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Pitt und Jolie mit eigenem Rosé: "Brangelina" gehen unter die Winzer

"Brangelina" und die Winzerfamilie Perrin machen gemeinsame Sache: 150.000 Flaschen Rosé wurden auf ihrem eigenen Weingut produziert - und das ist erst der Anfang.

Ein Hauch von Hollywood weht nach dem Entkorken der Rosé-Flasche durch den Raum - zumindest kann sich das der Weintrinker einbilden, wenn er sich ein Glas "Miraval Côtes de Provence" einschenkt. Denn niemand Geringeres als das Hollywood-Traumpaar Angelina Jolie und Brad Pitt zeichnet für den Rosé verantwortlich, der im März in den Handel kommt. Die Schauspieler besitzen schon seit Jahren ein Weingut in Südfrankreich, jetzt bringen sie erstmals einen eigenen Tropfen auf den Markt. Promis, die eigenen Wein produzieren - in Frankreich hat das schon Tradition.

Für ihren Rosé haben sich "Brangelina" mit der bekannten französischen Winzerfamilie Perrin zusammengetan - "Abgefüllt von Jolie-Pitt & Perrin" steht auf den Flaschen. Die US-Stars würden dem Wein aber "nicht nur ihren Namen geben", versichert ihr Geschäftspartner Marc Perrin: "Sie wollen stolz auf den Wein sein, der auf ihrem Anwesen produziert wird. Sie wollen wirklich Exzellenz."

Jolie und Pitt erstanden 2008 für rund 40 Millionen Euro das aus dem 17. Jahrhundert stammende Schloss Miraval nahe der Stadt Brignoles in der südfranzösischen Provence, seitdem verbringen sie dort mit ihren Kindern immer wieder den Sommer. Zu dem Anwesen gehören 500 Hektar Land, auf rund 50 Hektar wird Wein angebaut. Ob die Hollywood-Stars bei der Weinernte aber selber mit anpacken und später die Flaschen abfüllen, darf bezweifelt werden.

Trauben wandern nicht durch Pitts Hände

"Die meisten Stars legen nur selten Hand an, weil ihnen die technische Kompetenz und die Zeit fehlen - die meisten von ihnen leben nicht einmal auf dem Weingut", schreibt das Weinliebhaber-Portal mesvignes.com. "Während einige also nur ihr Image verkaufen, gibt es andere, die vollkommen in das Geschäft eintauchen."

Zu letzteren zählt sicherlich der französische Schauspielstar Gérard Depardieu, ein großer Weinliebhaber, der Güter unter anderem in den Weinbauregionen Bordelais, Anjou und Languedoc besitzt. Der 64-Jährige, der seiner Heimat wegen der hohen Steuern den Rücken kehren will und inzwischen einen russischen Pass besitzt, hat aber nicht nur aus Leidenschaft in Wein investiert: Weingüter sind auch eine gute Geldanlage.

Nicht nur Schauspieler, auch Großverdiener aus der Welt des Sports gönnen sich in Frankreich Weingüter. Der britische Fußballstar David Beckham besitzt ein Weingut in Südfrankreich - da trifft es sich gut, dass der 37-Jährige kürzlich zum französischen Hauptstadtclub Paris St. Germain (PSG) gewechselt ist. Der mehrfache Formel-1-Champion Michael Schumacher kaufte bereits Ende der 90er Jahre ein Weingut in Saint-Raphaël an der Côte d'Azur. Laut einem Medienbericht hat er die 15 Hektar inzwischen aber wieder verkauft, weil er keine Genehmigung für den Bau eines Gewölbes zum Lagern des Weines erhielt.

Der Rosé ist erst der Anfang

Dass Stars sich Weingüter zulegen, ist übrigens kein auf Frankreich beschränktes Phänomen. Der Sänger Sting etwa produziert auf seinem Weingut in der italienischen Toscana den Chianti "Il Serrestori". Popdiva Madonna besitzt zusammen mit ihrem Vater ein Weingut im US-Bundesstaat Michigan, Regie-Legende Francis Ford Coppola nennt schon seit 1975 ein Weingut in Kalifornien sein Eigen. Und der spanische Schauspieler Antonio Banderas hat sich im Norden seines Heimatlandes Rebstöcke gekauft.

Angelina Jolie und Brad Pitt wollen nun von ihrem Rosé "Miraval Côtes de Provence" 150.000 Flaschen verkaufen. Kosten soll eine Flasche rund 15 Euro, geliefert wird an "gute Weinhändler und gute Restaurants", wie Geschäftspartner Perrin sagt. Beim Rosé allein soll es aber nicht bleiben: "Brangelina" wollen künftig auch Rot- und Weißwein anbieten.

Von Caroline Taix und Jean-François Guyot, AFP / AFP