König Charles III. (77) hat dem Royal Shakespeare Theatre in Stratford-upon-Avon einen unangekündigten Besuch abgestattet. Der Monarch verfolgte eine Aufführung von Shakespeares "Der Sturm" durch die Royal Shakespeare Company - inszeniert von Regisseur Richard Eyre und mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle des Prospero. Charles nahm kurz vor Vorstellungsbeginn im ausverkauften Haus Platz, ohne dass das Publikum vorab informiert worden war.
In der Pause wurde der König hinter die Bühne geführt, wo er die hauseigene Kostümabteilung des Theaters besichtigte. Dabei fiel ihm unter anderem ein Kleid auf, das Judi Dench 2003 in einer Produktion von "Ende gut, alles gut" trug, sowie ein Kostüm, das Sir Antony Sher 1984 für "Richard III." anfertigte. Lachend nahm er die Nachbildung einer Krone genau unter die Lupe. Laut BBC bezeichnete er die Stücke als "brillant". Auch die Aufführung schien ihm gefallen zu haben: Am Ende der Vorstellung applaudierte er den Darstellern stehend, ehe er Besetzung und Crew persönlich beglückwünschte - darunter Regisseur Eyre und Hauptdarsteller Branagh.
Theaterleiterin von Charles' Kenntnis überrascht
Tamara Harvey, künstlerische Co-Leiterin des Theaters, zeigte sich gegenüber der BBC beeindruckt vom Fachwissen des Monarchen. Als Schauspieler Guy Henry die Bühne betrat, habe Charles sofort nachgefragt, ob er das tatsächlich sei. Harvey sagte, sie sei schlicht erstaunt gewesen über seine Kenntnisse der Theaterszene - der Eindruck eines echten Liebhabers der Bühne habe sich klar aufgedrängt. Außerdem berichtete sie, Charles habe während der Aufführung "herzhaft gelacht".
Die Co-Leiter Daniel Evans und Tamara Harvey bezeichneten den Besuch als "ungeheure Ehre". In einer gemeinsamen Erklärung hoben sie hervor, dass die Produktion gleich zwei besondere Ereignisse vereine: Kenneth Branaghs Rückkehr nach Stratford-upon-Avon nach mehr als 30 Jahren sowie das Debüt von Richard Eyre bei der Royal Shakespeare Company nach einer langen Karriere am britischen Theater. Der König habe ausdrücklich auch den weniger sichtbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - vom technischen Personal bis zu den Kassenkräften - seinen Dank ausgesprochen.