HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

GNTM-Kolumne "Maries Modelcheck": Honey - oder wie ein Mann versucht, "Germany's Next Topmodel" zu werden

Bei "Germany's Next Topmodel" stiehlt ein Mann Heidis Mädchen die Show: Kandidatin Kims Ex-Freund Honey. Er macht einen auf Backstage-Reporter, glänzt als Selbstdarsteller und bietet jede Menge Läster-Angriffsfläche.

Von Marie von den Benken

Heidi Klum, Kim und Honey bei GNTM

Germany's Next Topmodel: Modelmama Heidi Klum mit Kim und ihrem damals-noch-Lover Honey

Danke, ProSieben! Endlich das Honey-Special bei GNTM. Der passionierte Selbstdarsteller und (zum Zeitpunkt der Aufzeichnung) Freund von Favoritin Kim heißt im richtigen Leben Alexander Keen. Wobei Keen ein Künstlername ist, der dem amtierenden Mr. Hessen eine Art internationales Flair geben soll. Das ist eine gute Idee. Verwelkter Spinat wirkt auch gleich viel glamouröser, wenn man ihn mit Wasser mixt und "Green Smoothie" draufschreibt.

Apropos verwelkt: Heidi Klum ist natürlich auch da. Und bemerkt, dass Honey weniger seiner Herzdame beistehen, sondern lediglich seine eigene Karriere pushen möchte. Shitstorm inklusive.

Honeybal ritt gerne auf Elefanten

Nicht mal Honey wird ernsthaft glauben, er könne sich oberkörperfrei mit Sonnenbrille in einer Küche stellen und das mit "es fühlt sich einfach sehr L.A. an" kommentieren, ohne dass das Netz über ihn herfällt. Vielleicht hat er irgendwo "Any Publicity is good Publicity" gelesen und würde daher für ein paar Sekunden Primetime sogar das Wahlprogramm der AfD verlesen. Nackt. Auf einem Elefanten. Während Dieter Bohlen eine Cover-Version des Wir sind Helden-Klassikers "Rüssel an Schwanz" singt.

Ein wenig scheint Honey sogar Hoffnung zu haben, selber noch "Germany's Next Topmodel" werden zu können. Dafür gibt er alles: Schult die anderen Boyfriends, zeigt als Backstage-Reporter, dass er nicht nur keine Ahnung von Frauen, sondern auch keine Ahnung von Interviews hat und macht am Set noch schnell 350 Liegestützen.

Insgesamt schafft er es, sich in wenigen Minuten so beliebt zu machen, wie Mats Hummels auf der Weihnachtsfeier der Dortmunder Ultrafanszene. Es gibt so viel Honey-Läster-Material, dass sogar Staffelzicke Jasmin vergisst, gegen Lieblingsopfer Elena C. auszuteilen.

Lover aus der Vergangenheit

In der ganzen Honey-Euphorie vergisst man fast, was die Boulevardpresse bereits vor einigen Tagen enthüllt hatte: Die potenziellen Topmodels haben ihre Boyfriends längst abgeschossen. Jasmin hat sich von ihrem seelenverwandten Fitness-Stefan getrennt. Elena C. hat Modelfreund Sam den Laufpass gegeben und sogar Kim hat nach der One-Man-Show von Honey die Reißleine gezogen.

Elena C. und Jasmin mit ihrem mittlerweile Ex-Freunden Sam und Stefan

Elena C. und Jasmin mit ihrem mittlerweile Ex-Freunden Sam und Stefan

Die Romantik der Folge ist daher eigentlich eine Konserve, bei der das Verfallsdatum bereits abgelaufen ist. So kann es gehen, wenn alle Folgen bereits Monate vorher abgedreht sind. Ein bisschen fühlt sich das an, als würde man sich die schönsten Szenen von Sandy Meyer-Wölden und Boris Becker angucken. Alles längst vorbei. Grandios ist es aber natürlich trotzdem. Ghetto-Barbie Jasmin reagiert auf Kims Lover, als würde sie sich gerne heimlich "Honey" auf das andere Handgelenk tätowieren, wenn sie ins Finale kommt. Honey & Kim dagegen sind ja quasi schon im Finale. Also, im Fremdschäm-Finale. Da wird es für sie gegen Angelina Heger & Rocco Stark sowie Oliver Pocher und Sarah Joelle Jahnel allerdings schwer.

Venus interessiert bei "Germany's Next Topmodel"

Ein bisschen richtig gearbeitet wird dann zwischendurch auch noch. Immerhin gibt es noch einen der fettesten Jobs zu vergeben: Venus. Dabei geht es um den Damenrasierer und nicht um die Erotikmesse. Die wird für die meisten Kandidatinnen erst in ein paar Jahren interessant, wenn alle Optionen wie "Dschungelcamp" und "taff" ausgereizt sind. Für das Casting bittet Gillette die Mädchen zum Unterwasser-Pole-Dancing. Wieder ein Casting, das keinerlei Bezug zum späteren Job hat. Da die Kandidatinnen sich um den Titel "Germany's Next Topmodel" bewerben und nicht um olympisches Gold im Synchronschwimmen, klappt das grazile Posieren nicht bei allen. Elena K. beispielsweise bewegt sich unter Wasser mit der Eleganz eines betrunkenen Nilpferds auf einem Cheerleader-Workshop. Übrigens: Wenn man in dem Wort "Gillette" nur zwei Buchstaben streicht und vier Buchstaben austauscht, erhält man "Seekuh". Den Job bekommt Fata. Eigentlich hatte ich mit Kim gerechnet. Niemand steht in dieser Staffel so für rasierte Haare, wie sie.

Honey hat die Haare schön

Stichwort Haare: Als echter Profi kommt Honey zum Boyfriend-Shooting am nächsten Tag ungestylt. Kurz denkt man: Dieser Pilzkopf - das ist ist doch Paul McCartney in den 60ern, aber dann macht er den Mund auf. Leider kein "I Wanna Hold Your Hand", sondern nur ein "Look At Me!". Kim und Honey shooten in einer Badewanne. Es keimt die Hoffnung auf, Honey könne vielleicht nicht schwimmen. Kann Mister Hessen und Aldi-Prospekt-Topmodel Honey aber doch und lobt danach Starfotograf Andrew Macpherson ausgiebig. Die Anweisungen wären gut gewesen. Hätten sehr geholfen. Honey ist wahrscheinlich nur etwas sauer, weil Kim irgendwie immer mit auf seinem Foto ist.

Für mich steht nach diesem sensationellen Auftritt jedenfalls fest: Honey wird das Trash-TV auf Jahre bestimmen. Erst gewinnt er das Dschungelcamp ("Was 20 Situps? Ich mache 250! Auf nur einem Bein!"). Anschließend dreht er den Blockbuster "Honey & Nanni". Und dann wird er noch der neue Bachelor. Der erste Bachelor übrigens, der im Finale die letzte Rose an sich selbst vergibt.

Lauf mal über den Tellerrand

Beim letzten Akt, dem Entscheidungs-Catwalk über einen gedeckten Tisch, ist Jasmin wieder in Ätz-Stimmung. Sie findet das Prinzessinnen-Outfit beschissen. Taynara nicht. Sie läuft so euphorisiert den Tisch auf und ab, dass sie nicht mal mitbekommt, wie sie sich ihren Fuß aufschlitzt. Sie läuft ungerührt weiter.

"Germany's Next Topmodel": Ätsch, Honey, du bist nicht im Halbfinale!
GNTM-Kandidatin Kim

Läuft für Kim: Ihren nervigen Freund Alexander "Honey" Keen hat sie in die Wüste geschickt und der Einzug ins Halbfinale ist auch gesichert.

Plusquamperfekt-Queen Heidi Klum war in der Schule nicht in allen Fächern immer die Beste gewesen, findet aber "Fatas Woche war sehr gut gewesen". Leider hat Fatas Mutter ihr eingebläut, die Füße vom Tisch zu nehmen und darum tut sie sich auf dem gedeckten Tisch-Catwalk schwer. Sie legt einen echten "Arturo Vidal" hin: Formschön sinkt sie danieder. Trotz Venus-Job schickt die Jury sie (anders als Kim, Jasmin und Elena C.) nicht direkt ins Halbfinale.

Taynara, die immer ein wenig so aussieht, als wäre sie eine weitere uneheliche Tochter von Boris Becker, komplettiert mit Elena K. und Lara das Quartett der Wackel-Kandidatinnen. Am Ende geht Elena K. und ich rufe jetzt noch kurz bei Boris Entrup an, um zu fragen, was ein Master Sculpt Duo-Kontur-Puder ist. Nächste Woche dann das Halbfinale. Ich bin bereit!

Alles Liebe, Eure Marie

Alexander Keen bei GNTM: Das sagt Honey über die Trennung von Topmodel-Kim