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stern-Stimme Maries Modelcheck: GNTM: "Das ist hier gar nicht so leicht, wie man aussieht"

Die fünfte Woche GNTM wird intergalaktisch: Ein Victoria's-Secret-Model hilft, eine Kandidatin sorgt für die Abschaffung des Feminismus, und am Ende muss Darth Vader gehen.

Von Marie von den Benken

Germany's Next Topmodel

Heidi Klum schickte ihre GNTM-Kandidatinnen zum Fotoshooting in die Wüste

GNTM wird in diesem Jahr zwölf Jahre alt. Lothar Matthäus wird schon ganz wuschig. Greta ebenfalls. Vor Sehnsucht nach ihrem Freund vergießt sie quotenrelevant Tränen und verrät, dass sie kurz davor ist, aus Liebeskummer die Show zu verlassen. Um sie nicht durch unwichtige Ablenkungen wie der ersten großen Liebe zu verlieren, darf sie mit ihrem Lukas wenigstens skypen.

Quälend lange 60 Sekunden später wird klar: Auf einer Entertainment-Skala von 1 bis Honey ist Gretas Freund eine -3. Das findet Greta offensichtlich auch, wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und bleibt. Für die große Liebe ist ja auch noch Zeit, wenn man den Titel geholt, 100.000 Follower auf Instagram gesammelt und den einen oder anderen Baumarkt eröffnet hat. Denn eins ist klar: Egal, wie great du bist – sie ist Greta!

Honey Makes The World Go Round

Neben den Honey-Fans jubiliert diese Woche auch das Feuilleton. Hier lautet das Urteil seit Jahren: "Germany's Next Topmodel ist eine Dreckssendung". Heute macht ProSieben die Vorhersagen der tapferen Kämpfer für das entheidifizierte Aufwachsen deutscher Mädchen wahr. Die Folge startet mit einem Szenario, das die Kandidatinnen eigentlich nur aus Kommentarspalten im Internet kennen: Sie werden mit Dreck beworfen.

Für das Shooting mitten in der Wüste regnet es Staub, Wasser, Matsch und so ziemlich alles andere, was schmutzig macht. Inszeniert werden die Bilder von einem von Heidis circa 173 Lieblingsfotografen: Kristian Schuller. Der Ex-Juror und GNTM-Dauergast verspricht "Dreck und Dirt". Eine ziemliche Umstellung. Gestern hatte er noch "Schönheit und Beauty". Passend zum Motto lässt er Staubwolken und Wasserfontänen auf die spärlich bekleideten Mädchen niederprasseln. Ein Set wie ein 80er-Jahre Musikvideo.

Kurz flackert Angst auf, eine geballte Faust, eine weiße E-Gitarre und Dieter Bohlen tauchten aus dem Nebel auf, weil hier ein Modern Talking Clip gedreht wird. Als Nadine Leopold, das erste österreichische Model, das jemals für Victoria's Secret gearbeitet hat und sich mit Taylor Swift einen Ex-Freund teilt (Harry Styles), am Set auftaucht, um den Kandidatinnen letzte Tipps zu geben, ist schnell klar: Entwarnung. Hellblond und Kärntner Akzent? Eindeutig nicht Bohlens Beuteschema.

"Das Angezogene stört mich ein bisschen!"

Bei all dem Schmutz entwickeln einige Mädchen einen Putzfimmel. "Letittssia" beispielswiese findet, "Julia hat einen Ordnungsfreak". Keine Ahnung, was das ist. Vermutlich ein schlecht frisierter Groupie, der immer hinter ihr her läuft und sauber macht. Oder etwas zum Anziehen.

Apropos anziehen. Lynn findet das Konzept Kleidung überholt und würde lieber nackter sein. Erste Schnappatmung bei den netzfeministischen GNTM-Haterinnen. Lynn Petertonkoker - ein Name wie eine Indie-Band aus Wanne-Eickel. Sie, die angehende Industriekauffrau aus der sexy Weltstadt Beckum, entwickelt sich innerhalb von Sekunden zum feuchten Traum aller Feministinnen. Ihr Outfit: zu wenig sexy. Alle anderen hätten viel weniger an. Genervt pestet sie: "Ich will auch mal was von meinem Körper zeigen und nicht immer nur so angezogen sein!"

Sätze, die man sonst nur von Exhibitionisten im Park kennt. Und das zur Primetime. Ein Meilenstein auf dem Weg zum echten Model. Denn wie sagt man in der Fashion-Branche: Das Model, das am wenigsten an hat, ist immer das beste Model.

Germany's Next Topmodel

 

The Shape Of My Heart

Carina, die Anwärterin auf den Sonderpreis Germany's Next Sympathieträgerin, bekommt viel Lob und wird als einzige aus Team Michael zum Casting für das "Shape"-Cover eingeladen. Sie bleibt aber gewohnt bescheiden: "Es müssen halt alle auf einem Niveau sein. Deshalb muss ich etwas runterschrauben." Absichtlich schlechter performen, um die Schere nicht zu weit auseinander klaffen zu lassen. Story of Carinas Life.

Völlig unverständlicherweise kommt sie nicht auf das Cover. Nach einer anstrengenden Casting-Trainingseinheit nimmt "die Anna von der Shape" (ganz Modellike mit Nasenpiercing und Marylin Manson-Lippenstift) Céline aus Team Thomas statt Carina. Skandalös.

Dabei hat sie auch im Training mit Box-Weltmeisterin Christina Hammer alles gegeben. Völlig geplättet ächzt sie sogar ein "Das ist hier gar nicht so leicht, wie man aussieht" in die Kamera. Egal also, ob sie den Titel holt oder nächste Woche aussteigt, um wieder in Pariser Nachtclubs heimlich Fanvideos von US-R&B-Stars wie Usher zu machen, sie wird immer für den Spruch der Woche gut sein.

Übrigens: Die Boxweltmeisterin heißt wirklich Hammer. Kommende Woche trainieren die Kandidatinnen dann mit der Weitsprung-Weltmeisterin Petra Jump.

Wer kann so was denn Anh?

Auf den Entscheidungswalk sollen sich die Kandidatinnen mit selbstchoreografiertem Training vorbereiten. Das so genannte Team-Battle. Wieder ein Ausflug in die Absurditäten einer TV-Show. Weiter vom Model-Alltag kann man kaum entfernt sein. Wenn es nämlich eines mit Sicherheit niemals geben wird, ist es die Ansage eines Designers vor seiner Runway-Show: "Morgen seid ihr alle für mich auf dem Laufsteg, also überlegt euch mal schön, was ihr da so macht".

Tipps gibt es wieder von den Catwalk-Trainern Nikeata Thompson und Mac Folkes. Beide versuchen krampfhaft, in die sehr hochhackigen Fußstapfen ihrer Vorgänger Jorge González und Bruce Darnell zu treten. Noch haben ihre Ratschläge kein "ich habe in die Hose kaka gemacht" oder "Drama, Baby, Drama" Niveau, aber zwei Highlights möchte ich Euch nicht vorenthalten:

  • "Komm Melina, nimm deinen Bauchnabel mit!"
  • "Als Model ist man nicht der Typ, der sich immer drehen muss."

Ohne diese beiden Insider-Tipps hätten es Supermodels wie Alessandra Ambrosio oder Claudia Schiffer nicht mal auf das Cover des Husumer Wochenblattes geschafft.

Was los Digger Anh ma nimmt den Auftrag folglich sehr ernst und sogar in Kauf, dem Unmut anderer Kandidatinnen ausgesetzt zu sein. Sie verrät nämlich nicht, was ihre Trainingsgruppe einstudiert hat. Zu Recht. Ihr revolutionäres Konzept "beim Walk geradeaus laufen und nach vorne gucken" zahlt sich aus. Heidi findet, dass sie am besten gelaufen sei.

Aber gut, die Konkurrenz besteht auch nicht gerade aus Albert Einsteins des Laufstegs. Einige Walks erinnern selbst nach mehreren Wochen des intensiven Übens immer noch eher an Zombie-Szenen aus "The Walking Dead" als an Fashion Week. Einen Analogie-Gag mit aufgegessenen Hirnen und GNTM-Kandidatinnen erspare ich euch an dieser Stelle.

Laufsteg ins Nichts

Für den letzten Walk, bei dem Team Thomas gegen Team Michael antritt, laufen die Mädchen auf dem extrem unebenen Boden eines Autofriedhofs. Kurz haben wir Hoffnung, eine der Kandidatinnen kommentiert diese Location mit: "Autofriedhof? Wer lässt sich denn in einem Auto begraben?" Aber vergebens. Statt Fremdschäm-Potenzial gibt es nur subtile Wortwitze. Bei der über mehr als 30 Minuten gestreckten Entscheidung attestiert Heidi Sabine nach ihrem Auftritt in der Wüste erst mal, sie hätte (Achtung!) "das Shooting in den Sand gesetzt" und lässt sie wackeln. Genau mein Humor.

Noch weniger zu lachen hat aber Melina. Die Friseurin aus Osnabrück, die immer noch eine Stimme hat, als hätte man ihr die Stimmbänder von Darth Vader implantiert und dann gezwungen, 4000 Zigaretten zu rauchen und fünf Liter Whiskey zu trinken, erhält kein Foto.

In der letzten Werbung vor dem Teaser zu Folge sechs in der kommenden Woche zeigt die Werbeindustrie noch mal, welche Zielgruppe sie bei GNTM vor dem Fernseher vermutet und lässt eine muskulöse Fitnesstante "Ich habe 20 Kilo abgenommen und mein Leben verändert" in die Kamera säuseln. Sofort bin ich überzeugt, mein Leben auch verändern zu müssen. Ich entscheide, bis nächste Woche ebenfalls 20 Kilo abzunehmen. Erschrocken von der Stringenz meines Vorhabens fällt mir beinahe die Familientüte Chips aus der Hand.

Neben meiner Körper-Transformation erwartet uns kommende Woche noch der erste verbitterte Zickenkrieg. Neele vs. Sabine. Kann Neele die neue Nathalie Volk werden? Das wird spannend.

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie

Jury von GNTM
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.