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NEON-Leser berichten: Das sind die schlimmsten Dinge, die uns andere Menschen je gesagt haben

Von völlig Fremden bis hin zu vermeintlichen Vertrauenspersonen: Manchmal bekommt man Dinge an den Kopf geworfen, die so unnötig, gemein oder grausam sind, dass man sie einfach nicht mehr vergisst.

Manchmal sagen fremde Menschen Dinge, die einen fassungslos zurücklassen

Manchmal sagen Menschen Dinge, die einen fassungslos zurücklassen

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Es ist ein paar Tage her, da haben wir euch auf Facebook die Frage gestellt: Was war das Schlimmste, das euch ein Fremder je gesagt hat? Die Antworten, die wir daraufhin erhielten, waren vor allem eines: zahlreich. Einige waren ein bisschen lustig und nicht ganz ernst gemeint ("Das Bier ist leider ausverkauft", Simon E.) – viele aber haben uns wirklich erschüttert. Und die Geschichten, die ihr uns dazu erzählt habt, gingen weit über fiese Kommentare von Fremden hinaus. Oft waren es vermeintliche Vertrauenspersonen wie Partner, Ärzte oder Familienmitgieder, die wirklich harte Sätze von sich gaben.

Wir möchten einige eurer Antworten hier zusammenfassen. Und sei es nur, damit ihr wisst, dass ihr nicht die einzigen seid, die an solchen Aussagen zu knabbern haben. Denn dass solche Sätze sich ins Gehirn brennen und nur schwer wieder loswerden lassen, dürfte nicht überraschen.

Manche Sachen sind einfach richtig gemein – und völlig unnötig. Wie im Fall von Aileen S.: "Ich war schwanger und stand an der Kasse eines Supermarkts. Die Kassiererin fragte mich, ob es ein Mädchen wird und ich antwortete freudestrahlend mit: 'Ja!' Sie sagte mir daraufhin: 'Hab ich mir gedacht – Mädchen rauben den Müttern ja sprichwörtlich die Schönheit. Sie sehen ziemlich schlimm aus.' Ich hätte gern gekontert, stattdessen flüchtete ich auf den Parkplatz und brach in Tränen aus." Oder wie bei Steffi B., die sich Folgendes anhören musste: "War mal wegen Brustschmerzen bei einer Ärztin. Die sagte dann zu mir: 'Naja, bei der kleinen Brust kann das ja nur innerlich sein.'" Bitte, was?!

Meinungen, nach denen niemand gefragt hat

Auch Melanie R. war fassungslos: "Ich stöbere so im Lidl durch die Angebote und auf einmal spricht mich eine alte Dame an und meint: 'Sie sind aber ganz schön fett geworden.' Dann ging sie einfach weiter. Die Dame hatte ich noch nie vorher im Ort gesehen." Melanie nahm es aber mit Humor. Weniger spaßig fand mit Sicherheit NEON-Leserin Jolly C. diese Aussage: "Erstgespräch bei einer Therapeutin vor ein paar Jahren. Schaut mich an und sagt: 'Kein Wunder, dass Sie Depressionen haben. So wie Sie aussehen, können Sie ja gar keine Freunde haben.'"

Viele Frauen berichten zudem von knallharter Diskriminierung wegen ihres Geschlechts. Von Herabwürdigungen, wie sie Katharina H. erlebt hat: "Du bist immer noch NUR eine Frau... kam von einem Arbeitskollegen" bis hin zu dem beinharten Kommentar, den Marge H. sich anhören musste: "'Ich kann dir die Ausbildungsstelle nicht geben. Du bist jetzt grade im gebärfähigen Alter und so wie ich dich kenne, kommt dieses Kind eh.' (Mein Chef nach 10 Monaten Praktikum, als ich 19 war)." Johanna G. erlebte Ähnliches: "Ich bin selbstständig und habe eine kleine Tochter. Eine Kundin, die selber zwei Kinder hat, sagte zu mir mit erhobenen Augenbrauen: 'Stell ich mir nicht einfach vor, sein Kind einfach so abzuschieben.' Mein Kind geht in die Kita und dann nach Hause zu Papa ..."

Frauen haben oft mit Diskriminierung zu kämpfen

Und auch Valeska G. kann zu diesem Thema etwas beisteuern: "Kunde ruft bei uns in der Firma an und sagt als Erstes, ohne dass wir jemals zuvor miteinander gesprochen haben: 'Bitte verbinden Sie mich mit einem Mann.' 2x passiert. In zwei Firmen. Erstes Mal, als ich bei einer technischen Hotline gearbeitet habe, das zweite Mal bei einem Onlineshop für Motorradteile." Als ob Frauen sich nicht auch in diesen Bereichen auskennen könnten!

Besonders übel wird es jedoch, wenn es um die körperliche Unversehrtheit geht. Was Edith B. berichtet, macht direkt ein ganz fieses Gefühl in der Magengegend: "'Ich hab ein Recht auf deinen Körper, du kannst mir den nicht verbieten!' – mein Ex, kurz vor unserer Trennung, als ich abends keine Lust auf Sex hatte." Wir sind froh, dass diese Beziehung ein baldiges Ende fand, wirklich. Aber auch, was Jenny K. uns schrieb, klingt einfach furchtbar. "'Sie hatten sich ja aber auch nicht gut benommen' – die Polizistin, nachdem mein Vater mich fast erwürgt hatte und dann die Telefonverbindung gekappt hatte, als ich die Polizei gerufen hab."

Manches macht einfach fassungslos

Franziska P. erinnert sich ungläubig an diese Situation: "Älterer Mann, ich damals ca. 17, an einer Bushaltestelle: 'Bitte nicht erschrecken, aber... darf ich dein Sklave sein?' Nachdem ich laut wurde, bat er mich noch, nicht die Polizei zu rufen und verschwand." Was geht nur in manchen Menschen vor? Erschreckend ähnlich klingt die Geschichte von Lisa G.: "Ich war 14 Jahre alt und stand gegen 18 Uhr an einer Bushaltestelle, um nach Hause zu fahren, als mich ein erwachsener Mann ansprach und fragte, wie viel ich koste."

Ein guter Rat unserer Omas war ja immer: Erst nachdenken, dann sprechen – denn Worte kann man nicht zurücknehmen. Und wie sehr sie verletzen können, merkt man ja allein daran, dass wohl jedem von uns spontan ein solcher Satz einfällt, den wir schon seit Jahren mit uns herumtragen. Wir sollten also alle ein bisschen sorgsamer sein mit dem, was wir anderen an den Kopf werfen. (Und wir sollten keine jungen Mädchen an Bushaltestellen eklig anmachen, okay?!)

Wir sollten mehr auf unsere Wortwahl achten

Um hier zumindest etwas heiter zu enden, möchten wir noch unseren Lieblingskommentar vorstellen. Der kam von Juliette M.: "Mich hat mal eine Frau auf der Straße angepflaumt mit den Worten: 'Ich kenn dich noch vom Karate, ich fand dich damals schon scheiße!' Ich hab wirklich gerne Karate gemacht, diese Dame ist mir allerdings nie aufgefallen. Ich ihr offenbar schon." Zumindest hat sie bleibenden Eindruck hinterlassen!

Kleiderschrank - Mädchen wirft Kleidung in die Luft