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Bodycam war ausgeschaltet Polizist erschießt Cousin von Pharrell Williams – der fordert Aufklärung

Pharrell Williams
Pharrell Williams trauert um seinen Cousin
© Joel C Ryan/ / Picture Alliance
Im einem Strandort im US-Bundesstaat Virginia kam es zu mehreren Schießereien. Dabei starb auch ein Cousin des Sängers Pharrell Williams - und zwar durch die Waffe eines Polizisten. Die Umstände sind noch nicht geklärt, doch eine Sache wirft Fragen auf.

Pharrell Williams trauert um ein Familienmitglied: Wie der Sänger auf seinen Social-Media-Kanälen mitteilte, ist sein Cousin Donovan Lynch bei Schusswechseln am Wochenende im US-Bundesstaat Virginia getötet worden. Lynch ist eines von zwei Todesopfern, acht weitere Menschen wurden verletzt. "Der Verlust dieser Leben ist eine unermessliche Tragödie. Mein Cousin Donovan wurde während der Schießereien getötet", schrieb Williams. In Virginia Beach war es in der Nacht zum Samstag zu den Vorfällen gekommen, der örtliche Polizeichef sprach von einer "chaotischen Nacht". Besonders brisant: Lynch starb durch die Waffe eines Polizisten.

Williams fordert nun die Aufklärung des tödlichen Schusswechsels. "Es ist entscheidend, dass meine Familie und die anderen Opferfamilien jetzt die Transparenz bekommen, die sie verdienen. VA Beach ist der Inbegriff von Hoffnung und wir werden das durchstehen", teilte er auf Twitter mit. Der 47-Jährige kommt aus Virginia Beach, hatte dort zuletzt 2019 ein Musikfestival veranstaltet.

Der Fall George Floyd ist gerade vor Gericht

Sein Cousin war 25 Jahre alt und soll laut Polizei mit einer Waffe hantiert haben, laut Medienberichten gibt es jedoch Zweifel daran. Fragen wirft die Tatsache auf, dass der Polizist offenbar wie in den USA üblich eine sogenannte Bodycam, also eine kleine Kamera am Körper trug, diese jedoch laut Polizeichef nicht eingeschaltet war. 

Bodycam war ausgeschaltet: Polizist erschießt Cousin von Pharrell Williams – der fordert Aufklärung

Das sorgt für Kritik. So teilte der Ortsverband der Bürgerrechtsorganisation "National Association for the Advancement of Colored People" mit, man sei nicht überrascht, aber die Polizei habe bisher "in allen Punkten versagt". Wenn die Kameras nicht eingeschaltet werden, sei die millionenschwere Investition in Bodycams wertlos. In den USA hat die Debatte über Polizeigewalt gegen Afroamerikaner spätestens seit dem brutalen Tod von George Floyd im vergangenen Mai eine neue Dimension erreicht. Der Prozess im Fall Floyd, bei dem ein Polizist über neun Minuten auf dessen Hals kniete, obwohl er keine Luft bekam und schließlich starb, hat gerade in Minneapolis begonnen.

Quellen: Polizei Virginia Beach, "Today"

sst

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