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stern-Stimme Maries Modelcheck: Dick im Geschäft: Plus-Size-Models erobern die Modewelt

Eine Laufsteg-Karriere jenseits von Konfektionsgröße 34/36 schien bislang ausgeschlossen. Mittlerweile haben die Curvy-Models um Robyn Lawley und Ashley Graham die Fashionbranche revolutioniert. Die Renaissance der Kurven hält Einzug.

Von Marie von den Benken

Die Plus-Size-Models Precious Lee und Ashley Graham

Die Plus-Size-Models Precious Lee (l.) und Ashley Graham

Sie kamen über Nacht und landeten auf den großen Covern der Modewelt: Plus-Size-Models, in der Modelszene gerne auch Curvys genannt. Eine Branche, in der du bei einer Kleidergröße von über 34 eigentlich schon keine Chance mehr hast, setzt plötzlich auch auf Rundungen. Mädchen wie Robyn Lawley oder Ashley Graham sorgen mit Figuren für Furore, für die sie vor kurzer Zeit noch von jedem bedeutenden Designer vom Laufsteg gejagt und von Anna Wintour bestenfalls für die neue Hausmeisterin gehalten worden wären.

Robyn Lawley und Ashley Graham waren die Initialzündung für ein völlig neues Geschäftsfeld im Modelbusiness. Booker rieben sich erst verwundert die Augen, fingen dann aber rasch an, Mädchen mit Kleidergröße 40 plus auf der Straße anzusprechen. Heute machen sie Mädchen zu Models, die bei Zara, Mango und anderen Taktgebern der Modetrends für die Massen nicht mal ein passendes Top finden. Mädchen mit Konfektion 34 aufwärts nehmen ihren längst begrabenen Traum, die nächste Gisele Bündchen zu werden, wieder auf und einige Feministinnen bejubeln Robyn und Ashley als die Bezwingerinnen sexistischer Schönheitsideale.

Do Feed The Models

Robyn Lawley war das erste Plus-Size-Model, das es auf die Cover von "Vogue", "Elle", "GQ", "Cosmopolitan" und "Sports Illustrated" schaffte. Allesamt Adelstitel für Models. Ashley Grahams Durchbruch gelang als Gesicht der in den USA extrem bekannten Handelskette "Lane Bryant", die mehr als 700 Plus-Size-Stores betreibt. Ashley Graham folgen auf Instagram mehr als 2,5 Millionen Fans. Damit steckt sie einige der erfolgreichsten Models der Branche wie etwa Toni Garrn, Karolina Kurkova oder Natasha Poly locker in die Tasche und bewegt sich auf Social-Media-Augenhöhe mit Ikonen wie Elsa Hosk, Josephine Skriver und Bar Refaeli.

Shooting with one of my favourite teams @cosmoaustralia ....gotta love a 90's suit!! #comingsoon @bakuswimwear

Ein von Robyn Lawley (@robynlawley) gepostetes Foto am

Der Erfolg der Curvy-Mädchen ist kein Zufall. Auch nicht, dass er in den USA begründet wurde. Ein Land, in dem Kim Kardashian, die etwa einen Hüftumfang von sechs bis acht Chanel-Models hat, als Sexsymbol gilt, hat auf den Plus-Size-Hype geradezu gewartet. Der Begriff "curvy" ist in Amerika meist als Kompliment gemeint, in Europa und insbesondere in der Fashion-Industrie galt er lange als charmantere Version von "fat". Das ist heute nicht mehr so. Aber natürlich reicht es nicht, viel Übergewicht zu haben, um Plus-Size-Model zu werden. Im Gegenteil. Auch bei Curvy-Models gibt es klare Vorgaben und Voraussetzungen, um eine Chance im Business zu haben.

Wie wird man Curvy Model?

Genauso wenig, wie es für ein Mädchen reichen würde, über 1,78 Meter groß zu sein, um Model zu werden, ist eine Kleidergröße ab 40 (besser mehr) alleine keine Qualifikation, um in den Plus-Size-Modelolymp aufzusteigen. So ist es für die Scouts der in vielen Modelagenturen neu gegründeten Plus-Size-Units nicht einfach, geeignete Mädchen zu finden. Der Körper muss trotz höherem Gewicht wohlproportioniert sein. Eine so genannte Sanduhr-Silhouette ist vorteilhaft. Das Gesicht muss Konturen zeigen, es darf nicht einfach nur rund sein. Und ganz wichtig: gute, straffe Haut. Natürlich muss man auch als Plus Size mindestens 1,75 Meter groß sein. Ein Vorteil gegenüber den klassischen Modelkarrieren dagegen ist: Das typische Einstiegsalter liegt bei 18 bis 25 Jahren. Der Karrierestart ist also durchaus noch etwas später möglich, als für den herkömmlichen Modeltyp. Hier geht es zumeist bereits mit 16 los. Ab 21 ist es dann schon fast zu spät, um eine internationale Karriere aufzubauen.

#friday time for some #lingerie #polaroids #smile #happy #fun #lovetheskinyourein #beautybeyondsize

Ein von Angelina Kirsch (@angelina.kirsch) gepostetes Foto am

Eine der ersten international renommierten Agenturen in Deutschland, die auf Plus Size gesetzt haben, ist Place Models aus Hamburg. Place betreibt sogar eine eigene Instagram-Seite für seine Plus-Size-Sparte. Eins der Plus-Size-Models von Place ist Angelina Kirsch. Die 27-jährige Hamburgerin gehört zu den erfolgreichsten Curvy-Models Deutschlands und ist Jury-Mitglied des kommende Woche bei RTL2 startenden GNTM-Pendants für Plus-Size-Models, "Curvy Supermodel".

Die hat sich doch nur hochgefuttert

Curvy-Models haben also auch in Deutschland die breite Öffentlichkeit erreicht. Das gefällt erwartungsgemäß nicht jedem. Sophia Thomalla zum Beispiel findet "eine 90-Kilo-Frau auf einer 'Sports Illustrated' ist für mich genauso gefährlich wie jemand, der sagt: Uh, du musst jetzt 50 Kilo wiegen, um perfekt zu sein". Sie möchte damit offensichtlich ihre Angst zum Ausdruck bringen, junge Mädchen, die an Schönheitsideale aus dem TV-Programm glauben, würden sich zukünftig nicht mehr von Diät zu Diät hangeln, sondern täglich mehrfach befreit zum Fast-Food-Menu greifen, um ihre Chancen als Model zu erhöhen.

Diese Meinung von Sophia Thomalla kann man natürlich teilen. Vor allem, wenn man glaubt, dass der Film "Pretty Woman" dazu geführt hat, dass viele junge Mädchen durch das Hollywood-Märchen um Edward Lewis und Vivian Ward dazu motiviert wurden, als Berufsziel Prostituierte anzustreben, um wie Julia Roberts zu werden und einen Mann wie Richard Gere abzubekommen. Sophia Thomallas These ist also aktuell nicht widerlegbar. Genau so wenig, wie die Tatsache, dass ihre eigene Casting-Show "Pain & Fame" am selben Tag TV-Premiere feiert, wie "Curvy Supermodel". Darin sucht sie weder schmächtige noch kurvige Models, sondern Deutschlands besten Tätowierer.

Curvy versus Skinny

Vielleicht liegt es ja auch ein ganz kleines bisschen an dieser Konstellation, dass Sophia Thomalla so offensiv medienwirksam gegen "Curvy Supermodel" schießt. Zuletzt stand sie nicht unbedingt für legendäre berufliche Erfolge im Fokus der Öffentlichkeit, sondern eher für ihr privates Männer-Casting und die Frage, für welchen von mehreren möglichen Rocker-Optionen nun ihr Herz schlägt.

So oder so, Fakt ist: Curvy-Models sind mittlerweile ein weltweites Phänomen. Mädchen wie Georgia, Tess Holiday, Allexa D'Alessio, Lauren Karaman, Georgina Burke, Erica Schenk oder Candice Huffine sind für die Modeindustrie genau so relevant wie die klassischen Mädchen.

Vielleicht kommt in den kommenden Wochen noch ein weiteres Star-Curvy-Model hinzu. Ich bin gespannt, welche Talente Angelina Kirsch und ihre Jury-Kollegen bei "Curvy Supermodels" entdecken.

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie

Super Size Models Ashley Graham und Robyn Lawley
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.