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Whitney Houston: Erste Autopsieergebnisse: Popdiva ist wohl ertrunken

Der Tod von Whitney Houston schockte am Wochenende Musiker und Fans. Das Ergebnis der Autopsie deutet darauf hin, dass die Popdiva in der Badewanne ertrunken ist.

Von Frank Siering, Los Angeles

Die Pop- und Souldiva Whitney Houston ist am Samstag ums Leben gekommen. Nach kurzem Rätselraten um den Tod der 48-Jährigen ließ der Bericht der Gerichtsmedizin nicht lange auf sich warten. Bereits am Sonntag wurde eine Autopsie durchgeführt. Erstes Ergebnis: Die Sängerin hatte Wasser in der Lunge.

Damit scheint sich die These zu manifestieren, dass die Diva in der Badewanne des Beverly Hilton Hotels ertrunken ist.

Doch bis die genaue Todesursache feststeht, kann es noch einige Zeit dauern. Gerüchteweise soll Houston, benebelt von einer Mischung aus verschreibungspflichtigen Medikamenten und Alkohol, in der Wanne ohnmächtig geworden sein. Ob diese These stimmt, kann wohl erst in vier bis sechs Wochen festgestellt werden. Dann sollen die Ergebnisse des toxikologischen Berichts vorliegen.

Fest steht, dass Houston von ihrem Bodyguard und ihrer Hairstylistin bewusstlos in der Wanne aufgefunden worden war. Alle sofortigen Wiederbelebungsversuche scheiterten.

Houstons Tochter erleidet Nervenzusammenbruch

Während die Musikbranche bei der Grammy-Verleihung am Sonntag sich selbst – und ein bisschen Whitney - feierte, war das Drama für die Houston-Familie in Los Angeles noch nicht beendet.

Whitneys Tochter Bobbi Kristina war zunächst nicht ins Zimmer zu ihrer toten Mutter gelassen worden. Daraufhin brach die 18-Jährige schreiend in der Hotellobby des Beverly Hilton zusammen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Wenig später wurde sie entlassen, um dann ein zweites Mal, diesmal angeblich aufgrund eines Nervenzusammenbruchs, erneut eingewiesen zu werden.

Whitney Houstons Ex-Ehemann, Bobby Brown, entschloss sich daraufhin, seine Konzert-Tour in Nashville zu unterbrechen und nach Los Angeles zurückzukehren. Brown wurde und wird von vielen Fans für Houstons Absturz in den Drogen-und Alkoholsumpf verantwortlich gemacht. Er ließ gestern eine Presseerklärung herausgeben. Darin hieß es: "Ich bin tief erschüttert und traurig über dein Tod meiner Ex-Frau. Zu diesem Zeitpunkt bitte ich darum, meine und vor allem die Privatsphäre meiner Tochter zu respektieren. Ich bedanke mich für all die Kondolenzwünsche, die uns in dieser sehr schwierigen Zeit erreicht haben."

In Los Angeles und anderen amerikanischen Städten würdigten derweil Fans das Lebenswerk der brillanten Musikerin. Vor dem Beverly Hilton Hotel wurden Kerzen und Fotos der Künstlerin aufgestellt, auf dem Hollywood Boulevard spielten Straßenmusiker spontane Konzerte mit Songs von Whitney Houston.

Experten untersuchten die Leiche neun Stunden lang

Houston war nur Stunden vor ihrem geplanten Auftritt auf einer Pre-Grammy-Party von einem ihrer Mitarbeiter gefunden worden. Notärzte stellten um 15.55 Uhr (0.55 Uhr deutscher Zeit) den Tod der 48-Jährigen fest, während wenige Stockwerke weiter unten die Gala ihres Entdeckers Clive Davis vorbereitet wurde. Die Party fand statt, während im dritten Stock Experten der Polizei die Leiche neun Stunden lang untersuchten.

Whitney Houston hatte jahrelang mit Rauschgift, Alkohol und einer turbulenten Ehe mit dem Soulsänger Bobby Brown Schlagzeilen gemacht. Immer wieder hatte sie Phasen, in denen sie am Ende ihrer Kräfte schien. Im Mai musste sie erneut in eine Entzugsklinik. Nur Stunden vor der Todesnachricht war über neue Projekte für Houston spekuliert worden. Unter anderem sollte sie eine Zukunft in der populären Talentshow "The X-Faktor" haben. Dort sollte sie künftig als Jurymitglied auftreten, hieß es.

Die ganze Hoffnung der Sängerin, und auch ihres Umfelds, schien aber auf "Sparkle" zu liegen. Der Film, der auf der Musikkarriere des Gesangtrios "Supremes" basiert, soll im August in die Kinos kommen.

Frank Siering