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Comeback der Singleparties: Tschüss, Dating-Apps? Warum Singles jetzt Aktmalkurse und Dumpling-Tastings machen

Swipen ist out, Singelparties sind in – laut einer aktuellen Umfrage wollen immer mehr Singles ihren potenziellen Partner lieber off- statt online kennenlernen. Und dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Singleparties

Aktmalkurs oder Brettsspiele - der Eventanbieter "Smudged Lipstick Events" bietet in London besondere Dating-Events für Singles an.

"Wir haben uns online kennengelernt“ – diesen Satz hört heutzutage immer häufiger, wer im eigenen Freundeskreis nachhorcht, woher denn der neue Partner oder die Partnerin kommt. Knapp die Hälfte aller Singles in Deutschland sucht laut einer Umfrage der Onlineplattform Parship aus dem Jahr 2018 online nach dem Traumpartner – und das sind damit immerhin fast 14 Millionen Menschen. Leute auf Partys zu treffen scheint mittlerweile zunehmend ungewöhnlich und auch Speed-Dating galt lange Zeit eher als Nerd-Veranstaltung.

Dumplings essen oder Aktmalkurse

Doch das ändert sich offenbar gerade: Laut einer aktuellen Umfrage des Ticket-Anbieters Eventbrite sind Singleparties so gefragt wie nie. In den letzten vier Jahren habe sich ihre Zahl weltweit vervierfacht, so der Eventanbieter. Und bei diesen Treffen sitzt man sich schon längst nicht mehr einfach gegenüber und wechselt den Platz, wenn eine Glocke ertönt. So gibt es in Großstädten wie London Dim Sum Dating, bei dem gemeinsam asiatische Dumplings verspeist werden.

Aber auch in Hamburg oder Berlin können sich Singles bei einem Aktmalkurs näher kommen oder sich direkt beim Nacktdating-Treffen. "Beim weltweiten Boom von Datingveranstaltungen sind der Fantasie scheinbar keine Grenzen gesetzt: Von Jenga Speed Dating über Life Drawing und Singleparties mit Brettspielen ist so ziemlich alles dabei" sagt Annett Polaszewski-Plath, Geschäftsführerin von Eventbrite Deutschland.

Realität statt Online-Dating

Ein möglicher Grund für den Boom dürfte vielen bekannt vorkommen: Frust über Online-Dating. In der Umfrage von Eventbrite unter 1000 Singles zwischen 18 und 45 Jahren gaben 48 Prozent an, Onlinedating "frustrierend" zu finden; drei von vier Befragten würden ihren Partner lieber offline kennenlernen. Das bestätigt auch Holger Lendt, Diplom-Psychologe und Paarberater: "Ich kann an einem Abend über zweihundert Menschen nach Brauchbarkeit swipen und mich in Bilder verlieben, übersehe dabei aber, dass noch absolut nichts passiert ist. Die digitalen Tools sollten eigentlich Brücken bauen für echte Kontakte, aber oft verlieren wir uns stattdessen darin."

Ob man eher der Swiper oder der Live-Dater ist, muss wohl am Ende jeder für sich herausfinden. Traut man den Bewertungen von Teilnehmern bei Veranstaltungen wie "Socialmatch“, einer Single-Veranstaltung in Hamburg, bei der unter Anleitung eines Moderators eine Art Spiel in einer Bar gespielt wird, ist es auch "einfach toll, um neue Leute kennen zu lernen".

lau