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Rapper gegen die AfD: Samy Deluxe: Könnte nicht zählen, "wie oft ich das N-Wort gehört habe"

Die AfD hält der Hamburger Rapper für "gefährlich" – deshalb hat er begonnen, sich politisch zu engagieren. Bei einer Anti-Rassismus-Konferenz in Kiel verriet er, was ihn veranlasst hat, seine Politikverdrossenheit abzulegen.

Der Rapper Samy Deluxe äußerte sich gegen Rassismus und die AfD

Der Rapper Samy Deluxe äußerte sich gegen Rassismus und die AfD

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Der Rapper Samy Deluxe, der in Hamburg als Kind einer deutschen Mutter und eines sudanesischen Vaters aufwuchs, hat Rassismus oft genug am eigenen Leib erfahren. "Hätte ich zählen sollen, wie oft ich das N-Wort gehört habe, bräuchte ich einen Zähler wie ihn Stewardessen haben", sagte er bei der Anti-Rassismus-Konferenz im Kieler Landtag. Trotzdem habe ihn Politik bisher (zu) wenig interessiert, gibt er zu.

"Ich hatte nicht das Gefühl, dass die sich um meine Probleme kümmern könnten – wenn ich welche hätte. Ich fand es besser, dazu zu stehen, als dieses Gutmenschen-geht-wählen-Gerede", sagt er offen. Er sei "typisch politikverdrossen" gewesen. Das hat sich inzwischen radikal geändert. Grund dafür ist der rasante Aufstieg der AfD, die unverhohlen ausländerfeindliche Positionen vertritt. Das will der 41-Jährige nicht kommentarlos hinnehmen.

Musikalisch engagiert er sich schon lange gegen Rechts

Wenn ihn Politik bisher auch wenig interessierte – gegen Rassismus hat sich Deluxe stets stark gemacht. Etwa in seinem Song "Weck mich auf" von 2001. Dort heißt es: "Umgeben von Skinheads, die Türken und Afrikanern das Leben nehmen, während Bullen daneben stehen, um Problemen aus dem Weg zu gehen." Mit seinem Projekt "DeluxeKidz" kümmert sich der Rapper in Hamburg zudem um benachteiligte Kinder und Jugendliche, oft mit Migrationshintergrund.

Jetzt möchte er seine Position auch nutzen, um sich lautstark gegen die AfD zu äußern, die gegen alles arbeitet, wofür er selbst sich einsetzt. Es sei in einem solchen Fall "doch gut, seine Stimme zu nutzen." Und so wird Deluxe nächstes Mal nicht nur selbst wählen gehen, sondern hoffentlich auch alle, die in dem Hip-Hop-Star ein Vorbild sehen. Und sie werden ihr Kreuzchen überall, aber nicht bei der AfD machen.

Ziel der Konferenz in Kiel war es, Ideen für den "Aktionsplan gegen Rassismus" zu sammeln. Dieser Plan war von den schleswig-holsteinischen Grünen in der Koalition mit CDU und FDP beschlossen worden und wird nun im Landtag bearbeitet.

Quelle: "Kieler Nachrichten"

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wt
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