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Neue Sitcom: Charlie Sheen spielt den Wüterich

Die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschrieben: Nach seinem Rauswurf bei "Two And A Half Men" hat Charlie Sheen eine neue Serien-Heimat gefunden. Er wird in der neuen Sitcom "Die Wutprobe" mitspielen. Noch ist allerdings völlig unklar, wann und wo sie zu sehen sein wird.

Von Jens Maier

Endlich. Die Lacher hatte er am Montagabend mal wieder auf seiner Seite. Nach Wochen, in denen er nur mit seinen Alkohol- und Drogen-Exzessen Schlagzeilen gemacht hatte, klingt dieser Witz wie ein Befreiungsschlag: "Es könnte schwierig für mich werden, einen Typen mit ernsthaften Problemen bei der Aggressionsbewältigung zu spielen", frotzelt der Mann, der für seine Wutausbrüche berüchtigt ist. Der Satz soll Charlie Sheens neue Karriere einläuten.

Vier Monate nach seinem Rauswurf in der Erfolgsserie "Two And A Half Men" hat Sheen ein neues Engagement. Der Skandalschauspieler übernimmt eine der Hauptrollen in der neuen TV-Serie "Anger Management". Die Sitcom basiert auf dem gleichnamigen Film (deutscher Titel: "Die Wutprobe") von 2003 mit Adam Sandler und Jack Nicholson. Sheen wird darin die Rolle des Therapeuten übernehmen, der in der Vorlage von Nicholson gespielt wurde.

Noch hat sich kein TV-Sender gefunden

Unklar ist bislang, wer die weiteren Haupt- und Nebenrollen übernehmen soll. Das Konzept der Serie sei aber "großartig", kündigt Sheen in einer Presseerklärung vollmundig an. Und auch Produzent Joe Roth, der bereits in mehreren Filmprojekten mit Sheen zusammengearbeitet hat, spart nicht mit Vorschusslorbeeren: "Mit seinem unglaublichen Talent und komödiantischen Können wird Charlie der Star der TV-Serien bleiben."

Doch genau das ist fraglich. Nicht weil Ashton Kutcher, der Sheen ab Herbst in "Two And A Half Men" ersetzen wird, ihm gefährlich werden könnte, sondern weil sich bislang kein TV-Sender gefunden hat, der "Anger Management" ausstrahlen möchte. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der vier großen TV-Sender das Angebot annimmt", sagte Jeffrey McCall, Professor für Medien an der DePauw-Universität in Indiana, der Zeitung "Los Angeles Times". "Nicht nur wegen Sheens Unberechenbarkeit, sondern vor allem wegen der möglichen negativen Schlagzeilen, die mit der Zusammenarbeit einhergehen könnten."

Letzte Chance für Charlie Sheen

Sheen gilt zwar nach wie vor als bestbezahlter Seriendarsteller der Welt, doch seine Drogen- und Sexeskapaden haben ihn vor allem in der Werbeindustrie in Verruf gebracht. McCall glaubt deshalb, dass Sheens neue Serie bei einem kleinen Kabelsender landen wird. "Für die gibt es weniger zu verlieren, wenn die neue Sitcom aus irgendeinem Grund untergeht."

Interviews zu den Planungen der neuen Serie lehnen Sheen und Roth momentan ab. Klar scheint aber zu sein, dass dies Sheens letzte Chance ist, seine angeschlagene TV-Karriere zu retten.