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Karneval: Weiberfastnacht läutet die tollen Tage ein - heute regieren die Närrinnen

In den deutschen Karnevalshochburgen geht es in die Hochphase der närrischen Zeit. Zu Weiberfastnacht regieren die Jeckinnen. Sie stürmen Rathäuser und schneiden Schlipse ab und Schuhbänder durch.

Weiberfastnacht

Weiberfastnacht in Köln - erkennen Sie, wer mogelt? (Archivbild)

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Auftakt zum närrischen Treiben: Mit Weiberfastnacht beginnen am Donnerstag die tollen Tage. Bis Aschermittwoch geht der Karneval. Vielerorts übernehmen am Donnerstag nun die Frauen (kurzzeitig) die Macht in den Rathäusern, fordern Stadtschlüssel ein und schneiden Krawatten ab und Schuhbänder durch. In den kommenden Tagen geht es munter weiter. In den Karnevalshochburgen herrscht dann Ausnahmezustand.

Das Wetter wird bei all dem nicht mehr so schön wie in den vergangenen Tagen. Zunächst scheine im Rheinland noch die Sonne, dann dürften Wolken aufziehen, erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Weiberfastnacht ist an Karneval erste Herausforderung für Polizei

Insbesondere in Köln, wo an Weiberfastnacht viele hunderttausend Besucher erwartet werden, ist der Tag auch eine große Herausforderung für die Polizei. Mehr als 1000 Polizisten werden dort eingesetzt.

In Baden-Württemberg ist der Donnerstag vor Rosenmontag nicht als Weiberfastnacht, sondern als "Schmotziger Dunschtig" bekannt. Doch bereits am Mittwoch hatten die Narren das Neue Schloss in Stuttgart gestürmt und den grünen baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann symbolisch aus dem Amt gedrängt. "Ich geb' das Zepter aus der Hand. Regiert Ihr Narren jetzt im Land", rief der Landesvater.

Der Brauch der Weiberfastnacht, an dem den Frauen für einen Tag das Regiment überlassen wird, geht bis ins Mittelalter zurück. 

Erste Karnevalstouristen treffen an Weiberfastnacht ein

Die ersten fantasievoll verkleideten Karnevalstouristen sind am Donnerstagmorgen in Köln eingetroffen. Insgesamt rechnet die Stadt an Weiberfastnacht mit mehreren hunderttausend Besuchern. Auch musizierende Gardisten in Uniform bestimmten das Bild auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Stimmung war friedlich, die Polizei hielt sich im Hintergrund.

"Wir haben uns extra Urlaub genommen", sagte die als rot-schwarzer Teufel verkleidete Hanni, die mit zwei Freundinnen  nach Mainz gekommen ist. "Die Arbeit läuft uns nicht weg, und wir wollen es bis in die Nacht mal richtig krachen lassen." 

In Düsseldorf waren am Morgen ebenfalls schon viele Kostümierte unterwegs. Auch beispielsweise beim Bäcker oder am Zeitungskiosk treffen die Kunden auf gut gelaunte Karnevalisten. Viele Angestellte, die nicht frei haben, arbeiten heute liebevoll geschminkt in bunten Kostümen.

Weiberfastnacht -  Herabwürdigung oder "höchster Feiertag"? 

Darf man eigentlich noch "Weiberfastnacht" sagen - wo "Weiber" heute doch ein herabwürdigender Begriff ist? Für das Festkomitee Kölner Karneval ist die Sache klar: "Weiberfastnacht oder auch Wieverfastelovend ist im Karneval der Tag, an dem die Frauen seit Jahrhunderten die Macht übernehmen", sagt Sprecherin Tanja Holthaus. "Man könnte also fast sagen: Weiberfastnacht ist für uns Frauen hier in Köln der höchste Feiertag." 

Deshalb sei auch noch niemand auf die Idee gekommen, sich über den traditionsreichen Begriff zu beschweren. Zwischen Köln und Düsseldorf - wo man von "Altweiber" spricht - herrscht in dieser Sache völlige Übereinstimmung. Hans-Peter Suchand, Pressesprecher beim Comitee Düsseldorfer Carneval: "Das ist ein Begriff, der nur einen Tag gilt." Danach hießen Frauen wieder Frauen.

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rös / dpa