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Neue Vorwürfe gegen Regisseur: Roman Polanski soll weitere Minderjährige missbraucht haben

In den USA hat sich eine Frau zu Wort gemeldet, die behauptet, als Minderjährige von Regisseur Roman Polanski vergewaltigt worden zu sein. Bisher war nur der Fall von Samantha Geimer bekannt, die Polanski im Alter von 13 Jahren missbrauchte.

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski

Die als Robin vorgestellte Frau und ihre Anwältin Gloria Allred (l.) bei der Pressekonferenz

Picture Alliance

Regisseur sieht sich neuen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen ausgesetzt: Auf einer Pressekonferenz in Los Angeles warf eine 59-Jährige dem französisch-polnischen Filmemacher vor, sie 1973 als 16-Jährige missbraucht zu haben. Über Details wollte sich die Frau, die von ihrer Anwältin Gloria Allred als "Robin" vorgestellt wurde, nicht äußern.

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Roman Polanski

Anwältin Gloria Allred (l.) und ihre Klientin Robin präsentieren ein Foto, das die heute 59-Jährige im Alter von 16 Jahren zeigt


Weil die Verjährungsfrist bereits abgelaufen sei, sei keine Klage vorgesehen, sagte Anwältin Allred. Doch sei ihre Mandantin zu einer Aussage unter Eid bereit, sollte es jemals einen Strafprozess gegen Polanski geben.

Polanski, der am Freitag 84 Jahre alt wird, hatte 1977 den Missbrauch der damals 13-jährigen zugegeben. Weil ihm ein schärferes Urteil drohte als im Rahmen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, floh er kurz vor der Urteilsverkündung nach Europa und kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück. Das Verfahren gegen ihn wurde bis heute nicht eingestellt, trotz der ausdrücklichen Bitte des Missbrauchsopfers, den Fall nach 40 Jahren endlich ad acta zu legen.

"Ich bin immer noch nicht darüber hinweg"

Dass Geimer im Juni vor Gericht selbst um Einstellung des Verfahrens gebeten habe, habe sie "wütend gemacht", sagte Robin. Sie breche nun ihr Schweigen, "damit Samantha und die Welt wissen, dass sie nicht das einzige minderjährige Opfer von Roman Polanski" sei. "Ich bin immer noch nicht darüber hinweg", fügte sie hinzu. Der Regisseur müsse für sein "kriminelles Verhalten gegenüber Samantha Geimer" zur Rechenschaft gezogen werden.

Ein Gesuch Polanskis auf Haftverschonung wurde im April diesen Jahres von einem Richter in Kalifornien abgelehnt. Der Regisseur wollte nach Los Angels fliegen, um das Grab seiner 1969 ermordeten Ehefrau Sharon Tate besuchen. Sollte Polanski also in die einreisen, droht ihm weiterhin eine Gefängnisstrafe.

jum/AFP

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