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stern-Stimme Maries Modelcheck: Von "Blurred Lines" bis "Yoncé": Die heißesten Modelauftritte in Musikclips

Vom Laufsteg auf die Leinwand: Die beste Brücke nach Hollywood ist für Topmodels offensichtlich das Musikvideo. Zehn verblüffende Auftritte von Models, für die ein Musikvideo ein Wendepunkt der Karriere war.

Von Marie von den Benken

Blurred Lines

Model Emily Ratajkowski im Video zum Song "Blurred Lines" von Robin Thicke und Pharrell

Das Haltbarkeitsdatum einer Modelkarriere ist endlich. Es gilt bereits als Ausnahme, wenn man mit über 30 noch erfolgreich ist. Natürlich gibt es Ausnahmen. Miranda Kerr oder Doutzen Kroes. Allerdings reden wir hier von Topmodels. Auf je eine Gisele Bündchen oder Alessandra Ambrosio, kommen aber etwa 100.000 Mädchen, deren Karrieren nach dem Dreißigsten eine Erfolgskurve wie der HSV hinlegen. Klar, bei den millionenschweren Stars der Branche hat das damit zu tun, zwischenzeitlich finanziell ausgesorgt und Familien gegründet zu haben.

Wie aber zahlt ein normalsterbliches Model später seine Rechnungen? Eine Variante ist, frühzeitig einen reichen Mann zu suchen und sich in die Sicherheit der materiellen Versorgung einzuheiraten. Viele Mädchen streben aber nach einer eigenen Karriere. Oft als Designer, Stylist, Fotograf oder - ganz neu - Influencer. Verstärkt versuchen junge Models aber auch, Schauspielerin zu werden. Das hat zwar immer etwas von Bushido, der sich durch einen Kinofilm über sich selber dilletantiert oder Oli P., dem GZSZ nicht genug war und der darum der Welt Deutschrapsongs schenken musste, ist jedoch oftmals von Erfolg gekrönt.

Jetzt mal Ryan statistisch betrachtet

Schönheit ist vergänglich. Die Kombination, gleichzeitig ein sehr guter Schauspieler und ein sehr guter Sänger zu sein, ist selten. Außer natürlich bei Ryan Gosling. Von ihm wissen wir spätestens seit "La La Land", dass er nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern auch ein talentierter Sänger ist. Und Pianist. Und Tänzer. Und ... aber egal. Ein Model dagegen ist in seinem Alltag von einem Schauspieler viel weniger entfernt als beispielsweise Willi Herren von Placido Domingo. Man schlüpft täglich in neue Rollen. Man stellt seine eigene Persönlichkeit in der Ecke ab und ist für einen Tag am Set jemand anderes. Der Vamp, die Muse, die Königin, die Geliebte - oder, wenn es nach GNTM geht (Hurra! Nächste Woche geht es wieder los!), auch mal die Braut, die am Traualtar erstmals ihrem "Ugly Model"-Ehemann begegnet. "Ugly Model" ist übrigens tatsächlich ein offizieller Begriff unserer Branche und nicht etwa eine Bezeichnung, die sich der Boulevard während der letzten Staffel Dschungelcamp für Kader Loth ausgedacht hat. Man ist eben die, die Kunde und Fotograf erwarten. Wie ein Schauspieler schlüpft man in den Körper einer fremden Figur. Modeling und Schauspielerei sind letztendlich beides Formen des Darstellens.

Catwalk Of Fame

Natürlich schafft es nicht jedes Model, direkt im Anschluss an ein paar Unterwäsche-Shootings in Hollywood-Blockbustern unterzukommen wie es zuletzt Cara Delevingne gelungen ist. Ein gutes Trainingslager sind daher Musikvideos. Mini-Spielfilme. Eine Win-Win-Situation. Künstler oder Band bekommen ein bekanntes Gesicht, das Model kann sich langsam für die große Bühne warmspielen. Plus: Während Hollywood-Stars oftmals immense Gagen für winzige Auftritte in Musikvideos aufrufen, sind Models günstig zu haben. Sogar aus der Kategorie Supermodel. Immerhin ist ein Auftritt in einem Musikvideo ihr Einstieg in den Bereich Schauspiel.

Hier meine Top 10 der Modelauftritte in Musik-Videos:

1. Legendär: Die (zumindest in der unzensierten Version) weitestgehend nackte Emily Ratajkowski in "Blurred Lines" von Robin Thicke und Pharrell. Nach ihrem Freischwinger-Auftritt stieg sie übrigens tatsächlich die Karriereleiter im Filmbusiness hoch und spielte in Filmen wie "Gone Girl", "Entourage" oder "We Are Your Friends".

2. Der Klassiker: Das dänische Supermodel Helena Christensen in Chris Isaacs Schmachtfetzen "Wicked Games".

3. Die Coolen: In "Number One" von Pharrell und Kanye West baggern die beiden Casanova-Rapper gleich drei Topmodels an: Selita Ebanks, Miranda Kerr und Rosie Huntington-Whiteley. Zumindest für Rosie das Sprungbrett. Sie spielte unter anderem in "Transformers III" und "Mad Max: Fury Road".

4. Die Beachgirls: Und noch mal Miranda Kerr. Zusammen mit ihrer Topmodel-Kollegin Jessica Hart räkelt sie sich in "Everything To Me" von Tamarama zumeist sehr leicht bekleidet durch einen romantischen Pärchensommer am Strand.

5. Sexy: Maroon-5-Sänger Adam Levine und seine damalige Freundin, das Topmodel Anne Vyalitsyna, turteln in "Never Gonna Leave This Bed" in einem (wer hätte es gedacht) Bett und lassen sich darin durch Los Angeles fahren. Das öffentliche Kuscheln kam gut an. Anne schaffte es zumindest in die TV-Serie "The Face".

6. Martial-Arts-Homerun: Die meisten Topmodels in nur einem Musikvideo finden sich nicht etwa in George Michaels "Freedom! 90", sondern in Taylor Swifts "Bad Blood". Hier üben sich Gigi Hadid, Martha Hunt, Cara Delevigne, Lily Aldridge, Karlie Kloss und Cindy Crawford im Nahkampf gegen die Schauspielerinnen und Sängerinnen Selena Gomez, Jessica Alba, Hailee Steinfeld, Ellie Goulding, Ellen Pompeo und Lena Dunham. Eine höhere Stardichte gab es zuletzt nur bei Protestkundgebungen gegen Donald Trump.

7. Plus-Size-Overdose: In Lady Antebellums "Bartender" trifft sich Topmodel Kate Upton mit ihren BFFs in einer Bar. Von dort aus ging es dann tatsächlich ziemlich direkt in die großen Kinosäle. Kate spielt eine Hauptrolle in der Erfolgskomödie "The Other Woman", die in Deutschland den verhältnismäßig bescheuerten Namen "Die Schadenfreundinnen" trägt.

8. Queen B: In Beyoncés "Yoncé" verwandeln die Topmodels Chanel Iman, Jourdan Dunn und Joan Smalls eine ursprünglich eher langweilige Wand in einen Hip-Hop-Sündenpfuhl. Chanel Iman hat es mit "Mad Families" und "Dope" danach auch in die Kinocharts geschafft.


9. Moss das sein: Natürlich darf sie nicht fehlen. Zahllose Auftritte in Musikvideos hat die einzige echte Kate in London mittlerweile hinter sich: Kate Moss. Am meisten im Gedächtnis zumindest der männlichen Musikfans ist vermutlich ihr Poledance-Auftritt für die White Stripes in "I Just Don't Know What To Do With Myself".

10. Der Romantiker: In "Daughters", John Meyers Flehgesang an Väter, ihren Töchtern so viel Liebe wie möglich zu schenken, singt Gemma Ward lasziv den Text mit. Auch Gemma konnte sich so erste Schritte nach Hollywood erschauspielern, wo sie bei "Fluch der Karibik" oder "Der große Gatsby" dabei war.

Wie man sieht, fanden offensichtlich einige verblüffende Karrierewege in Auftritten in Musikvideos ihren Ursprung. Hätten Sie gewusst, in wie vielen Blockbustern alleine die Models aus diesen zehn Videos dabei waren? Womöglich ein neuer Trend? Ich bleibe dran!

Bis dahin: Alles Liebe, Eure Marie