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Meinung

TV-Comedian: Der Chef-Mobber der Nation - darum sucht sich Oliver Pocher immer neue Opfer

Er gibt einfach keine Ruhe: Seit Monaten sucht sich Oliver Pocher immer neue Opfer und stellt sie an den öffentlichen Pranger. Kritik stachelt ihn erst recht an – denn er kann nicht anders.

Das Coronavirus betrifft Oliver Pocher und seine Frau Amira.

Vor ein paar Tagen platzte selbst seiner Frau der Kragen: "Es gibt kein UNS in dieser Geschichte", schimpfte Amira Pocher in ihrer Insta-Story. "Denn Oli steht alleine vor der Kamera und sagt diese Sachen alleine, das mache nicht ich. Für seine Postings kann ich nichts, damit habe ich einfach nichts zu tun. Fertig!" 

Der Grund für die Genervtheit sind die vielen Hassnachrichten, die sie bekommt. Denn ihr Ehemann Oliver Pocher legt sich seit Tagen mit der Influencer-Szene an. Gerade hatte er von seinem Dauer-Opfer Michael Wendler abgelassen, den er zuvor wochenlang in Videos nachgeäfft hatte, da entdeckte der Comedian ein neues Feindbild: die Influencer-Szene.

Oliver Pocher

Oliver Pocher legt sich mal wieder mit allen an.

Getty Images

Oliver Pocher und die Influencer

Vergangenen Mittwoch stellte er vor seinen Followern die Influencerin Sarah Harrison bloß, die ein Video aus Dubai gepostet hat. Dann knöpfte er sich den aus "Sommerhaus der Stars" bekannten Johannes Haller vor, der mit seinem Auto durch halb Europa gedüst ist und den Reiseverlauf auf Instagram dokumentiert hat. Einen Tag später folgten weitere Personen, darunter die früheren Dschungelcamp-Teilnehmer Angelina Heger und Jenny Frankhauser. Im nächsten Filmchen beschimpfte er die Youtuberin Anne Wünsche. 

So ging es in einem fort: Mehrfach am Tag postet der 42-Jährige - der sich mittlerweile in Corona-Quarantäne befindet - Videos von Influencern, die er namentlich bloßstellt. Was im Anschluss daran passiert, kann sich jeder vorstellen, der Erfahrungen mit sozialen Medien hat: Ein Teil seiner 1,7 Millionen Abonnenten stürzt sich auf die jeweils an den Pranger gestellten Personen und schimpft und pöbelt. 

Sarah Harrison erlitt wohl Zusammenbruch

Im Falle der schwangeren Sarah Harrison hat das offenbar zu einem Zusammenbruch geführt: Nach Aussage ihres Mannes musste die 28-Jährige vom Notarzt behandelt werden und bangt nun um die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes. Auslöser soll der Stress mit Pocher  gewesen sein.

Am Dienstag reagierte Sarah Harrison nun mit einem Video, an dem sich zahlreiche Prominente beteiligt haben - von Fußball-Weltmeister Jerome Boateng über Cathy Hummels bis zu Sarah Lombardi. Der knapp vierminütige Clip enthält zwei Botschaften: Wir bleiben zuhause - und stoppt den Hass. 

Obwohl Oliver Pocher darin namentlich nicht genannt wird, regte sich der Comedian fürchterlich über den Film auf und nahm ihn in gleich zwei Instagram-Videos auseinander. Zwar hat Pocher mit seiner Kritik nicht ganz unrecht: Ob die Dubai-Urlauberin Sarah Harrison und der Europa-durchquerende Johannes Haller wirklich glaubwürdige Repräsentanten der Botschaft #wirbleibenzuhause sind, das ist mehr als fraglich.

Er kann nicht anders

Doch die Kernbotschaften müsste der eigentlich unterstützen: Bleib daheim - und kein Hass. Mit seiner harschen Reaktion hat der vierfache Familienvater deutlich gemacht, dass er darauf aber nicht verzichten will. Denn das ist seine Natur: Er ist wie der Bully auf dem Pausenhof, der ständig Schwächere demütigt, um sich stark zu fühlen.

Wendler macht Dank Oliver Pocher ordentlich Kasse

Genauso geht Pocher vor. Er sucht sich ständig Leute, die unter ihm stehen. Sei es Tennisstar Boris Becker, auf den er sich in dem Moment stürzte, als er in finanzielle Schieflage geraten war. Sei es der Schlagersänger Michael Wendler, der sich im Fieber seiner Glückshormone bisweilen öffentlich lächerlich macht. Oder eben die vielen Influencer, die davon leben, auch in Zeiten wie diesen auf Instagram Werbung zu machen.

Er kann nicht anders: Berauscht von millionenfachen Abrufen, Likes und Kommentaren muss sich der Comedian immer wieder neue Opfer suchen und auf sie einschlagen. Auch wenn sie am Boden liegen. Oliver Pocher wäre so gerne lustig. Doch was er zustande bringt ist - ein Trauerspiel.