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Leben mit Blues: Promi-Geburtstag vom 8. November 2017: Bonnie Raitt

Berlin - Am 16. September war Schluss: Die amerikanische Blues-Rock-Sängerin Bonnie Raitt hat ihre (mit Pausen) zwei Jahre währende «Dig In Deep»-Konzertreise in Santa Fe, New Mexico, beendet. Neue Auftritte sind auf ihrer Homepage nicht angekündigt, doch das heißt nicht, dass sie ans Aufhören denkt.

Bonnie Raitt

Bonnie Raitt geht auf die 70 zu - und macht munter weiter Musik. Foto: Ron Sachs

Am 16. September war Schluss: Die amerikanische Blues-Rock-Sängerin Bonnie Raitt hat ihre (mit Pausen) zwei Jahre währende «Dig In Deep»-Konzertreise in Santa Fe, New Mexico, beendet. Neue Auftritte sind auf ihrer Homepage nicht angekündigt, doch das heißt nicht, dass sie ans Aufhören denkt.

«Ich habe den coolsten Job, den ich mir vorstellen kann, und deshalb gebe ich ihn auch nicht auf», sagte die zierliche Künstlerin im Sommer auf ihrer Facebook-Seite in einem Video, in dem sie Fragen ihrer Fans beantwortete. Heute wird sie 68. Fit hält sie sich mit Wanderungen in der Natur Nordkaliforniens, wo sie lebt, und mit Yoga. «Das hat mich in den vergangenen fünf Jahren wirklich in Form gehalten», sagte sie im März dem US-Magazin «».

An ihren Geburtstag vergangenes Jahr kann sie sich noch gut erinnern. «Es war das letzte Konzert einer neunmonatigen Tour», erzählte sie dem «Rolling Stone» (2017). Als sie von der Bühne abging, wurde ihr backstage klar, dass die Präsidentschaftswahl für sich entschieden hatte. Da habe sie noch einmal das Rampenlicht gesucht und einen «extrem traurigen Song» gesungen. «Es war hart, meinen Schock und meine Betroffenheit im Zaum zu halten.»

Sie spielte an jenem 8. November 2016 ihren Single-Hit «I Can’t Make You Love Me» als Zugabe. Der Song ist einer ihrer bekanntesten, zu hören auf ihrem Bestseller-Album «Luck Of The Draw» aus dem Jahr 1991, das in den USA den zweiten Platz der «Billboard»-Charts erreichte. Zweieinhalb Jahre zuvor war der rothaarigen Singer-Songwriterin mit ihrer von Grammys gekürten Nummer-eins-Produktion «Nick Of Time» der internationale Durchbruch gelungen. gemacht hat sie aber schon seit ihrer Kindheit.

1949 kam sie in Burbank bei Los Angeles als Tochter einer musikalischen Quäker-Familie zur Welt. Ihr Vater war der Broadway-Musicalstar John Raitt (1917-2005), ihre (2004 gestorbene) Mutter die Pianistin und Sängerin Marge Goddard. Sie schenkten der damals achtjährigen Bonnie zu Weihnachten eine Gitarre. Dass das Mädchen Jahrzehnte später vom «Rolling Stone» sowohl in die Liste der besten 100 Gitarristen als auch der besten Sänger aller Zeiten aufgenommen werden würde, war da noch nicht abzusehen.

Überhaupt hatte Raitt zunächst nicht vor, Musik zu ihrem Beruf zu machen. Vielmehr hatte sie vor, als Entwicklungshelferin nach Tansania zu gehen. Und so studierte sie an der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts, die Fächer Social Relations und Afrikakunde. Nebenher trat sie mit ihrer Gitarre in Coffeeshops auf - und tauchte bald immer tiefer in die -Szene ein. Zu ihren wichtigsten Lehrmeistern zählt sie Mississippi Fred McDowell (1904-1972).

Das Jahr 1970 markierte dann einen Wendepunkt in ihrem Leben. Sie war zu jener Zeit befreundet mit dem Manager von Buddy Guy, der eine Europatour der Rolling Stones als Opening Act begleiten sollte. Raitt durfte mit, gönnte sich ein Freisemester. Unterwegs vergaß sie dann allerdings, sich erneut einzuschreiben, was ihre Eltern gar nicht lustig fanden und jegliche finanzielle Unterstützung der Studentin einstellten. «Deshalb habe ich angefangen zu spielen. Ich hatte ja irgendwie Geld zu verdienen. Ich muss den Stones dafür Danke sagen», erinnert sie sich im Gespräch mit dem «Rolling Stone» (2016).

Der kommerzielle Erfolg ließ jedoch noch lange auf sich warten. Es dauerte 20 Jahre, bis sie nach ihrem selbstbetitelten Debütalbum «Bonnie Raitt» international Aufmerksamkeit bekam. Seitdem ist sie eine feste Größe zumindest in der nordamerikanischen Musikbranche - und froh, sich im «Charakterfach», wie sie es nennt, behaupten zu können. «Das erlaubt es einem, würdevoller zu altern als die Mainstream-Popstars», befand sie im «Rolling Stone».

Über ihr Privatleben spricht die Musikerin und Komponistin, die ihre Prominenz nicht zuletzt gern als Umwelt- und Klimaschutz-Aktivistin einsetzt, nur wenig. Bekannt ist jedoch, dass sie bis 1999 mit dem Schauspieler Michael O'Keefe (62) verheiratet war. Dem «Rolling Stone» verriet sie darüber hinaus 2016, dass sie seit über zehn Jahren eine Beziehung führe, um dann zu betonen: «Ich liebe meine Unabhängigkeit. Ich habe ein erfülltes Leben.»

dpa

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