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"800% Slower": Diese Songs sind ein Rausch für die Ohren - wenn sie 800 Prozent langsamer abgespielt werden

Als hätten sich Filmmusik-Legende Hans Zimmer und Ambient-Altmeister Brian Eno zusammen getan: Im Netz kursieren entschleunigte Songversionen von Justin Bieber, Metallica und mehr - die 800 Prozent langsamer als das Original daherkommen. Ein Genuss für die Ohren.

Episch, berauschend, sakral: So klingt selbst Justin Bieber - dank eines Tricks

Musik an, Kopf aus - wer die entschleunigte Musik hört, schaltet automatisch ab (außer, es handelt sich um Slayer ...)

Ihre Musik mag für vieles stehen, aber garantiert nicht für Entschleunigung: hat sich mit überproduziertem Pop in die Teenie-Herzen dieser Welt gespielt, Queen stiegen mit ihren verspielten und komplexen Melodien zu den gefragtesten Pop-Barden der späten 70er und frühen 80er auf und Metallica - da prophezeit schon der Bandname die dicken Hard-Rock-Bretter. 

Im Netz wird ihnen und vielen weiteren nun ein geradezu berauschendes und sakrales Gewand übergestülpt - die Songs klingen plötzlich so, als hätten sich Filmmusik-Legende Hans Zimmer und Ambient-Altmeister die Lieder für einen epischen Kino-Score vorgeknöpft. Dank eines Tricks: Die Lieder kommen 800 Prozent langsamer daher, als im Original.

Musik, die (plötzlich) unter die Haut geht

Auf der Videoplattform Youtube kursieren zahlreiche Versionen mit dem "800 % Slower"-Vermerk. Mit verblüfften Fans: "Verdammte Scheiße. Ich höre freiwillig einen Song von Justin Bieber und ich liebe es. Ich dachte dieser Tag wird nie kommen", kommentiert ein Youtube-Nutzer die entschleunigte Version von "U Smile". "Etwas Grausames hat sich in eine unglaubliche Symphonie verwandelt", schreibt ein anderer Fan zu dem 9:50-Minüter - ohne "800 % Slower"-Entschleunigung dauert der Song gerade mal halb so lang. Mittlerweile hat selbst die langsame Songversion rund drei Millionen Hörer gefunden.

Woher die Idee rührt, ist nicht überliefert - aber das ist eigentlich auch egal. Die "800 % Slower"-Bewegung hat viele Anhänger gefunden. Und viele weitere entschleunigte Songversionen hervorgebracht. Etwa vom -Klassiker "Nothing Else Matters", der durch den simplen Trick einen mystischen Einschlag bekommt - und mit rund 52 Minuten Spielzeit (im Original: knapp 6:26 Minuten) zu Buche schlägt.

Besonders Queen-Sänger Freddy Mercury hätte wohl Gefallen an der Methode gefunden: Seine Rockoper "Bohemian Rhapsody", der erste Nummer-1-Hit der britischen Band und mit 180 Tonspuren der wohl aufwändigste ihrer Geschichte, könnte in der entschleunigten Fassung problemlos in den Opernhäuser dieser Welt laufen. 

Welch beeindruckende Wirkung der "800 % Slower"-Effekt hat, lässt sich besonders an einem "Song" gut erkennen: "Trololo", ein Lied vom russischen Sänger Eduard Khil aus den Siebzigern - ein seltsamer Song ohne Worte, der späten Ruhm erlangte und auch als ironische Hymne von Internet-Trollen herhält. In der entschleunigten Version entfaltet das fast schon dadaistische Lied eine sakrale Wirkung, als sei es direkt einem Mönchskloster entsprungen.

Im Netz gibt es noch viele weitere verlangsamte Songs zu entdecken - von dem ohnehin ausgeruhten Pink-Floyd-Klassiker "Breathe" (wie geschaffen für eine Weltall-Doku) über den verkopften und atonalen "Pyramid Song" von Radiohead (ein Krimi für die Ohren) bis hin zum Metal-Brett "Angel of Death" von Slayer (eine verstörende Klangmauer).

Interessierte Hörer sollten nur 800 % mehr Zeit für die entschleunigten Versionen mitbringen. 

fs
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