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Besser als Trivial Pursuit: Das Ende der Langeweile: Dieses Brettspiel bleibt immer aktuell

"Wer gewann 1984 olympisches Gold im Hürdenlauf?" Wohl jeder hat ein Brettspiel mit veralteten Fragen im Schrank herumliegen. Nun gibt es ein Quiz-Spiel, das immer aktuell bleibt.

Das "Know!"-Brettspiel funktioniert mit dem Google Assistant

Das "Know!"-Brettspiel funktioniert mit dem Google Assistant

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Wenn meine Familie in der Weihnachtszeit zusammenkommt, landen am Ende nicht nur Kekse und Eierlikör auf dem Tisch, sondern auch ein Brettspiel. Und obwohl der Schrank im ersten Stock vor Schachteln überquillt, fällt die Wahl aufgrund der Personenzahl meist auf Tabu oder Trivial Pursuit. Letzteres hat allerdings schon ein paar Jahre auf dem Buckel, zumindest ist auf einigen Karten noch von der Republik Zaire die Rede, die seit 1997 als Demokratische Republik Kongo bekannt ist. Und wer den 100-Meter-Freistil bei den Olympischen Spielen '84 gewann wissen nicht mal mehr unsere Eltern. Zu Recht.

Umso begeisterter waren wir deshalb, als Ravensburger nun in Zusammenarbeit mit Google ein neues Brettspiel ankündigte, "das immer aktuell ist". Es heißt "Know!", kostet je nach Version 25 bis 50 Euro und ist ein klassisches Quizspiel für drei bis sechs Spieler. Wenn man sich die Regeln etwas zurechtbiegt, kann man aber auch mit mehr Personen spielen.

"Okay, Google …"

Was "Know!" von herkömmlichen Wissensspielen unterscheidet: In der Packung steckt ein Google Home Mini. Das ist ein kleiner, Puck-förmiger Lautsprecher, auf dem Googles Assistant - quasi ein Pendant zu Siri und Alexa - läuft. Wenn man die Feiertage in einer Berghütte verbringt, kann man das Spiel zwar auch ohne Internetverbindung spielen, dann macht es aber nur halb so viel Spaß.

Insgesamt gibt es 1500 Wissensfragen, deren Antworten davon abhängen, wann und wo man spielt. Etwa: "Wie weit ist es von hier nach Honolulu?", "Wann schließt morgen das Disneyland Paris?" oder "Welche Temperatur herrscht gerade in Havanna?". Gelegentlich muss man auch um die Ecke denken, etwa wenn man das Gehalt von Manuel Neuer in Britischen Pfund schätzen muss. Selbstverständlich ohne sich den Wechselkurs vorsagen zu lassen. Oder zu fragen, wer überhaupt Manuel Neuer ist.

Zudem gibt es weitere Kategorien, in denen man Redewendungen vervollständigen, Geräuschpaare erkennen oder dreimal hintereinander korrekt Zungenbrecher aufsagen muss - scheitert man, bekommen alle anderen Spieler Bonuspunkte.

Kleine Pannen

Einige Kategorien bieten tatsächlich Fragen, die mit herkömmlichen Brettspielen nicht möglich wären. So muss man etwa innerhalb weniger Sekunden möglichst viele Sehenswürdigkeiten in Hamburg oder bekannte Brücken weltweit aufzählen und anschließend den Google Assistant danach fragen. Er nennt die drei populärsten Google-Treffer, für jede Übereinstimmung darf man ein Feld vorrücken. Um zu gewinnen, muss man denken wie der Google-Algorithmus. Das ist witzig, gelegentlich aber auch frustrierend. Wenn etwa nach Filmen gefragt wird, die erst nächstes Jahr im Kino starten. Oder die Antworten total überraschend sind. Hättet ihr etwa gedacht, dass zu den meistgesuchten "Herr der Ringe"-Figuren der Nekromant gehört?! Wir auch nicht.

Die Technik hat auch Nachteile: Ist es im Raum etwas lauter, versteht einen der Google Assistant nicht immer sofort. Und die Ansagen und Musik-Jingles nerven nach einer Weile. Hier können Ravensburger und Google per Update nachbessern. Dennoch: Trotz kleiner Pannen, die Google und Ravensburger hoffentlich bald beheben, macht das Spiel in großen Gruppen viel Spaß. Da man den Google Assistant braucht, muss dem Regelwerk zufolge jedoch mindestens ein Mitspieler 16 Jahre alt sein - erst dann darf man den Sprachassistenten in Deutschland nutzen. Bei den Fragen können aber auch Jüngere einsteigen. Durch die diversen Mini-Spiele ist "Know!" abwechslungsreicher als die reinen Wissensfragen in "Trivial Pursuit".

Den 100-Meter-Freistil der Männer gewann 1984 übrigens Rowdy Gaines. Falls ihr euch das die ganze Zeit fragt.