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Dasha Zhukova und Miroslava Duma in der Kritik: Ist das Kunst oder Rassismus?

Die eine gilt als Modeexpertin, die andere als Kunstkennerin. Nun müssen sich Miroslava Duma und Dasha Zhukova Rassismusvorwürfen stellen. Schuld daran ist ein umstrittener Stuhl.

It-Girl und Kunstsammlerin Dasha Zhukova auf dem Stuhl von Künstler Bjarne Melgaard

It-Girl und Kunstsammlerin Dasha Zhukova auf dem Stuhl von Künstler Bjarne Melgaard

Wenn es um Trends in der Modebranche geht, besitzt Miroslava Duma ein untrügliches Gespür. Die russische Bloggerin und Stylistin gehört zu den Stars der Street-Style-Szene. Bei den aktuell laufenden Haute-Couture-Schauen in Paris sitzt Duma bei allen wichtigen Designern in der ersten Reihe. Doch statt mit ihren extravaganten Outfits sorgt die Russin derzeit mit unschönen Anschuldigungen für Schlagzeilen. Der Vorwurf: Rassismus. Was ist passiert?

Duma veröffentlichte vor wenigen Tagen auf ihrer Internetseite "Buro 24/7" ein Interview mit Dasha Zhukova. Die Russin, Lebensgefährtin von Milliardär Roman Abramowitsch, gilt als Stilikone und Kunstexpertin. Den Artikel bebilderte Duma mit einem Foto Zhukovas. Darauf ist die 32-Jährige barfuß, mit weißer Bluse und blauer Jeans zu sehen.

Für den Eklat sorgte der Stuhl, auf dem Zhukova sitzt: Eine schwarze, barbusige Frau, die rücklings auf dem Boden liegt. Sie trägt Lederstiefel, Handschuhe und einen Gürtel um Oberschenkel und Taille geschnallt. Der Stuhl ist ein Werk des norwegischen Künstlers Bjarne Melgaard und erinnert stark an das 60er Jahre Kunstwerk von Allen Jones. Der britische Pop-Art-Künstler schuf 1969 einen Fiberglas-Stuhl, der heute in der Tate Modern in London steht. Feiner Unterschied: Bei Jones war die Frau, die zum Sitzmöbel degradiert wurde, weiß. Miroslava Duma ließ Dasha Zhukova auf einer schwarzen Frau Platz nehmen.

Kaum war der Artikel mit dem umstrittenen Foto veröffentlicht, brach ein Shitstorm über Duma und Zhukova herein. Die beiden Frauen wurden via Twitter für diesen "Nonsens" beschimpft und mussten sich Rassismusvorwürfen stellen. Die Tatsache, dass Duma den Artikel am 20. Januar, dem Gedenktag für Bürgerrechtler Martin Luther King, veröffentlichte, kam vor allem in den USA nicht gut an.

Duma und Zhukova bemühten sich um rasche Schadensbegrenzung. Das umstrittene Foto verschwand von Dumas Instagramseite. Stattdessen veröffentlichte die 30-Jährige eine Erklärung, in der sie sich "bei allen entschuldigt, die sich durch die Aufnahme angegriffen oder verletzt fühlten".

Zhukova verteidigt den Stuhl als Hommage an Allen Jones und als künstlerischen Beitrag zu aktuellen Geschlechter- und Rassismusdiskussionen. "Ich verabscheue Rassimus zutiefst und entschuldige mich bei allen, die sich durch das Fotoshooting angegriffen fühlen", schreibt die 32-Jährige in einem Statement. Das Kunstwerk sei wohl in einem falschen Zusammenhang gezeigt worden. Auf der Homepage von "Buro 24/7" ist das Foto weiterhin zu sehen - allerdings so beschnitten, dass der Stuhl nicht mehr sichtbar ist.

jum
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