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"Bird Box": Diese Filmszene will Netflix nun nachträglich herausschneiden

Vor rund drei Monaten veröffentlichte Netflix "Bird Box". Seitdem steht der Film wegen einer Szene massiv in der Kritik. Erst jetzt sollen die Macher offenbar reagiert haben.

Der Netflix-Film "Bird Box"

Im Dezember des vergangenen Jahres veröffentlichte Netflix den Film "Bird Box" mit Sandra Bullock in der Hauptrolle

Picture Alliance

Im vergangenen Dezember veröffentlichte Netflix den Film "Bird Box". Ein Thriller basierend auf dem Buch von Josh Malerman, in dem eine unbekannte Macht die Bevölkerung reihenweise in den Selbstmord treibt. Für den Streamingdienst war es ein voller Erfolg. Mehr als 45 Millionen Accounts sollen sich den Film mit Sandra Bullock in den ersten sieben Tagen angeschaut haben, wie das US-Unternehmen via Twitter bekanntgab. Dennoch steht "Bird Box" seit seiner Veröffentlichung in der Kritik – und zwar wegen einer Szene, die nun offenbar durch neues Material ersetzt werden soll.

Es geht um eine kurze Sequenz zu Beginn des Filmes. Darin schaltet Malorie, der Hauptcharakter gespielt von Sandra Bullock, den Fernseher ein. Zu sehen ist darin eine Explosion eines Zuges. Das Problem: Dieser Ausschnitt ist nicht fiktiv, sondern in Wirklichkeit passiert. Die Macher wollten die postapokalyptische Welt glaubhafter darstellen und griffen deshalb auf reales Archivmaterial zurück.

"Bird Box": Netflix zeigt späte Einsicht

Die Bilder zeigen ein Zugunglück im kanadischen Lac-Mégantic. 2013 entgleiste dort ein Tankzug, wobei über 30 Gebäude zerstört wurden und 47 Menschen ums Leben kamen. Aus diesem Grund forderten Politiker kurz nach der Veröffentlichung, den Film abzuändern. Schließlich würden die Szenen schmerzhafte Erinnerungen zurückbringen.

Netflix entschuldigte sich zwar daraufhin, wollte "Bird Box" allerdings nicht zensieren. Doch nun wird die Szene offenbar doch gelöscht, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber "Variety" bestätigte: "Netflix und die Filmemacher von 'Bird Box' haben beschlossen, den Clip zu ersetzen." Man entschuldige sich zudem für den möglichen Schmerz, den man durch die Verwendung des Materials der Gemeinde von Lac-Mégantic zugefügt habe. Die Bürgermeisterin von Lac-Mégantic, Julie Morin, zeigte sich versöhnlich. In einem Interview sagte sie: "Ja, es dauerte eine Weile. Aber mir ist wichtiger, dass wir nun eine Lösung erzielt haben." Wie heißt es so schön: Lieber spät als nie.

Sehen Sie hier den Trailer zum Streaming-Hit "Bird Box"

"Bird Box": So (lustig) sehen die nicht gezeigten Kreaturen aus

Quellen: Infotel / Variety

rpw
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