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sexbewusst-header-img #SEXBEWUSST Die neue NEON-Serie für junge Frauen und alle, die sich sonst noch dafür interessieren

NEON-Serie #sexbewusst: Hallo Vulva! Warum sich ein Blick in den Schritt lohnt

Nur wenige Frauen sprechen offen über ihre Vulven: "Da unten", "die Scham" oder einfach nur "sie" sind gängige Bezeichnungen. Dabei ist dieser Teil des weiblichen Körpers so vielseitig wie kein anderer. Ein Blick auf die Vulva. 

NEON-Serie #sexbewusst: Hallo Vulva! Warum sich ein Blick in den Schritt lohnt

Das Wichtigste zuerst: Was ist das eigentlich, was Frauen da zwischen den Beinen haben? Viele kennen die korrekten Begrifflichkeiten nicht - dabei ist es gar nicht so kompliziert: Weibliche Genitalien unterscheiden wir in zwei Bereiche. Der innere Bereich umfasst die sogenannten Klitorisschenkel, außerdem die Vagina mit dem Muttermund und der Gebärmutter. Der äußere Bereich heißt Vulva und dazu gehören die Klitorisspitze, die Lippen - oder auch Labien, der Harnausgang und Vaginaleingang.

Wie sieht eine "normale" Vulva aus?  

Schweizer Forscher haben die Vulven von 657 weißen Frauen gemessen. Das Ergebnis: Eine Form gibt es nicht.  Die gemessenen äußeren Lippen sind zwischen 20 Millimeter und bis zu 18 Zentimeter lang. Und auch für das Aussehen der inneren Schamlippen gibt es keinen Standard. 

Vulven können eben aussehen oder hügelig. Die inneren Lippen können kürzer als die äußeren sein, oder umgekehrt. Bei manchen sind die Labien gleich groß, bei anderen haben sie unterschiedliche Größen. Und je nach Perspektive sieht eine Vulva ganz anders aus. 

Verändert sich das Aussehen der Vulva? 

Ja, bei Erregung zum Beispiel. Das Gewebe schwillt an – und die Lippenfarbe kann intensiver werden. 

Wie der Rest des Körpers verändert sich auch die Vulva im Alter. Zwischen 20 und 40 sind die Unterschiede gering: Die Haare können je nach Frau grau werden, die Vulva verändert sich kaum, erklären die Gynäkologinnen Margery Gass und Yael Swica in einem Interview. Nach der Menopause kann das Gewebe um die Vulva weicher werden – und die Haut  bleicher.

Schamlose Vorfahren! Drei Breispiele für Vulven-Kulte 

Heute sehen wir Vulven in der Öffentlichkeit selten. Unsere Vorfahren waren da schamloser. Die Autorin  Catherine Blackledge hat in ihrem Buch "The Story of V"  einige dieser Riten zusammengetragen.

#1 Vulven an Kirchen 

Sheela-na-Gig heißen diese Figuren aus Großbritannien und Irland. Sie befinden sich oft an alten Kirchen. Entstanden sind sie im 11. und 12. Jahrhundert. Was sie bedeuten, ist bis heute nicht geklärt. 

#2 Vulven mit Köpfchen 

Aus dem Antiken Griechenland stammen Statuen wie diese: die sogenannten Baubos. 

Baubo ist eine Gestalt aus dem Kult um die Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Der Legende nach besucht die unglückliche Göttin Demeter die Sterbliche Baubo in ihrem Haus. Die Frau versucht die Göttin aufzuheitern, und zeigt ihr dazu ihren Schoß. Das funktioniert. 

#3 Vulven in Höhlen 

Vulven waren auch in der Steinzeit in: Symbole wie diese finden Forscher in Höhlen weltweit. Sie sind bis zu 30.000 Jahre alt. Kult, fühzeitliche Pornografie - oder beides? Fest steht: Bereits unsere frühen Vorfahren haben Vulven in allen Formen in Szene gesetzt. 

Wie werden Vulven heute dargestellt?

Vulven-Bilder kennen die meisten aus Pornos oder vom Besuch beim Frauenarzt.

Daneben zeigen immer mehr Foto- und Kunstprojekte die Vielfalt von Vulven. 

Neben der Gips-Kunst des Projekts "I show flag" und den Zeichnungen der Grafikerin Hilde Atalanta in der "Vulva Gallery" gibt es auch viele Bücher, die Vulven in ihrer Vielseitigkeit darstellen. Dazu gehören zum Beispiel Grit Scholz' "Tor ins Leben" oder das Buch "I'll show you mine". Aus beiden Buchprojekten stammen die Originalfotos der gezeichneten Vulven im Video oben. 

Und auch in der Popkultur ist der Vulva-Blitzer angekommen: Lily Allen tritt bei einem Konzert unten ohne auf. Einer der Besucher will sie auf Twitter mit dem Bild bloßstellen. Der Popstar veröffentlicht es kurzerhand selbst. 

Fame statt blame: Das Netz feiert die Sängerin. Die Geschichte liefert die perfekte PR für ihr neues Album: “No shame". Ein bißchen Unverschämtheit liegt also durchaus im Trend. Denn ihr bestimmt selbst, was mit eurem Körper passiert. 


 Neuer Podcast: Yoni-Talk

Habt ihr euch mal gefragt, welche Beziehung ihr eigentlich zu eurer Vulva habt? Mögt ihr sie oder blickt ihr eher skeptisch auf diesen Bereich eures Körpers?  Im neuen Podcast lädt euch Sexualberaterin Susanna-Sitari Rescio dazu ein, mit eurer Vagina und Vulva in einen stillen Austausch zu gehen. Sie verwendet das Wort Yoni für die weiblichen Genitalien, ein Begriff aus dem Sanskrit. Es beschreibt sowohl die inneren als auch die äußeren Geschlechtsteile.

Die Reflexion im neuen Podcast kann laut der Sexualtherapeutin helfen, einen Bezug zu den Genitalien zu finden. Ein gutes Selbstbild - und das schließt das Bild von den eigenen Geschlechtsteilen ein - ist eine der besten Voraussetzungen für eine erfüllende Sexualität.

Alle Podcasts der NEON-Reihe #sexbewusst mit Übungen und Meditationen findet ihr hier.

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