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Vergewaltigung Wegen des Erotik-Thrillers "365 Days": Duffy schreibt offenen Brief an Netflix-Chef

Duffy
Duffy kritisiert den polnischen Erotik-Thriller "365 Days"
© Chris Jackson / Picture Alliance
Duffy berichtete erst vor kurzem von ihrem eigenen Martyrium. Die Sängerin wurde vor Jahren entführt und vergewaltigt. Jetzt klagt sie an, dass der polnische Film "365 Days" Vergewaltigung verherrliche.

Seit einiger Zeit sorgt der polnische Erotik-Thriller "365 Days", der bei Netflix läuft, für Kritik. Die einen lieben die Geschichte der Polin Laura, die vom italienischen Mafia-Boss Massimo entführt wird, damit sie sich innerhalb eines Jahres in ihn verliebt. Die anderen sehen darin eine gefährliche Verherrlichung von Gewalt und (sexuellem) Missbrauch (eine ausführliche Kritik lesen Sie hier).

Wegen "365 Days": Duffy schreibt Brief an Netflix-CEO

Duffy gehört offensichtlich zu letzteren. Die britische Sängerin hat einen offenen Brief an Netflix-CEO Reed Hastings geschrieben. Darin äußert sie ihre Meinung über den umstrittenen Streifen. Sie halte es für "unverantwortlich", dass der Streamingdienst den Film veröffentlicht habe, sagt sie. "'365 Tage' verherrlicht Sex Trafficking, Entführung und Vergewaltigung von Frauen. Das sollte nicht als Unterhaltungsprogramm dienen", schreibt die Musikerin, und weiter: "Es macht mich traurig, dass Netflix einem solchen Film, der Kidnapping erotisiert und sexuelle Gewalt verzerrt darstellt, eine Plattform bietet."

Dass sie den Brief überhaupt verfasst hat, hängt mit Duffys eigener Geschichte zusammen. Erst im Februar offenbarte die 35-Jährige ihr eigenes Trauma. "Ich wurde vergewaltigt und unter Drogen gesetzt und mehrere Tage gefangen gehalten. Ich habe das überlebt", schrieb sie damals auf ihrem Instagram-Profil.

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Erinnert sie an ihre eigene Geschichte

Besonders die Tatsache, dass viele weibliche Fans von "365 Days" sich ein ähnliches Schicksal wie Filmfigur Laura wünschen - nämlich von einem attraktiven Mafia-Boss entführt zu werden - stößt Duffy übel auf. "Als ich selbst entführt und vergewaltigt wurde, bin ich gerade nochmal davon gekommen. Viele hatten dieses Glück nicht. Und nun muss ich diese Tragödie, meine Tragödie, erotisiert und verharmlost anschauen", schreibt sie in ihrem Brief an Hastings. 

Erst vor knapp zwei Wochen hat die Organisation "Pro Empower" den Film scharf kritisiert. Auf Twitter hat die Vereinigung einen dreiseitigen Brief an Netflix veröffentlicht und darin ihre Sorgen über den Film zum Ausdruck gebracht und aufgelistet, welche Szenen im Hinblick auf Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch problematisch sind.

Quellen: "The Sun" / "Pro Empower"  

ls

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