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Interview

Professionelle Alibis: Seitensprung-Agentur-Gründer: "Wir machen alles, was legal ist"

Stefan Eiben hat 1999 die erste Alibi-Agentur der Welt gegründet. Er sorgt dafür, dass Seitensprünge nicht auffliegen und beschafft homosexuellen Promis Fake-Freundinnen. Im Interview mit NEON erzählt er von den absurdesten Anfragen, warum er kein schlechtes Gewissen hat und was er über Beziehungen gelernt hat. 

Porträt-Foto des Alibi-Agentur-Gründers Stefan Eiben

"Das schlechte Gewissen habe ich mir ganz am Anfang sofort abgewöhnt", sagt Alibi-Agentur-Gründer Stefan Eiben

Herr Eiben, auf Ihrer Website beschreiben Sie sich als "modernen Freiheitskämpfer". Wenn ich ehrlich bin, musste ich ein bisschen lachen, als ich das gelesen habe. Wie meinen Sie das?  

Es ist genau das, was ich tue. Ich beschaffe Menschen Freiräume.

Indem Sie Ihnen zum Beispiel Alibis für Seitensprünge liefern. Wie schaffen Sie es, deshalb kein schlechtes Gewissen zu bekommen? 

Das schlechte Gewissen habe ich mir ganz am Anfang sofort abgewöhnt. Wenn man die Hintergründe erfährt, die Beweggründe der Menschen, dann versteht man besser, warum sie lügen. Seitensprünge sind tatsächlich gar nicht besonders häufig gefragt. Ich dachte am Anfang auch, dass bei mir nur Männer anrufen, die das Eine wollen. Aber so ist es nicht. Die Leute haben ganz andere Probleme als einen Seitensprung. Unter unseren ersten Kunden war zum Beispiel ein bekannter homosexueller Fußballspieler aus der Bundesliga. Wir haben oft homosexuelle Männer, die eine Alibi-Freundin wollen.

Und dabei sollte man denken, dass Homosexualität in unserer Gesellschaft kein Problem mehr darstellt. 

So ist es überhaupt nicht. Jeden Monat haben wir entsprechende Kunden. Männer, die uns sagen: Wenn herauskommt, dass ich schwul bin, kann ich meinen Job vergessen. Sie fürchten berufliche Nachteile, manchmal auch, dass sie von Kollegen gemobbt werden. Oft sind es aber eben auch Prominente, die Angst davor haben, weniger erfolgreich zu sein, wenn herauskommt, dass sie schwul sind.

Prominente, die jeder sofort kennen würde, wenn Sie mir die Namen nennen würden? 

Nicht alle, ein langjähriger Kunde ist sehr bekannt. Oft sind es Fußballspieler, aber wir hatten auch schon Sänger, Politiker und Künstler. 

Hatten Sie schon bei der Gründung Ihrer Agentur Prominente im Hinterkopf?

Nein, die Gründung war totaler Zufall. Ich war an einem Samstagabend mit zwei Freunden verabredetet und beide sagten mir kurzfristig ab, weil ihre Freundinnen nicht wollten, dass sie mit Kumpels weggehen. Ich würde mir so etwas nie verbieten lassen und es umgekehrt auch nie meiner Freundin verbieten. 'Das kann doch nicht wahr sein', dachte ich mir. In dieser Laune habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt und spontan eine Website ins Leben gerufen. Es war nichts Besonderes und ich hatte kein Konzept, aber ich bot online jedem Hilfe an, der ein Alibi für etwas braucht. Wenige Tage später rief mich die BBC an, dann Medien aus Frankreich und Italien. Und so kamen die ersten Kunden. Mittlerweile ist die Agentur sehr gefragt. 

Einer unserer Kunden führt seit 17 Jahren ein Doppelleben

Ich stelle es mir bei Ihrem Job schwierig vor, das Vertrauen in Menschen nicht zu verlieren. 

Ohne Vertrauen in Menschen funktioniert das Leben nicht. Aber natürlich wundere auch ich mich manchmal über Anfragen. Einer unserer Kunden führt zum Beispiel schon seit 17 Jahren ein Doppelleben. 

17 Jahre?! Warum entscheidet sich ein Mensch dazu, so lange ein Doppelleben zu führen und macht beispielsweise nicht einfach mit seinem Partner Schluss? 

So einfach ist das leider nicht immer. Es gibt zum Beispiel Frauen, die Angst vor ihrem Mann haben. Schon öfter war das Problem, dass der Mann aus einem anderen Land kam und gesagt hat: 'Da wo ich herkomme, machen Frauen nicht einfach so mit einem Mann Schluss.' Oder ein 70-Jähriger ruft an und sagt: 'In meinem Haus herrscht seit Jahren eine Kälte, die ich nicht mehr aushalte. Meine Frau fragt mich nicht mehr, wie es mir geht. Ich bekomme kein Lächeln. Keine Wärme. War's das jetzt? Muss ich das aushalten? Oder darf ich mich mit einer anderen Frau treffen und ihr verschafft mir ein Alibi?' In solchen Fällen helfe ich wirklich gerne.

Und in welchen Fällen helfen Sie weniger gerne? Wo liegen Ihre Grenzen? 

In unserer Agentur machen wir alles, was legal ist. Allerdings hatten wir tatsächlich mal einen Fall, den wir abgelehnt haben. Ein Mann wollte sich von seiner Freundin trennen, weil sie schwanger geworden war. Er bat uns, die Frau für ihn anzurufen und mit ihr Schluss zu machen. Da haben wir ihm gesagt, das müsste er schon selber machen. 

Bei einem Seitensprung hätten Sie ihm wahrscheinlich geholfen. Angenommen, ich plane einen Seitensprung. Was raten Sie mir als Profi-Alibi-Agent, wie ich vorgehen soll?

Das oberste Gebot lautet: niemanden einweihen! Männer sind da besonders gefährdet. Sie neigen dazu, zu prahlen. Frauen tun das nicht. Sie sind viel verschwiegener. Allerdings zeigen meine Erfahrungen, dass Frauen genauso oft fremdgehen wie Männer. Sie sprechen nur nicht drüber. Was ich auch gelernt habe: Meistens plant man Seitensprünge nicht, sie passieren einfach. Wahrscheinlich ist die Nachfrage nach Alibis für Seitensprünge deshalb relativ gering. 

Teilweise fälschen wir ganze Berufe

Worum geht es denn meistens? Was ist der Klassiker unter den Anfragen?

Meistens geht es tatsächlich um Zeit. Viele unserer Kunden wünschen sich eine Auszeit. Ich habe zum Beispiel oft Hausfrauen als Kundinnen, die gerne mal mit Freundinnen wegfahren würden. Wegen anderer Verpflichtungen trauen sie sich aber nicht, das ihrem Mann zu sagen. Also beschaffen wir ihnen ein Alibi. Genauso gibt es aber auch Männer, die ihren Hobbys nachgehen wollen und sich nicht trauen, das der Partnerin zu sagen. Einem Kunden von mir beschaffe ich Alibis, wenn er auf Lan-Partys will. Er hätte ein schlechtes Gewissen seiner Frau gegenüber, ihr zu sagen, dass er auf eine Lan-Party will, anstatt sich um die Kinder zu kümmern.

Aber er hat kein schlechtes Gewissen, eine Agentur zu beauftragen, ihm ein Alibi zu beschaffen?

Nein, anscheinend kann er damit besser leben. 

Interessant. Sie fälschen teilweise auch komplette Berufe. Wie machen Sie das?

Wir arbeiten viel mit ehemaligen Kunden zusammen. Die Kunden sind oft so dankbar, dass sie mir hinterher sagen: 'Wenn ihr mal irgendwas braucht und ich jemandem anders helfen kann – meldet euch.' Wir nutzen es dann zum Beispiel, dass ein Kunde der Besitzer einer Werbeagentur ist oder einem anderen eine Tischlerei gehört. Dadurch können wir ganz leicht Berufe fälschen, weil wir sogar an echte Visitenkarten und echte Emails kommen. Zusätzlich arbeiten wir mit rund tausend Schauspielern zusammen. Viel öfter als ein Alibi sind aber sowieso andere Dinge gefragt. Oft rufen auch Menschen an, die Gäste für eine Trauerfeier buchen wollen. 

Weil der Verstorbene keine Freunde hatte?

Ja, das kommt tatsächlich vor. Entweder war er unbeliebt oder all seine Freunde sind schon gestorben. Einmal hat sogar ein Beerdigungsinstitut selbst angerufen und gefragt, ob wir ein paar Leute organisieren könnten. Es würde niemanden geben, der am Grab steht.

Das klingt schrecklich.

Ich höre oft Geschichten, die mich sehr berühren. Im vergangenen Jahr hat mich eine Frau angerufen, deren Mann einen Autounfall hatte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Sie lieben sich, aber können nie wieder Sex haben. Der Mann sagte seiner Frau, er könne das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Wenn sie jemand anderen finde, dann gönne er ihr das. Nach Jahren hat sie tatsächlich jemanden gefunden. Sie vermisste die körperliche Nähe. Und trotzdem will sie nicht, dass ihr Mann davon erfährt. Weil sie ihn noch immer liebt und weiß, dass es ihm weh tun würde. Also haben wir ihr Alibis verschafft. 

Gerät man als Besitzer einer solchen Agentur manchmal in Versuchung, sie auch selbst zu nutzen?

(lacht) Nein, ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch, der meine Agentur nicht nutzen kann. Wenn ich das tun würde, wäre ich ja von meinen Mitarbeitern erpressbar. Und ich habe aus meiner Arbeit gelernt. Ich bin sehr direkt und ehrlich. Wenn mir etwas nicht passt, sage ich es sofort. 

Wie würden Sie sich fühlen, wenn herauskommen würde, dass Ihre Freundin Sie jahrelang mit Hilfe einer Alibi-Agentur betrogen hat?

Da wäre ich natürlich sehr geschockt. Aber bei keinem unserer Kunden ist je herausgekommen, dass er eine Alibi-Agentur beauftragt hat.

Möglicherweise betrügt Ihre Freundin Sie also schon seit Jahren mit einer Alibi-Agentur. Sie wissen es nur nicht.

(lacht) Nein, das glaube ich wirklich nicht. Meine Freundin ist Spanierin und in Spanien gibt es eine solche Agentur nicht.

Sie sind also auf Nummer sicher gegangen. 

Nein, im Ernst, ich vertraue ihr. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, jemanden zu betrügen oder ein Doppelleben zu führen, gerade durch die sozialen Medien, durch vermeintliche Whatsapp-Nachrichten und Facebook. Wenn man das weiß, bleibt einem nur eines übrig: sich einen Menschen zu suchen, dem man wirklich vertraut. 


Ausgestorbene Berufe
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(