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Royals: Prinz William verstört mit emotionalen Aussagen

Anlässlich seines Besuchs bei einer Seelsorge-Hotline überraschte Prinz William mit ungewohnt offenen Bekenntnis: Er sei am Rande dessen, was er noch ertragen könne. Wie steht es um die Nummer 2 der britischen Thronfolge?

Prinz William

Zusammen mit seinem Sohn George besuchte Prinz William 2015 seine Frau und seine frisch geborene Tochter Charlotte im St. Mary's Hospital in London.

Vergangene Woche repräsentierte er souverän die britische Regierung bei der Feier zum 70. Geburtstag des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf an der Seite von Angela Merkel und Hannelore Kraft. Diese Woche zeigte sich der Herzog von Cambridge nun von einer anderen Seite.

Wer Prinz Williams Aussage anlässlich seines Besuchs bei der Seelsorge-Hotline für Jugendliche in Not "YoungMinds" hörte, hielt spontan einmal kurz die Luft an, überrascht, beeindruckt, aber auch irgendwie unangenehm berührt. Der Zweite in der britischen Thronfolge - nach allem, was man weiß, wohlhabender, glücklicher Familienvater und ohne jegliche Sorgen - bat darum, keine allzu traurigen Fälle auf die Telefonleitung gelegt zu bekommen, für die er kurz darauf für einige Zeit die Verantwortung übernehmen sollte. Er fürchte, sonst womöglich in Tränen auszubrechen, so seine Begründung: Er habe in letzter Zeit in seinem Job als Rettungshubschrauberpilot bei der East Anglia Air Ambulance so viele von schlimmen Schicksalen betroffene Menschen erlebt, dass er am Rande dessen sei, was er noch ertragen könne. Er hätte gerade einfach emotional zu viel auf dem Zettel.

Und das von einem der sonst immer so selbstbeherrschten Windsors - oder, wie es auf Twitter prompt hämisch kommentiert wurde: "Was sagt Großvater Prinz Philip wohl dazu? Wahrscheinlich: Weichei!" Und das, nachdem der Prinz erst am Tag zuvor bei einem anderen Termin einen traurigen 14-jährigen Jungen, dessen Mutter gerade an Krebs gestorben war, auch mit sehr persönlichen Worten getröstet hatte: "Ich weiß, wie du dich fühlst, ich vermisse meine Mutter auch immer noch jeden Tag, obwohl es schon 20 Jahre her ist. Aber mit der Zeit wird es etwas leichter..." Diana, Prinzessin von Wales, war am 31. August 1997 bei einem Autounfall ums Leben gekommen und ließ die Söhne William, damals 15, und Harry, damals 12, zurück.

Wie gefestigt ist Prinz William?

Auch Bruder Harry denkt offenbar immer noch sehr viel an seine Mutter und bereut heute, dass er damals nicht häufiger versucht hat, innerhalb der Familie über den Tod seiner Mutter zu sprechen, um ihn besser zu verarbeiten, so sagte er kürzlich in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC.

Es scheint also für Dianas Söhne weder durch Vater Charles und die königlichen Großeltern noch durch professionelle Helfer Gesprächsangebote gegeben zu haben, um den Verlust zu verarbeiten.

So weit, so traurig. Doch dass ein seit vielen Jahren an öffentliche Auftritte gewöhntes Mitglied des britischen Königshauses sich vor laufenden Kameras so offen über seinen Seelenzustand äußert, hat es nicht mehr gegeben seit dem berühmt-berüchtigten TV-Interview seiner Mutter Diana. 1995 gab sie zur besten Sendezeit im britischen Fernsehen zu, ihren Mann mit ihrem Reitlehrer betrogen zu haben, weil sie sich in ihrer Ehe so einsam und vernachlässigt fühlte.

Man kann daraus wohl nur schlussfolgern, dass der Prinz nicht so durch und durch glücklich und gefestigt im Leben steht, wie es die wunderschönen Bilder von William und Kate und deren reizenden Sprösslingen bisher zu zeigen schienen.

Emotionale Belastungen

Allerdings war William schon immer der sensiblere der beiden Wales-Brüder, berühmt wurde schon beim Teenager Wills der schüchtern errötende Blick von schräg unten durch die Haartolle, der dem seiner Mutter so ähnlich war. Seit er sich 2010 entschlossen hat, eine Familie zu gründen, tut er alles, um Kate und nun auch seine Kinder zu behüten und viel für sie dazusein, weil er genau das in seiner Jugend so häufig vermissen musste. Und auch, dass er sich bei der Familie seiner Frau, den warmherzig-unkomplizierten Middletons, von Anfang an so viel wohler fühlte, als je in seiner eigenen Familie, ist ein Indiz dafür, dass er seit Jahren emotionale Probleme mit sich herumträgt.

Dass er nun anfängt, offen und sogar öffentlich über seine Trauer um seine Mutter und die emotionalen Belastungen seines Berufes als Rettungshubschrauberpilot zu sprechen, mutet zwar auf den ersten Blick merkwürdig an, weil man so etwas von den britischen Royals nicht gewohnt ist. Eigentlich ist es aber ein Zeichen, dass sich William mit seinen 34 Jahren nun endlich intensiv mit seinen eigenen Gefühlen auseinandersetzt, Traurigkeit zulässt, und auch im Einsatz nicht den starken Mann markiert, sondern sich berühren lässt von menschlich schwer verdaulichen Erlebnissen - und hinterher auch darüber reden möchte, mit seiner Frau und anderen Menschen.

Eigentlich vorbildhaft, genau das, was heute immer wieder von einem "modernen Mann" eingefordert wird. Daher kann man nur hoffen, dass William diesen persönlichen Weg weiterverfolgt, sicher mit Hilfe seiner Frau, die emotional aus stabilerem Stoff gemacht ist - sonst hätte sie die langen Waitie-Katie-Jahre, in denen Ihr Prinz mit seinem Heiratsantrag auf sich warten ließ, nicht so souverän überstanden.

Bei seinen zukünftigen Untertanen jedenfalls kommt seine authentische Art sehr gut an: Wiederum hat eine aktuelle Umfrage ergeben, dass mehr als die Hälfte der Befragten dafür wären, dass der Herzog von Cambridge anstelle seines Vaters Prinz Charles der Königin einst nachfolgen sollte.

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