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Maries Modelcheck: Boyfriend-Roulette mit Sophia Thomalla

Sophia Thomalla hat mal wieder den Mann an ihrer Seite ausgetauscht. Ihr Neuer ist Torwart Loris Karius. Auf der "Traumpaar mit klarer Tendenz zum Dschungelcamp"-Skala liefern die beiden eine gute "Kim Gloss und Rocco Stark"-Performance.

Von Marie von den Benken

Loris Karius und Sophia Thomalla beim Urlaub in Miami

Loris Karius und Sophia Thomalla beim Urlaub in Miami

Was für eine Woche. Die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann ("Germany's Next Topkorrespondentin") twittert "Nazis raus" und kassiert dafür einen Shitstorm. Wäre Miranda Priestly aus "Der Teufel trägt Prada" Social Media Expertin, würde sie so kommentieren: "Nazis raus als Claim bei Twitter? Groundbreaking!" Aber damit nicht genug. Von den Wellen, die diese revolutionäre Aussage lostritt, komplett durcheuphorisiert, antwortet sie auf Rückfrage, wer für sie denn alles so ein Nazi sei: "Alle, die nicht Die Grünen wählen. "

Gut, das sollte lustig sein, eventuell auch sarkastisch oder ironisch, jedenfalls nicht ernst gemeint, aber egal, Twitter implodierte kurz danach. Der Mob ist aktiviert, denn das kann ja nun jetzt wirklich nicht sein, dass eine "linksversiffte" Angestellte der "Systemmedien" und des "Staatsfunks", bezahlt von den Steuergeldern derjenigen, die keine Nazis sein wollen, "linke Propaganda" verbreitet.

Immerhin stempelt sie damit 88 Prozent aller Deutschen zu Nazis ab. Einschließlich Horst Seehofer (obwohl), Sahra Wagenknecht oder Heiko Maas. Was folgt ist ein Filterbubble-Solidaritäts-Orkan, der gleichsam so langweilend erwartbar wie ermüdend unkreativ daher kommt. Das einzige, was dabei sicher ist, ist dass dadurch wirklich nicht ein einziger potenzieller Nazi auch nur für fünf Sekunden zum Hinterfragen seines völkischen Gedankenguts motiviert wird. Im Gegenteil. Es wird den Hetz-Trollen der AfD der Steigbügel gehalten, um bei der nächsten, möglicherweise aus dem linken Spektrum kommenden Aktion einen direkten Kausalzusammenhang zwischen einem pauschalen "Nazis raus" und seiner schwer verunglückten Spaß-Interpretation und vermeintlich linker Gewalt zu konstruieren.

Und was soll ich sagen: Der Shitstorm-Gott wählt offensichtlich AfD. Kaum 24 Stunden nach dem "Nazis raus"-Fiasko wird in Bremen der AfD-Vorsitzende Frank Magnitz von mehreren Männern erst mit einem Kerbholz krankenhausreif geschlagen und dann am Boden liegend mehrfach gegen den Kopf getreten (AfD-Version) oder von einem Mann geschubst, so dass er auf sein Gesicht fällt (wohl der aktuelle Stand der offiziellen Ermittlungen). Jedenfalls jubiliert die Kommentarspalten-Hassprediger-Bourgeoise der braunen Gauland-Höcke-Infanterie umgehend: Sehen Sie, liebes ZDF, dazu führt das nämlich, wenn diese Tante das ganze Volk beleidigt. Shitstorm gegen Shitstorm - und alle rasten aus. Ein schöner Beweis dafür, dass in Deutschland Probleme wie Altersarmut, Mietpreisexplosion, Pflegenotstand oder Klimawandel eher nebensächlich sind, wenn man sich doch auch mit ein paar zeitgeistkonformen Ideologie-Weisheiten seine paar hundert Likes abholen kann.

Boyfriend-Roulette mit Sophia Thomalla

Ich sage: Wenn schon Shitstorm, dann aber richtig! Da braucht man keine ZDF-Journalistinnen, da müssen richtige Experten ran. Sophia Thomalla etwa. Deutschlands bekanntester Tattoo-Promi hat wieder mal seinen Ruf als männermordender Vamp unterstrichen. Statt sich endlich das versprochene Konterfei von Helene Fischer auf den Körper stechen zu lassen, hat sie mal wieder den Mann an ihrer Seite ausgetauscht. Sie war in den letzten Monaten noch mit dem US-Hardrocker Andy LaPlegua verheiratet war, allerdings vorher und nachher irgendwie auch mit Rammstein-Frontmann Till Lindemann liiert. Danach sprang sie kurz zu Gwen Stefanis Ex Gavin Rossdale, mit dem sie innige Liebesbotschaften auf Instagram austauschte.

Nun tauchten Urlaubsfotos von ihr auf, die sie knutschend mit Torhüter Loris Karius zeigen. Auch er (Hashtag: Beuteschema) kein Unbekannter. Karius hat im vergangen Sommer das Endspiel der Champions League für Real Madrid entschieden. Blöd dabei lediglich, dass er seinerzeit für den FC Liverpool spielte. Nicht unbedingt ein Karriere-Turbo, was auch der weitere Verlauf seiner Karriere dokumentiert. Für Liverpool machte er anschließend kein Pflichtspiel mehr. Aktuell kümmert er sich um das Tor von Besiktas Istanbul. Und halt um Sophia Thomalla. Das Internet findet das lustig. Die beiden würden gut zusammen passen, heißt es da. Beide lassen nämlich so ziemlich alles rein. Auf der "Traumpaar mit klarer Tendenz zum Dschungelcamp"-Skala eine gute "Kim Gloss und Rocco Stark"-Performance. Wahrscheinlichkeit zur Teilnahme: In so fünf, sechs Jahren – 98 Prozent. Wenn es das Auffangbecken für D-Promis dann überhaupt noch gibt. Die Quoten der letzten Staffel zeigen ja nach langen Jahren auf der Erfolgswelle erste Anzeichen für ein langsames Dahinschmelzen der Fanbase. Quasi der Klimawandel für #IBES.

Fashion Weak ist englisch für Fischkalender

Apropos D-Promis. Montag beginnt die Fashion Week Saison traditionell mit der Berliner Modewoche, kurz MBFW. Das MB steht dabei nicht etwa für Modebewusst, sondern für Mercedes Benz. Die Fashion-Ikonen aus Stuttgart verlegen sich nach dem Diesel-Skandal mehr und mehr auf den Modebereich. Das ist schlau, man muss ja auch an die Zukunft denken. Auf der Fashion Week werde ich unter anderem für die wunderbare Designerin Anja Gockel laufen und mir vor allem die Défilés von Marina Hoermanseder, Marcel Ostertag, Sportalm und Riani ansehen. Ich werde wohl auf mehr D-Promis treffen als Carsten Maschmeyer wertlose geschlossene AWD-Immobilienfonds verkaufen kann. Es wird in den nächsten zwei Wochen also jede Menge zu berichten geben. Wer kommt bei welcher Party nicht rein? Welcher Promi hat deutlich zugenommen (außer ich)? Wer turtelt mit wem? Eben die Fragen, die Deutschland bewegen und mit denen man zur Abwechslung auch mal keinen Nazi-Shitstorm auslöst.

Sag ja zum neuen Jahr

Der Jahresbeginn 2019 bringt also kolumnenfreundlich viele Highlights für die Schönen und Reichen aus der zweiten Reihe, die einer seriösen Chronistin des wilden Treibens an der Klatschmagazine-Front wie mir formidabel in die Hände spielt. Neben der Fashion Week erwartet uns eine Placet-to-B Kreuzfahrt mit der Crème de la Crème deutscher Models und Influencer sowie der Start der 14. Staffel GNTM. Der Kalender ist also so voller Highlights, ich überlege schon, "Maries Modelcheck" zukünftig als tägliches Format zu bringen. GNTM und das Liebesleben von Sophia Thomalla sollten da locker reichen.

Stichwort Kalender: Nicht nur wir, sogar die echten Promis halten die ganz großen Highlights stets bis zum Jahresanfang zurück. Ronja von Rönne etwa, die Star-Autorin unserer Generation. Sie hat sich diese Woche einen Kalender mit nackten Frauen bestellt, die Fische halten. Mal unabhängig davon, dass das natürlich meinem Verständnis von tierfreundlichem Lebenswandel signifikant widerspricht, schuldet von Rönne mir noch eine Palette Veggi-Burger, die wir stilecht im Porsche vom McDrive holen. Ich hoffe, sie fährt demnächst endlich vor. Bis dahin kann sie dann auch die Namen der Porno-Darstellerinnen auswendig lernen, die in ihrem neuen Lieblingskalender Karpfen in die Kamera halten. Mit Porno-Darstellerinnen hat sie es nämlich nicht so. Damit ist sie aber nicht alleine. Der medizinische Fachbegriff für diese Mangelerscheinung lautet Little-Caprice-Syndrom.

Klum As You Are

Neben diesen schlechten Nachrichten für Fisch-Liebhaber und Porno-Sternchen gibt es aber auch gutes zu berichten. Ich werde in der kommenden Staffel GNTM vermutlich als Gastjurorin auftreten. Danach sieht es jedenfalls laut dieser offiziellen Vertragsverhandlung eindeutig aus. Das wird übrigens auch Porno-Verweigerin von Rönne erfreuen. Bevor sie zur Stimme der Millennials wurde, arbeitete sie nämlich ebenfalls als Model. Sie selber beschreibt diese Phase zwar als "kurz, schrecklich und wenig erfolgreich" (obwohl sie gar nicht bei GNTM dabei war), was aber irrelevant ist. Selbst wenn sie wirklich kein richtiges Model sein sollte – egal. Ich bin ja auch keine richtige Autorin und trotzdem gelten sie und ich gleichsam als Model und Autorin. Okay, sie hat bereits mehrere erfolgreiche Bücher veröffentlicht und ungefähr 800 Preise gewonnen, dafür war ich aber schon mal im selben Raum mit Karl Lagerfeld und Kaia Gerber. Gleichzeitig. Ich bin damit quasi für die Autorenszene das, was Ronja von Rönne für das Modelbusiness ist. In diesem Sinne: Bis nächste Woche auf der Fashion Week und Nazis raus!

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie