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stern-Stimme Maries Modelcheck: Michael Michalsky - so bringt er GNTM-Siegerin Kim ganz groß raus

Michael Michalsky war der Mentor von "Germany's Next Topmodel" Kim Hnizdo und holt die 20-Jährige nun zur Fashion Week nach Berlin. Im Interview spricht der 49-Jährige über GNTM, die Models für seine Show und warum er ohne den stern gar kein Designer geworden wäre.

GNTM Siegerin Kim Hnizdo

Kim Hnizdo ist "Germany's Next Topmodel" 2016

Es ist viel zu tun für Designer und GNTM-Juror Michael Michalsky in diesen Tagen. Nächste Woche startet die Berlin Fashion Week. Während der Modewoche in der Hauptstadt wird er nicht nur seine neue Kollektion vorstellen, sondern auch ein rundes Jubiläum feiern: zehn Jahre Michalsky. Aus diesem Anlass lädt der Designer zur "StyleNite" in der Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt.

Herr Michalsky, welche GNTM-Kandidatin werden wir auf dem Laufsteg Ihrer Show sehen?

Ich möchte noch nicht zu viel verraten. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Kim oder auch andere Teilnehmerinnen der Staffel, von denen ich überzeugt bin, im Rahmen der Berlin Fashion Week zu sehen sein werden.

Casten Sie die Models für die Show selbst?

Natürlich. Eine Woche vor Show veranstalte ich ein großes Casting und gucke mir jedes Model persönlich an. Nur so kann ich sehen, ob ein Model den Raum mit seiner oder ihrer Ausstrahlung erfüllt und meine Kollektionsaussage transportieren kann. Meine Looks sollen mit Leben erfüllt werden, nur so ist die Inszenierung perfekt. Das hat für mich, neben den entsprechenden Maßen und Grundvoraussetzungen, absolute Priorität. Alter, Herkunft oder Geschlecht spielen da keine Rolle.

Welcher Typ Model steht für die neue Kollektion?

Da ich ein großer Verfechter von Individualität bin, habe ich kein festgelegtes Muster oder einen bestimmten Typ, den ich bevorzuge. Für meine Shows buche ich nie ein einheitliches Cast - das wird auch dieses Mal so sein. Neben den Grundvoraussetzungen wie entsprechende Maße, Lauftechnik und gepflegte Haut und Haare, ist mir vor allem die Ausstrahlung und innere Schönheit des Models wichtig. Das "gewisse Etwas" steht an erster Stelle, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Norm.

Was würden Sie einem jungen Mädchen mit auf den Weg geben, das den Traum hat, ein erfolgreiches High-Fashion-Model zu werden?

Der Modelberuf ist sehr hart und alles andere als ein "easy Job". Um hier erfolgreich zu sein erfordert es viel Disziplin, Zielstrebigkeit und eine gute Portion Mut. Neben den technischen Fertigkeiten, die ein High-Fashion-Model braucht, ist ein gesundes Selbstvertrauen essentiell. Ausstrahlung und innere Schönheit sind sehr wichtig, um in diesem Beruf erfolgreich zu arbeiten.

Kann Mode das Leben eines Menschen verändern?

Komplett verändern würde ich nicht sagen, aber beeinflussen definitiv. Mode hat Macht! Nicht umsonst gibt es das Sprichwort "Kleider machen Leute". Natürlich gibt es hierzu auch Anti-Thesen, aber Mode spiegelt den Charakter, die Lebenseinstellung und den persönlichen Geschmack nach außen wieder. Je nach Anlass kleidet man sich entsprechend casual, classy oder elegant. Mode - wenn man sie richtig einsetzt - unterstreicht die Vorzüge der Trägerin und lässt durch raffinierte Schnitte und bestimmte Materialien sogenannte "Problemzonen" verschwinden.

Wenn Sie nur ein einziges Stück aus der neuen Kollektion zeigen dürften, welches wäre das?

So etwas dürfen Sie einen Designer nicht fragen. Für ein einziges Stück aus meiner Kollektion könnte ich mich niemals entscheiden. Zum Glück muss ich das auch nicht. Jeder Look ist mein Lieblingslook, Teil des großen Ganzen und komplettiert die Kollektionsaussage.

Gab es in Ihrem Leben einen bestimmten Moment, in dem Sie sich entschlossen haben, Designer zu werden?

Karl Lagerfeld hat mich dazu inspiriert, Designer zu werden. Als ich 14 war, habe ich eine lange Reportage über ihn im stern gelesen. Zu der Zeit arbeitete er als Chefdesigner bei Chloé. Es wurde dokumentiert, wie er arbeitet. Das war der Augenblick, in dem mir klar wurde: Was Karl Lagerfeld macht, das möchte ich später auch mal machen. Von diesem Moment an, als ich entschied, Designer zu werden, habe ich die Tage bis zu meinem Abitur gezählt. Ich wollte nur noch weg aus Bad Oldesloe und habe mir geschworen, nie wieder zurückzukehren.

Wenn Sie nicht Designer geworden wären, welchen Beruf hätten Sie dann ergriffen?

Dann wäre ich heute wahrscheinlich Architekt. Ich hatte sogar schon einen Studienplatz - als Backup-Plan sozusagen. Interieur-Design und Gebäude interessieren mich bis heute sehr. Zum Glück gibt es immer mal wieder Aufträge aus diesen Bereichen, die mir sehr viel Freude machen. Übergeordnet gehört meine große Liebe aber natürlich der Mode.