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Plädoyer der Verteidigung: Weinstein-Prozess: Seine Anwältin macht Druck auf Jury

Harvey Weinstein könnte in seinem Vergewaltigungsprozess, einem Meilenstein der MeToo-Bewegung, zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Seine Anwältin sät in ihrem Plädoyer Zweifel an den Zeugen: Ihr Mandant sei komplett unschuldig.

Weinstein-Prozess

Harvey Weinstein (Mitte l) in Begleitung seiner Anwältin Donna Rotunno. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Im Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein hat die Chefanwältin des ehemaligen Hollywood-Moguls die Vorwürfe gegen ihren Mandanten scharf zurückgewiesen. 

«Er war unschuldig, als er hier in das Verfahren kam, er war unschuldig, als jeder Zeuge ausgesagt hat, und er ist jetzt gerade unschuldig», sagte die Weinstein-Verteidigerin Donna Rotunno am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Obersten Gericht in New York.

Gleichzeitig betonte sie vor den Geschworenen, wie wichtig es sei, dass Weinstein mit den gleichen Maßstäben wie alle anderen Angeklagten behandelt werde: «Historisch gesehen sind Sie die letzte Verteidigungslinie dieses Landes.». Die Darstellung der Anklage, dass die mutmaßlichen Opfer keine Verantwortung trügen, wenn sie mit Weinstein auf ein Hotelzimmer gegangen seien oder sich von ihm hatten Flüge buchen lassen, sei nicht schlüssig, so Rotunno weiter.

Die Verteidigerin zeigte E-Mails und erinnerte an Aussagen von Zeugen, die ihrer Darstellung zufolge belegen, dass die Frauen von Weinstein profitiert und auch nach den mutmaßlichen Sexualverbrechen noch ein gutes Verhältnis zu dem Multimillionär gehabt hätten. 

In den vergangenen drei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft versucht, mithilfe von sechs Zeuginnen ein Muster Weinsteins offenzulegen - das eines Mannes, der seine Macht in der Filmindustrie systematisch ausnutzte, um sich junge Frauen gefügig zu machen. Weinstein sei ein Mann, der den Frauen für Sex Karrierehilfe versprochen und sie bei einem Nein zum Geschlechtsverkehr gezwungen und vergewaltigt habe. Der 67-Jährige streitet das ab und spricht davon, dass jeglicher sexueller Kontakt einvernehmlich gewesen sei. Weinsteins Anwälte hatten versucht, Zweifel an den Zeuginnen zu säen. 

Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen. In dem Prozess geht es im Kern jedoch nur um zwei Fälle: Weinstein wird vorgeworfen, 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen zu haben, eine andere Frau soll er 2013 vergewaltigt haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Der Prozess gilt als Meilenstein der MeToo-Ära, die von dem Fall ausgelöst wurde.

Am Freitag ist die Anklage mit ihrem Plädoyer an der Reihe. Ab Dienstag nächster Woche sollen sich die zwölf Geschworenen dann auf unbestimmte Zeit zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden.

dpa