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Kleider, die Geschichte machten Wie Billy Porter mit einem Kleid zur "wandelnden politischen Botschaft" wurde

Billy Porter setzte mit seinem Smoking-Kleid ein Zeichen
Billy Porter setzte mit seinem Smoking-Kleid ein Zeichen
© Richard Shotwell/ / Picture Alliance
Oben Smoking, unten Rock: Billy Porter überraschte bei den Oscars 2019 mit seinem Look. Doch nicht die Optik des Outfits stand im Vordergrund, sondern die Botschaft. 

Bei den Oscars geht es natürlich vorrangig um schauspielerische Leistungen und die Frage: Wer räumt welchen Preis ab? Aber auch die Outfits der Nominierten und Gäste stehen Jahr für Jahr im Fokus der Veranstaltung. 2019 blieb vor allem ein Look im Gedächtnis: das Smoking-Kleid von Schauspieler und Sänger Billy Porter.

Porter ging damals mit seinem Ehemann Adam Smith über den roten Teppich und trug ein üppiges Smoking-Kleid aus Samt von Designer Christian Siriano. Und das aus einem guten Grund: Porter hatte dessen Show während der New York Fashion Week besucht und war sogleich vom Konzept begeistert: "Er war der erste Mensch, der verstanden hat, dass jeder Kleidung trägt – nicht nur Size Zeros. Er ist zum Ansprechpartner für alle Hollywood-Frauen geworden, die von der Modebranche abgelehnt werden", sagte der "Pose"-Star gegenüber der US-Ausgabe der "Vogue". Also bat Porter den Designer um ein Kleid – und Siriano sagte zu.

Billy Porter hinterfragt mit seinem Kleid Erwartungen an die Männlichkeit

Und Billy Porter wollte nicht nur einen Hingucker, sondern ein Outfit mit einer Message: "Wir wollten mit Männlichkeit und Weiblichkeit spielen." Ganz bewusst wollte er "ein Mann in einem Kleid" sein. Damit hielt er sich auch an die allseits bekannten Hollywood-Regeln ("White Tie", also Frack-Anzug für Männer und Abendkleid für Frauen). 

Dass er trotz "klassischem Look" für Aufsehen sorgen werde, war dem 50-Jährigen aber auch klar: "Leute werden sich unwohl fühlen, meinen schwarzen Hintern in einem Ballkleid zu sehen – aber es geht niemanden etwas an, außer mir", sagte Porter der "Vogue" weiter. Er wollte mit der modischen Kreation eine "wandelnde politische Botschaft" sein und mit Erwartungen und Fragen nach Männlichkeit aufräumen. "Frauen tragen jeden Tag Hosen, aber in der Minute, in der ein Mann ein Kleid trägt, gehen die Meinungen auseinander", stellte er fest.

Was Diversität angeht, habe die Branche noch einiges zu lernen, erklärte Porter. Zwar hatte der Schauspieler bereits bei den Golden Globes 2019 mit seinem Look für Aufsehen gesorgt: Er trug ein pinkfarbenes Cape und spielte mit veralteten Gender-Rollen. Jedoch habe ihm erst das Smoking-Kleid bei den Oscars wirklich Freiheit geboten, sagte er: "Ich fühlte mich lebendig. Ich fühlte mich frei. Und offen und strahlend. Und schön!"

Quelle:"Vogue US"

maf

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