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Modehaus Sie zeigt unter anderem Kinder mit Bondage-Teddys: Scharfe Kritik an Balenciaga-Kampagne

Balenciaga
Balenciaga steht für eine Kampagne mit Kindern in der Kritik
© Manfred Segerer / Imago Images
Das spanisch-französische Fashion-Haus Balenciaga steht derzeit in der Kritik. Grund ist die jüngste Kampagne, in der Kinder im Bondage-Stil fotografiert wurde. Jetzt hat sich der zuständige Fotograf verteidigt.

In der heutigen Zeit wird Provokation nicht selten als Werbemittel genutzt. Im Gespräch zu bleiben, das ist fast die wichtigste Prämisse von Öffentlichkeitsarbeit – Modehäuser sind da mit eingeschlossen. Mit ihrer neuesten Kampagne hat es sich Balenciaga jedoch bei einigen Fans verscherzt. 

Balenciaga steht in der Kritik

Fotos zeigen junge Kindermodels, die Teddybären in Bondage-Kleidung in der Hand halten. Doch nicht nur das. Wie der Twitteraccount "Shoe" aufzeigt, ging es noch über Kinder mit BDSM-Teddys hinaus. "Die Marke Balenciaga hat vor kurzem ein interessantes Fotoshooting für ihre neuen Produkte gemacht, bei dem ein absichtlich schlecht verstecktes Gerichtsdokument über 'virtuelle Kinderpornografie' gezeigt wurde", erklärt der Account. Das Dokument wird auf einem der Bilder von einer Balenciaga-Handtasche halbwegs verdeckt.

Das spanisch-französische Modehaus hat die Fotos mittlerweile gelöscht und sich entschuldigt. Doch jetzt hat sich der zuständige Fotograf geäußert und Vorwürfe erhoben. "Nach den Hunderten von Hass-Mails und Nachrichten, die ich aufgrund der Fotos (...) erhalten habe, fühle ich mich gezwungen, diese Erklärung abzugeben. Ich bin nicht in der Lage, die Entscheidungen von Balenciaga zu kommentieren, aber ich muss betonen, dass ich in keiner Weise berechtigt war, weder die Produkte, noch die Models, noch die Kombination derselben auszuwählen", schrieb Gabriele Galimberti auf Instagram. 

Fotograf wehrt sich

Für den Fotografen ist die Sache eindeutig: Die Schuld liegt bei Balenciaga. "Als Fotograf war ich einzig und allein dazu angehalten, die vorgegebene Szene zu beleuchten und die Aufnahmen in meinem typischen Stil zu machen. Wie bei einem kommerziellen Shooting üblich, liegen die Richtung der Kampagne und die Auswahl der gezeigten Objekte nicht in den Händen des Fotografen", erklärte er. Im Netz sei er als pädophil bezeichnet worden und nannte den Shitstorm einen "Lynchmord". 

Balenciaga erklärte in einem offiziellen Statement, man wolle Konsequenzen ziehen. "Wir entschuldigen uns dafür, dass wir beunruhigende Inhalte in unserer Kampagne gezeigt haben. Wir nehmen dieses Anliegen sehr ernst und werden rechtliche Schritte einleiten gegen die Akteure, die dafür verantwortlich sind und nicht genehmigte Artikel in dem Photoshooting verwendet haben. Wir verurteilen den Missbrauch von Kindern in jeglicher Form aufs Schärfste. Wir stehen für die Sicherheit und das Wohlergehen von Kindern in jeder Form."

Balenciaga gehört zu den Lieblingsmarken von Kim Kardashian oder auch Bella Hadid. Die beiden haben sich bislang nicht zu der Kontroverse geäußert. 

Quelle: Instagram Gabriele Galimberti

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