihr berühmtes Lächeln - "Julia Roberts’ Smile" - zum Besten. "Eine halbe Meile breit", "wie ein großartiger Stern", "ein Lächeln, das die ganze Welt erleuchtet", säuselte Martin. Und als Zugabe sang er auch noch den Roy-Orbison-Klassiker "Oh, Pretty Woman", das Titellied der Filmromanze, die Roberts 1990 berühmt machte. 23 Jahre alt, mit ihrem unwiderstehlichen Lachen, verzauberte sie damals als die "Pretty Woman"-Prostituierte Vivian Ward den reichen Geschäftsmann Edward Lewis (Richard Gere) und dazu die ganze Welt. An diesem Samstag, 28. Oktober, wird die Schauspielerin 50 Jahre alt.

Das hinreißende Lächeln hat die dreifache immer noch drauf. Das US-Magazin "People" kürte sie im vergangenen April zum fünften Mal zur "Schönsten Frau der Welt", ein Rekord. Schon in den Jahren 1991, 2000, 2005 und 2010 hatte man ihr den Titel zugesprochen. "Ich war einfach bezaubernd und naiv", erinnerte sich Roberts an die Zeit, als sie die erste Auszeichnung vor 26 Jahren erhielt.

Julia Roberts zieht Bilanz

Mit 50 Jahren zieht  "Pretty Woman" in einem Interview mit der Zeitschrift "Harper's Bazaar" Bilanz. Sie ziert das Titelbild der November-Ausgabe und gibt freimütig über ihre Karriere und ihre Familie Auskunft. Selbstkritisch schaut sie auf ihre Anfänge in Hollywood zurück: "Ich selbst war mir am wichtigsten, eine egoistische kleine Göre, die herumlief und Filme machte." Inzwischen habe längst die Familie Vorrang. "Säße ich jetzt nicht hier beim Interview, dann wäre ich im Auto, um meine Kinder zur Schule zu fahren", sagt Roberts.

Die Begegnung mit dem Kameramann Danny Moder auf dem Set von "The Mexican" (2001) hat ihr Leben verändert. Damals lagen zahlreiche längere und kürzere Liebschaften hinter ihr - von Kiefer Sutherland über Lyle Lovett bis zu Benjamin Bratt und Dylan McDermott. 2002 heiratete sie Moder auf ihrer Ranch in New Mexico, im vergangenen Juli feierten sie ihren 15. Hochzeitstag, zusammen mit den Zwillingen Hazel und Phinnaeus (12) und dem zehn Jahre alten Henry Daniel. "Durch Danny fand ich mich selbst", sagt Roberts in "Harper's Bazaar". Er gebe ihrem Leben Sinn und lassen ihr Inneres strahlen.

Ihre Erfüllung in der Elternrolle teilt Roberts gerne mit. "Probiert es einfach aus, es gibt viele Tränen, und es ist einfach toll", empfahl sie im Mai ihrem Leinwand-Ehemann aus "Ocean's 12", George Clooney, und seiner Frau Amal, die wenig später Zwillinge zur Welt brachte.

Roberts stammt aus einfachen Verhältnissen

Mit Clooney stellte Roberts 2016 bei dem Filmfestspielen in Cannes auch die gemeinsame Finanzsatire "Money Monster" vor. Für Wirbel sorgte die Schauspielerin, als sie  - zwar im schwarzen Abendkleid - aber barfuß die Stufen über den roten Teppich zum Festivalpalast hinaufstieg. Nach einer Traumkarriere kann Hollywoods "Pretty Woman" auf strikte Kleiderordnungen pfeifen.

Als drittes Kind einer Südstaaten-Familie geboren, wuchs Roberts unweit von Atlanta, Georgia, in einfachen Verhältnissen auf. Ihre Eltern, die mehr schlecht als recht von einem fahrbaren Kindertheater lebten, ließen sich früh scheiden.

Mit der Komödie "Pizza Pizza - Ein Stück vom Himmel" hatte Roberts 1988 ihren ersten Erfolg. Schon ein Jahr später brachte ihr eine Nebenrolle im Drama "Magnolien aus Stahl" die erste Oscar-Nominierung ein. Als "Pretty Woman" wurde sie 1990 über Nacht zum Star. Mit Filmen wie "Flatliners", "Die Hochzeit meines besten Freundes" und "Notting Hill" kletterten die Gagen.

"Erin Brockovich" brachte ihr den Oscar

Für den Film "Erin Brockovich" unter der Regie von Steven Soderbergh konnte sie als erste Schauspielerin eine Rekordgage von 20 Millionen Dollar aushandeln. Überzeugend spielte sie die alleinerziehende Mutter, die mit gesundem Menschenverstand und einem Schuss Sexappeal einen mächtigen Energiekonzern in die Enge treibt. Dieser Auftritt wurde 2001 mit dem Oscar belohnt. "Ich liebe es, hier oben zu stehen", sagte die damals 33-Jährige und schwenkte die goldenen Statuette.

Als Mutter gönnt sich Roberts nun längere Auszeiten oder sie nimmt die Familie einfach mit, wie bei den monatelangen Dreharbeiten in Italien, Indien und Bali für das Roadmovie "Eat Pray Love" (2010). Sie muss auch nicht mehr die Schönste auf der Leinwand sein. In der "Schneewittchen"-Verfilmungen "Spieglein Spieglein" (2012) mimt Roberts die böse Königin. In dem Thriller "Vor ihren Augen" legte sie als gramerfüllte FBI-Beamtin ihr breites Lächeln völlig ab. Damit übertraf sie noch ihren Auftritt als verhärmte Tochter im Drama "Im August in Osage County", der ihr 2014 eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle einbrachte.

Mit 50 Jahren wagt sich Roberts mit ihrer ersten TV-Serie auf Neuland. Dem Branchenblatt "Variety" zufolge spielt sie die  Hauptrolle in einer geplanten Serie nach der Bestseller-Vorlage "Today Will Be Different". Die amerikanische Autorin Maria Semple beschreibt darin einen Tag im Leben einer Frau, die plötzlich beschließt, überfällige Alltagsdinge und aufgeschobene Projekte in Angriff zu nehmen. Doch Familie und Freunde bringen ihren Plan durcheinander. Eine Rolle, in der Roberts bestimmt Zähne zeigen kann.


che/dpa

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