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Meinung

Der weibliche Mario Barth: Shitstorm wegen sexistischer Werbung: Liebe Sophia Thomalla, darauf lässt sich doch aufbauen!

Sophia Thomalla macht mal wieder Schlagzeilen mit einer fragwürdigen Werbekampagne. Aber diese Taktik wird langsam zu vorhersehbar. Für die Provokateurin wird es Zeit, den nächsten Schritt zu machen. Ein kleiner Karriere-Tipp.

Sophia Thomalla

Sophia Thomalla: "Ich möchte einen Mann, der mir die Tür öffnet und mich zuerst reinlaufen lässt"

Picture Alliance

Liebe Sophia Thomalla,

mal ehrlich: Langsam wird's langweilig. Jetzt hast Du schon wieder einen Shitstorm angeblasen. In Deiner Funktion als Vorzeigefrau der großen Werbekampagne eines Elektro-Fachhandels hast Du in gewohnter Souveränität Dein Dekolleté in die Auslage gepackt und Dir unter dem Hashtag #Männertage folgendes Zitat in den Mund legen lassen: "An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat."

Das kann man – je nach humoristischer Neigung – lustig oder bescheuert finden, aber natürlich auch und vor allem sexistisch. Zumindest war Letzteres wohl die Reaktion, die sich die Köpfe hinter der Kampagne erhofft haben. Die Gemüter sind erhitzt, und das nicht etwa wegen des dazugehörigen Clips, in dem Männer beim Durchdrehen gezeigt werden, sondern natürlich wegen Dir, liebe Sophia.

Sophia Thomalla und die "Sexismuskackscheiße"

Die ersten Beschwerden beim Werberat liegen vor. In den sozialen Netzwerken regen sich viele User auf, die Publizistin Silke Burmester nennt das Motiv mit Dir ziemlich deutlich "Sexismuskackscheiße".

Diese Reaktionen sind natürlich erwartbar, und genauso erwartbar ist, dass Dir diese Provokation gerade bestimmt verdammt viel Spaß macht. Aber, liebe Sophia, soll das wirklich alles sein? Wird es nicht langsam Zeit für den nächsten Schritt? Du willst doch keine "Skandal-Beauty" sein, hast Du kürzlich im stern-Interview gesagt. Na, dann leg doch mal los!

Denn, unter uns, eigentlich ist es doch völlig klar, wohin die Reise gehen muss. Bis jetzt machst Du alles ein bisschen, bist ein bisschen Model, ein bisschen Moderatorin, ein bisschen Werbeperle. Du selbst definierst dich so: "Meine Berufung ist Schauspielerin."

Aber so richtig funzt das alles noch nicht, und wenn doch, dann wirkt es schnell redundant wie die #Männertage, und deshalb möchten wir Dir hiermit den ultimativen Karriere-Tipp geben: Halte Dich nicht länger mit durchschaubaren PR-Provokationen auf, sondern geh voll auf Comedy. Denn falls Du es noch nicht gemerkt hast: Du bringst alles mit, um der weibliche Mario Barth zu werden!

In feministischen Zeiten wie diesen, da Barth nicht mehr die großen Hallen füllt, braucht es eine weibliche Ikone, die in seine ausgelatschten Fußstapfen tritt. Und Du bewirbst dich bei Instagram bereits wortgewandt, indem Du Deinen Post zur Elektromarkt-Werbung folgendermaßen kommentierst: "Nicht nur wir Frauen gehen den Männern immer gehörig auf den Sack, wenn wir unsere Phasen haben. Männer können genauso launisch, bockig und gereizt sein."

"Ich bin immer in irgendwen verliebt"

Word. Klingt wie ein klassischer Barth. Wir finden: Du bist die ideale Besetzung als seine weibliche Nachfolgerin! Wer kann uns das ewige Spiel zwischen den Geschlechtern schon so einleuchtend erklären wie Du? Keine studiert offenbar so fleißig am lebenden Objekt, schließlich behauptest Du: "Ich bin immer in irgendwen verliebt. Das gehört zu meinem Lebensgefühl."

So ein Lifestyle muss doch massenhaft Anekdoten abwerfen! Anekdoten, mit denen sich Deine Zielgruppe ebenso gut identifizieren könnte wie mit Deinen stets pointierten politischen Kommentaren, die du zum Beispiel im WM-Sommer auf deinem Insta-Kanal Richtung Mesut Özil abgefeuert hast: "Die Rassimus-Karte zu ziehen, wenn man Fotos mit einem Diktator macht, dessen Werte weder für die Deutschen noch für das Heimatland der Eltern steht, der ist entweder am schlechtesten beraten oder einfach nur stockenblöde. #Özil"

Du schaust dem Volk aufs Maul und sprichst zudem allen selbstbestimmten Frauen aus der Seele, wenn Du sagst: "Ich möchte (...) einen Mann, der mir die Tür öffnet und mich zuerst reinlaufen lässt. Er darf auch gern mal ein unkorrektes Witzchen auf meine Kosten reißen. Dann gibt es eine kleine Klatsche zurück, und dann wird zusammen gelacht – das ist mein Traum von Beziehung."

Wow. Moderner wurde dieser Tage noch nicht über das Zusammensein zwischen Männlein und Weiblein referiert. Solche großen Gedanken gehören einfach auf eine große Bühne, unser spontaner Programmtitelvorschlag: "Männer wollen eine kleine Klatsche – Frauen aber auch." Oder so ähnlich.

Ein "scharfer Feger" fürs Olympiastadion

Außerdem hast Du, liebe Sophia, natürlich noch einen großen Vorteil gegenüber Deinem männlichen Pendant: Du bist laut Eigenbeschreibung gern ein "scharfer Feger", und das kann man vom gemütlichen Mario bei allem Respekt nicht behaupten. Kurz: Mit diesem Gesamtpaket kannst Du sie alle abholen – vom tätowierten Rocker bis zur Powerfrau, die mal wieder von den Männern genervt ist. Das Olympiastadion Deiner Heimatstadt Berlin solltest Du also locker füllen können. Genau wie damals Mario Barth.

Du siehst: Der Masterplan für Deine Comedy-Karriere schreibt sich quasi von selbst. Ein sogenannter "No-Brainer", wie der Engländer zu sagen pflegt. Denk mal darüber nach, liebe Sophia. Wir glauben an Dich.

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