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Von "Alf" bis "Lost": Genial oder enttäuschend? Die kontroversesten Serienenden aller Zeiten

Jeder Serien-Fan weiß: Der erste Eindruck zählt - aber der letzte Eindruck bleibt. Wenn nach wochenlangem Binge-Watching die Zeit für das Finale gekommen ist, steht alles auf dem Spiel. Worauf kommt es beim würdigen Abschluss an? Eine Analyse anhand der meistdiskutierten Serienenden. Achtung: enthält Spoiler!

Sopranos

Die letzte Szene der "Sopranos" ist, wie die ganze Serie, Stoff für die Literaturanalyse: Als der Bildschirm im wahrsten Sinne des Wortes schwarz wurde, hallte der Legende zufolge das Raunen aus Tausenden Wohnzimmern durch die Straßenschluchten US-amerikanischer Großstädten. Was hatte das abrupte Ende dieser eigentlich so gemächlichen Diner-Szene zu bedeuten? Cliffhanger hatte die Serie zuvor in 85 Folgen kaum nötig gehabt - "weil sie einfach zu gut war", wie der "Spiegel" einmal schrieb. Eine Ironie, die auf den schrägen Humorgeschmack von "Sopranos"-Schöpfer David Chase zurückzuführen ist. Er wird die Antwort auf die Frage nach dem Schicksal von Tony und seiner Familie mit ins Grab nehmen. Jeder Fan ist gefordert, sich seinen eigenen Reim auf dieses Finale zu machen. Aber das war von der ersten bis zur letzten Staffel ohnehin die größte Qualität dieser monumentalen Serie.

Ist jede Serie nur so gut wie ihr Finale? Eins ist klar, es ist wie mit allen anderen des Lebens: Der erste Eindruck zählt, aber der letzte bleibt. Wenn die Zeit für das Finale gekommen ist, steht für die Macher alles auf dem Spiel. Da können die vorherigen Staffeln noch so legendären Stoff geboten haben - wenn es den Produzenten, Regisseuren, Autoren und Darstellern nicht gelingt, einen würdigen Abschluss zu finden, versauen sie ihr eigenes Erbe. Nachhaltig.

Natürlich ist die Bewertung eines Serienendes eine reichlich subjektive Angelegenheit. Die Bedürfnisse jedes einzelnen Fans zu befriedigen, wird dabei zur Quadratur des Kreises. Aber nach einer staffellangen Affäre mit der jeweiligen Show, hat der Zuschauer ein feines Gespür für Story und Charaktere entwickelt.

Serien sind wie Fußballvereine oder Lieblingsbands

Wie bei der Lieblingsband oder dem Fußballverein des Herzens ist es für die Fans umso wichtiger, dass die Ideale der Serie nicht bloß für einen finalen Knalleffekt verkauft werden. Und dass die Macher keine Probleme haben, teilweise über Jahre offen gehaltene Handlungsstränge endgültig miteinander zu verknüpfen. Effekthascherei und Einfallslosigkeit sind die größten Todsünden für das Ende jeder Serie.

In der Vergangenheit haben sich zahlreiche Serien schwer getan, sich würdig aus dem Programm zu verabschieden. Andere Finals vermittelten wiederum das Gefühl, die Verantwortlichen hätten von Anfang an einen Plan gehabt, wie ihre Saga einmal enden soll. Und so manches Ende bedeutete sogar erst den Anfang der Legendenbildung, weil es über viele Jahre und bis heute diskutiert wird. Mit den kontroversesten unter ihnen reisen wir in unserer Fotostrecke einmal quer durch die Seriengeschichte.

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