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"Late Night Berlin": Gefährlich, aber lustig: Klaas fährt Koks-Taxi und verkauft echtes Obst statt Drogen

Ein sogenanntes Koks-Taxi kann man anrufen, wenn man Drogen haben will. Getarnt sind sie oft als Obstlieferant. Klaas Heufer-Umlauf hat es in seiner Show "Late Night Berlin" aber wörtlich genommen und in seinem Taxi wirklich Obst verkauft. Seine Kunden waren gar nicht begeistert ...

Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt waren in ihren Shows immer bekannt dafür, dass sie gerne mal Grenzen überschreiten – vor allem, wenn es darum ging, sich gegenseitig oder andere Leute zu verarschen. Aber auch solo hat Klaas in seiner Show "Late Night Berlin" keine Scheu davor, für einen guten Prank ein paar Leute gegen sich aufzubringen – auch wenn es sich dabei um Drogenkonsumenten handelt. 

In Großstädten wie Berlin werden sogenannte Koks-Taxis immer beliebter. In Clubs werden Visitenkarten verteilt, die auf den ersten Blick suggerieren, für einen Obst-Lieferservice zu werben. Darauf steht meistens eine Handynummer, ein paar Äpfel und Orangen sind drumherum drapiert. Obst ist in der Szene nämlich ein Synonym für Koks. Solche Karten verteilt auch das Team von Klaas und wartet anschließend auf die ersten Kunden.

Obst statt Drogen: Klaas spielt Koks-Taxi

Wenn man vor oder nach dem Clubbesuch Lust auf Drogen hat, schreibt man der Nummer eine Nachricht und bestellt das Koks-Taxi für "eine Fahrt". Es dauert nicht lange, da bekommt Klaas auch schon die erste Nachricht von einem Interessenten. Mit einem schicken Auto und einem Kofferraum voll mit frischen Früchten holt er ihn ab.

Nach einem kurzen Smalltalk geht's dann zur Sache: "Was kann ich für dich tun?", fragt Klaas. "Hast du einmal für mich?", antwortet der junge Mann. "Ich hab alles was du willst. Ich hab heute sehr besonders – haben wir nicht so oft – Physalis", sagt Klaas und reicht dem Kunden eine Tüte mit den Früchten. 

"Einen Fuffi" will Klaas dafür. Der Kunde muss lachen. "Steht doch drauf: Obst", sagt Klaas. "Ich hatte etwas anderes erwartet", bekommt er als Antwort. Daraufhin bietet Klaas ihm noch etwas anderes an, von der Rückbank reicht ihm der Redakteur eine "Babyananas". Spätestens da muss man heftig lachen. Es ist so absurd, dass der Mann auf dem Beifahrersitz immer noch hofft, irgendwie an ein bisschen Stoff ranzukommen, obwohl er offensichtlich verarscht wird. Ob Klaas auch etwas für einen Fuffi habe, fragt er – und bekommt zu der winzigen Ananas und den Physalis noch ein paar Bananen. "Ich hätte lieber was zum ziehen", sagt er. "Das ist 'ne Banane, zieh da dran", erwidert Klaas trocken. Langsam dämmert dem Typen auf dem Beifahrersitz, dass es sich hier nicht wirklich um ein Koks-Taxi handelt. Er will an der nächsten Ecke rausgelassen werden. 

Beim zweiten Kunden wird es ernst

So lustig wie beim ersten Kunden wird es beim zweiten allerdings nicht. Der Redakteur auf der Rückbank hat schon Angst, bevor er überhaupt eingestiegen ist. "Bitte, bitte, fahr noch einmal eine Runde", bettelt er. "Der ist doppelt so breit wie wir." Klaas ist das egal, er lässt ihn trotzdem rein. "Bruder, was für eine geile Karre!", lautet der erste Satz des Kunden. So lässig geht es aber nicht weiter. Als der Typ merkt, dass es in diesem Taxi kein Koks, sondern nur Obst gibt, wird er aggressiv. "Was bist du denn für einer? Willst du mich jetzt verarschen oder was? Glaub mir, wenn mein Freund hier sitzen würde, der würde das hier nicht so durchlassen!", droht er und will rausgelassen werden. Kurz hat man Angst, dass Klaas und sein Kollege gleich verprügelt werden. Zum Abschied gibt es vom enttäuschten Kunden ein "Dreckiger H*rensohn!" 

Kunde Nummer drei ist da wesentlich entspannter: ein Tourist aus dem US-Bundesstaat Ohio. Der versteht in Klaas' Taxi die Welt nicht mehr. Er macht die Orange, die er bekommt, auf, um zu sehen, ob die Drogen im Inneren der Frucht sind. Was auffällt: Immer wenn Klaas fragt, was die Leute haben wollen, fallen die Antworten sehr schwammig aus. "Das Beste, was du hast", will der Amerikaner. Das Wort Koks nimmt im ganzen Beitrag keiner der vermeintlichen Kunden in den Mund.

"Ich glaube, es gibt hier ein Missverständnis. Kannst du mir sagen, wo ich etwas anderes als Obst bekomme?", fragt er. "Meinst du Drogen?", entgegnet Klaas. Seine Antwort: "Ja." Klaas: "Ich weiß nicht, wie das in Ohio ist, aber in Deutschland sind Drogen illegal." Daraufhin will der Touri ganz schnell das Auto verlassen. Die geöffnete Orange muss er trotzdem bezahlen. Zwei Euro. "Hier ist das einfach anders als bei uns in Ohio, sorry", sagt der Kunde noch, bevor er aussteigt.

"Nehmt keine Drogen! Esst mehr Obst!"

"Der kommt nie wieder nach Deutschland", lacht der Redakteur von hinten. "Der ruft nie wieder ein Koks-Taxi an", sagt Klaas. "Das ist gut." Im Abspann dieses sehr unterhaltsamen Videos kann man lesen, dass das Team von "Late Night Berlin" in fünf Stunden "neun junge Menschen wenigstens kurzfristig vom Kokain-Kauf abgehalten" habe. Dazu gibt es einen wichtigen Appell: "Nehmt keine Drogen! Esst mehr Obst!" Dem können wir uns nur anschließen.

def