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Ex-TV-Moderatorin: Was macht eigentlich … Tine Wittler?

Von 2003 bis 2013 verschönerte Tine Wittler in der RTL-Show "Einsatz in 4 Wänden" die Wohnzimmer der Deutschen.


Tine Wittler: Was macht die ehemalige Moderatorin heute?

Tine Wittler, 45, in ihrer Kneipe "Wittlerins Wohnzimmer", die sie in ihrem Haus im Wendland betreibt.

Man braucht ja eine Lupe, um Ihre neue Heimat im Wendland auf der Landkarte zu finden! Was hat Sie in ein 60-Seelen-Dorf verschlagen?

Nach 25 Jahren in Hamburg wurde mir die Großstadt einfach zu viel: Alles blinkte und schrie und hupte. Und das Wendland kannte ich schon aus meinen Studienzeiten in Lüneburg.

Sie haben ein fast 200 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft. War es Liebe auf den ersten Blick?

Ich habe dort erst einmal eine Woche probegewohnt, um herauszufinden, ob ich mich in dem alten Haus auch wirklich wohlfühle. Es pfeift ja aus jeder Ecke, und vom Dachboden kommen komische Geräusche. Also habe ich mich nicht nur tagsüber mit dem alten Haus beschäftigt, sondern mich auch nachts mit einem Glas Rotwein in die Deele gesetzt und gehorcht.

Romantisch! Und was haben Sie gehört?

Dass das Haus und ich gut zusammenpassen!

Würden Sie eine Tine Wittler reinlassen, damit die Ihnen beim Renovieren hilft?

 

Natürlich nicht! Lieber würde ich mir einen Vortrag von ebenjener Tine Wittler anhören, daraus lernen und selbst Hand anlegen. Es macht nämlich viel mehr Spaß, wenn man sich selbst austobt – auch in den eigenen vier Wänden!

Sie betreiben in Ihrem Haus eine Kneipe. Sie sagen, das sei so eine Art Deal.

Ja, um eine jahrhundertelange Tradition zu erhalten. An dem fast 200 Jahre alten Haus muss ja alles gemacht werden. Es braucht eine neue Klärgrube, neue Fenster, ein neues Dach, neue Türen. Also habe ich gesagt: "Alte Hütte, ich kümmer mich liebevoll um dich, aber du musst auch ein bisschen mithelfen." Alles, was durch den Kneipenbetrieb übrig bleibt, wird ins Haus investiert. Das ist meine Form der Nachhaltigkeit.

Schon in Hamburg hatten Sie eine Künstler-Bar. Sind die Landbewohner andere Kneipengänger?

In Hamburg saßen acht Leute am Tresen, und jeder starrte auf sein Handy. Und hier? Ist kein Empfang! Wie geil ist das denn?! (lacht) Stattdessen unterhalten sich alle und sitzen gemeinsam an einem großen Tisch. Diese digitale Wüste hier ist ohnehin herrlich. Weil mein Internet zu langsam ist, kann ich nicht streamen. Hab ich zu Hamburger Zeiten noch 90 E-Mails am Tag bekommen, sind es heute 15, von denen sich zwei Drittel von selbst erledigen, weil ich nicht rechtzeitig antworte. Ich hab auch gar kein Smartphone mehr, sondern so ein altes Klapphandy von 1998.

Also die pure Entschleunigung. Gleichzeitig haben Sie zig Projekte am Laufen: Sie schreiben an einem Buch über Ihr neues Leben und tingeln mit Kneipenliedern durch die Lande. Warum der Stress?

Es ist kein Stress. Ich bin Künstlerin und will spielen. Außerdem macht das riesigen Spaß, vor allem auf dem Land. Da haben die Leute einfach Bock auf einen schönen Abend und suchen nicht das Haar in der Suppe, wie es manchmal beim Großstadtpublikum der Fall ist. Das ist oftmals komplett satt.

Die "Welt" schrieb, dass Ihre Lieder nüchtern nicht zu ertragen seien. Trifft Sie so was?

Das ist doch der beste Claim ever! Eine Werbeagentur hätte 30.000 Euro dafür in Rechnung gestellt. Ich fand das genial und habe es sofort auf T-Shirts drucken lassen. Verkaufen sich super!

Gibt es die Chance, dass wir Sie noch mal im Fernsehen sehen?

Ich hoffe nicht! (lacht)

Video: Lokaltermin im Raucherparadies
Interview: Anne Hansen
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