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Regisseur als Laienrichter: Andreas Dresen macht in Brandenburg Politik

Schon in seinen Filmen beschäftigte er sich mit gesellschaftlichen Themen, jetzt versucht sich der deutsche Regisseur Andreas Dresen als Verfassungsrichter. Die Partei Die Linke schlug ihn vor.

Sein Gespür und Interesse für gesellschaftliche und politische Themen stellte Andreas Dresen bereits in seinen Filmen ("Herr Wichmann aus der dritten Reihe", "Halbe Treppe", "Sommer vorm Balkon") unter Beweis. Künftig könnte der in Potsdam lebende Regisseur auch als Laienrichter am Brandenburger Verfassungsgericht arbeiten. Er ist Wunschkandidat der Partei Die Linke.

In ihrer Fraktionssitzung vom Dienstag sagte Dresen: "Ich bin kein Jurist, ich bin Regisseur und das will ich auch bleiben. Aber ich denke, dass ich eine andere Sichtweise einbringen kann und das ist ja auch Sinn der Sache." Er werde versuchen, seinem eigenen Instinkt und seiner inneren Stimme bei einer Entscheidungsfindung zu folgen. Am gleichen Tag stellte er sich den fünf Fraktionen des Brandenburger Landtags vor. Im Gespräch mit den Abgeordneten sagte der 49-Jährige: „Es ist eine schöne Möglichkeit, sich ins Gemeinwesen einzubringen. Ich stelle mir die Arbeit im Gericht bereichernd vor. Es ist eine andere, reizvolle Perspektive im Hinblick auf das Leben im Land.“

Der Hauptausschuss des Landtags steht geschlossen hinter Dresen und schlug ihn am Mittwoch einstimmig als Kandidaten vor. Der Regisseur wäre im neunköpfigen Verfassungsgericht einer von drei möglichen Laienrichtern ohne juristische Ausbildung. Ein Drittel des Gerichts muss aus Berufsrichtern bestehen, ein weiteres Drittel die Befähigung zum Richteramt vorweisen oder Diplomjurist sein. Nach dem Willen des Verfassungsgebers sollte die Gesellschaft möglichst breit in dem Gremium vertreten sein. Dresens Wahl könnte bereits bei der Plenarsitzung in der kommenden Woche anstehen.

nw/DPA / DPA
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