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Instagram-Trend: Attraktion für Influencer - aber wie sicher ist es in Tschernobyl wirklich?

Die Geisterstadt Tschernobyl wird zur Kulisse für Influencer und Touristen. Seit Start der Erfolgsserie "Chernobyl" steigen die Besucherzahlen. Ein unheimlicher Fund beweist nun, dass der Trip gar nicht mal so ungefährlich ist.

Instagram-Trend: Tschernobyl

Seit dem Serienerfolg von "Chernobyl" ist die Geisterstadt zu einem Foto-Paradies für Blogger und Instagrammer geworden. Aber wie sicher ist es in Tschernobyl wirklich?

Picture Alliance

Sie posieren vor verlassenen Häusern, einem verrosteten Riesenrad, Kindergärten und Schulen. Die HBO-Erfolgsserie "Chernobyl" hat einen Hype bei Instagrammern und Bloggern ausgelöst. Seit Ausstrahlung der Mini-Serie im Mai konnte ein Besucheranstieg von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Wo vor 33 Jahren Menschen ihr Leben verloren, werden heute Fotos für soziale Netzwerke gemacht, um die Like- und Followerzahlen nochmal kräftig in die Höhe zu schießen. Doch wie sicher ist ein Aufenthalt in Tschernobyl wirklich? Riskieren Influencer ihr Leben für den Fame?

Gegenüber des Online-Reisemagazins "Travelbook" versicherte Sven Doktor, Sprecher der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit in Köln, dass eine organisierte, offiziell genehmigte Tour in Tschernobyl gesundheitlich unbedenklich sei. Ein Aufenthalt verursache eine geringere Strahlendosis als ein Flug von Frankfurt nach Kiew. Wichtig sei es jedoch, sich an die Anweisungen und Regeln in der Sperrzone zu halten. Souvenir-Jägern werde dringend abgeraten, Gegenstände, Steine oder andere Fundstücke mitzunehmen. Die Belastung habe zwar abgenommen, dennoch solle jeder Reisende sehr vorsichtig sein. 

Gefährliche Gegenstände in Tschernobyl

Dass ein Aufenthalt in und um Tschernobyl nicht ganz ungefährlich ist, zeigt, laut Medienberichten, der aktuelle Fund eines Mannes, der sich auf eine private Entdeckungstour begab. Der Reiseführer brachte den Australier Rob Maxwell in einen abgelegenen Teil eines Waldes, wo eine tödliche Gefahr lauerte, berichtet "Mirror". Die zwei Männer stießen auf eine gelbe Baggerkralle, die vor 33 Jahren verwendet wurde, um das radioaktive Graphit, das bei der Explosion des Reaktors durch die Luft geschleudert wurde, zu entfernen. Eine einzige Berührung mit der Baggerklaue könnte tödliche Folgen haben. 

Viele Influencer wagen sich trotzdem in die Todeszone, um ihre Follower mit Bildern zu füttern. Das Posieren an den Unglücksorten wird derzeit kritisch diskutiert, denn des öfteren entstanden dadurch bereits geschmacklose Aufnahmen. So postete das Instagram-Model Vysokaya Planka ein Foto aus Pripyat, auf dem sie nur einen Labor-Overall und Unterwäsche trägt. 

Darum geht es in "Chernobyl"

Ob den Serien-Machern von "Chernobyl" bewusst war, dass ein derartiger Hype um die Geisterstadt ausbricht, sobald die Serie ausgestrahlt wird, bleibt offen. Das Interesse an Tschernobyl wuchs im Mai nach Ausstrahlung der ersten Folge "Chernobyl" auf Sky. Die Serie zeigt schockierende Bilder der Nuklearkatastrophe im Jahr 1986. Im Mittelpunkt stehen der verzweifelte Versuch von Wissenschaftlern, die sowjetische Regierung aufzuklären und die Auswirkungen des Unglücks. Bei "IMDb" wurde die Serie als beste Serie weltweit bewertet. 

Quelle: "Travelbook" "Mirror" "IMDb"

deb