HOME

Helmut Newton Ausstellung: Als der Sex in die Werbung kam

Helmut Newton und Guy Bourdin schufen mit ihren Anzeigen-Kampagnen für Luxuslabels nicht nur Werbefotos, sondern Kunstwerke. Eine Ausstellung in Berlin zeigt nun ihre ikonischen Arbeiten.

Helmut Newton Ausstellung

Schauspielerin Monica Bellucci 1998 fotografiert von Helmut Newton in einem Outfit von Blumarine

Im Januar 2004 starb der große   an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Los Angeles. Seine Fotografien, vor allem die Porträts starker Frauen, sind bis heute unvergessen. Drei Monate vor seinem Tod gründete er die Helmut Newton Stiftung, die seitdem regelmäßig Ausstellungen organisiert, um die Arbeiten von Newton und seiner Frau June zu bewahren. Der Fotograf hatte bei der Gründung der Stiftung festgelegt, dass neben seinen Arbeiten stets die Werke anderer Künstlers gezeigt werden sollen.

Ab dem 1. Dezember präsentiert die Helmut Newton Stiftung in Berlin nun Auftragsarbeitern, die Helmut Newton für Modedesigner und Werbekunden realisierte, sowie Werke des 1991 verstorbenen Modefotografen Guy Bourdin.

Seine Name ist der breiten Masse kaum bekannt und dennoch gehört Bourdin zu den wichtigsten und einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der 1928 in Paris geborene Künstler revolutionierte in den Sechzigern die Werbe- und Modefotografie. Bis heute gelten seine farbigen, aufwendig inszenierten Modestrecken und Kampagnen als wegweisend.

Jedes Foto von Guy Bourdin wurde veröffentlicht

Bekannt wurde Bourdin vor allem mit seinen Modefotografien - obwohl er selbst lieber als Maler Erfolg gehabt hätte. Mit dem Fotografieren begann er während seines Militärdienstes bei der französischen Luftwaffe. In den Fünfzigern traf er auf den legendären Künstler Man Ray, der Bourdin zu seinem Schützling machte. In den Sechzigern und Siebzigern inszenierte Bourdin dann in erster Linie die Werbekampagnen für den französischen Schuhdesigner Charles Jourdan. Der ließ Bourdin freie Hand: Jedes Foto des eigenwilligen Künstlers wurde gedruckt, egal wie ungewöhnlich es aussah.

Bourdin tat dabei etwas völlig Revolutionäres: Er lichtete nicht einfach das Produkt ab, er inszenierte eine Geschichte und zeigte die Models in erotischen Posen. In den Siebzigern ein gewagtes Unterfangen. Heute haben seine Fotos Symbolkraft. Kaum ein moderner Modefotograf - sei es David LaChapelle, Tim Walker oder Terry Richardson -, der sich nicht von Bourdin inspirieren ließ.

Ergänzt wird die Ausstellung um Arbeiten von Helmut Newtons ehemaligem Assistenten Angelo Marino. Zu sehen sind Schnappschüsse, die Marino auf dem Weg von seinem Wohnort Cannes zu seinem Arbeitsort Monte Carlo mit dem iPhone gemacht hat.


Die Ausstellung "Guy Bourdin. Image Maker / Helmut Newton. A Gun for Hire / Angelo Marino. Another Story ist vom 1. Dezember 2017 bis 13. Mai 2018 in der Berliner Helmut Newton Stiftung zu sehen.

jum
Themen in diesem Artikel