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Trend-Tier: Wie ein Einhorn die Gamer-Welt verrückt macht

Seit Ende Oktober ist das Spiel "Assassin's Creed: Origins" auf dem Markt. Es punktet mit einer aufwendig erstellten Spielewelt im originalgetreu nachgebauten alten Ägypten – inklusive Pyramiden. Doch ein ganz anderes Detail entzückt das Netz.

Ein altägyptischer Kämpfer jagt auf einem Einhorn durch die Wüste

Auf einem Einhorn durch die Wüste reiten: albern, aber toll

Drei Jahre lang feilte der Spieleentwickler Ubisoft an "Assassin's Creed: Origins". Das Spiel, das als Prequel zu der beliebten Reihe fungiert, erlaubt dem Spieler, das alte Ägypten zur Zeit Kleopatras zu erleben. Dazu arbeiteten die Macher mit Archäologen und Experten zusammen, um alles so echt wie möglich wirken zu lassen. Eine Heidenarbeit.

Jetzt sind es aber gar nicht so sehr die Geheimgänge in der Pyramide von Gizeh oder die originalgetreu gestalteten Straßen von Alexandria, die die Spieler begeistern. Für viel Furore sorgt stattdessen etwas, das wir seit dem Rummel um die glitzerbunte Ritter-Sport-Schokolade 2016 eigentlich abgehakt hatten – ein Einhorn.

Im Spiel steuert man die meiste Zeit den Ägypter Bayek, der auf sein treues Kamel springt, sobald er große Strecken durch die weitläufige Wüstenlandschaft zurücklegen muss. Man kann das Reittier auch gegen ein Pferd austauschen. Oder – und hier war Ubisoft offenbar wirklich clever – gegen ein Einhorn.

Microtransactions: Einhorn gegen Kohle

Das beliebteste Tier der Netzwelt gibt es jedoch nur, wenn man echtes Geld investiert (neben den rund 75 Euro, die "Origins" ohnehin kostet). Für diverse Accessoires und Gimmicks kann man sogenannte Helix Points ausgeben, die man zuvor käuflich erwerben muss. Microtransactions nennt sich diese Taktik, die uns in Spielen demnächst wohl häufiger begegnen wird, und die auch bei Smartphone-Apps (als In-App-Käufe) schon ordentlich nervt. 500 solcher Helix Points kosten 4,99 Euro – und genauso viel kostet das fancy Reittier.

Auf die Kritik an dieser Masche reagierte der Hersteller Ubisoft mit dem Versprechen, dass alle Gegenstände, die man kaufen könne, auch durch das Lösen bestimmter Aufgaben im Spiel gewonnen werden könnten – gratis. Wie man aber an das gehörnte Pferdchen kommt, konnte bisher noch kein Spiele-Crack herausfinden. Also doch ein leeres Versprechen?

Ja, es ist nicht unbedingt cool und auch ziemlich nutzlos, auf einem mystischen Fabelwesen statt auf einem trittsicheren Kamel durch die Dünen zu zuckeln. Aber, hey, es zieht sogar eine Spur bunter Regenbogenstrahlen hinter sich her! Und plötzlich findet man, dass 4,99 Euro eigentlich gar nicht so viel Geld sind ... Perfide Taktik, Ubisoft!

Übrigens, wo wir beim Thema Trendtiere sind: Auch Flamingos flattern durch die Spielszenerie. Und das sogar ganz umsonst.

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