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Serie "Hochzeit, Nein Danke": Paare erzählen, warum sie NICHT heiraten: Britta und Tim, 15 Jahre zusammen, zwei Kinder

Auch wenn sich die gesellschaftlichen Vorstellungen des Zusammenlebens verändern: Die Ehe gilt vielen immer noch als das Ideal. Uns erzählen Paare, warum sie gerade nicht heiraten.

Nicht jedes Paar möchte heiraten

Nicht jedes Paar möchte heiraten

Zwar hat die Ehe als Institution in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an Stellenwert eingebüßt: Gab es 1950 noch knapp elf Eheschließungen pro 1000 Einwohner, lag die Quote 2015 bei unter fünf. Nichtsdestotrotz ist die Heirat für Viele noch immer die ideale Vorstellung für das Zusammenleben von Mann und Frau. NEON fragt Paare, die schon lange zusammen sind, teilweise auch gemeinsame Kinder haben, warum sie nicht heiraten.

Heute: Britta (46) und Tim (46), die seit mehr als 15 Jahren ein Paar sind und zwei gemeinsame Kinder haben.

Warum seid Ihr nicht verheiratet?

Tim: Bei mir war es eine ganz bewusste Entscheidung. Für mich war es von meiner Jugend an vollkommen unvorstellbar, jemals zu heiraten. Die Institution Ehe war und ist mir ziemlich schnuppe. Früher war sie mir auch viel zu spießig. Und zu verlogen. Wieso soll ich mir meine Partnerschaft bzw. meine Liebe von irgendeiner Institution beglaubigen lassen? Zu dieser Auffassung trug sicherlich bei, dass ich ein Scheidungskind bin. Und dann noch die hohe Scheidungsrate. Heute denke ich darüber nicht mehr nach bzw. sehe es nicht mehr so ablehnend. Jeder soll machen, was er für richtig hält. Ich freue mich immer, wenn wir auf Hochzeiten eingeladen werden. Aber geblieben ist, dass mir die Ehe einfach nichts bedeutet.

Britta: Das sehe ich genauso. Für mich hat immer gereicht, dass ICH mich für etwas entscheide. Dafür brauche ich keine Bestätigung bzw. Beglaubigung von außen. In dem Moment, wo wir uns gemeinsam für Kinder entschieden haben, war sowieso klar, dass wir nicht leichtfertig sind. Und ich denke nicht, dass eine Beziehung deshalb länger hält, weil man verheiratet ist.

Auch wenn Ihr es beide nicht wollt: Wer von Euch steht dem Heiraten offener gegenüber als der andere?

Tim: Ich glaube, wir beide sehen das ziemlich ähnlich.

Britta: Stimmt.

Was glaubt Ihr würde sich durch eine Hochzeit in Eurer Beziehung verändern?

Tim: Ich wäre sauer, wenn Britta den Hochzeitstag vergessen würde. Wenn schon, denn schon. Ich würde ihr fürchterliche Vorwürfe machen. Ansonsten würde sich nichts ändern.

Britta: Wir müssten weniger Steuern zahlen! Und das ärgert mich, dass ich benachteiligt werde, obwohl ich sonst die gleichen Pflichten habe, wie Verheiratete. Unserer jüngerer Sohn hat allerdings mal erzählt, dass er sich wünscht, dass Tim mir einen schönen Ring schenkt und wir heiraten, weil er glaubt, dass wir dann eine bessere Familie wären und man sieht, dass wir zusammengehören ...

Habt Ihr vor, irgendwann vielleicht doch zu heiraten, oder ist das gar kein Thema für Euch?

Tim: Wir haben angesichts der großen finanziellen Nachteile, die man als nicht-verheiratetes Paar hat, schon darüber gesprochen, uns zum Standesamt aufmachen. Vielleicht könnten wir mit der Steuerersparnis eine neue Küche finanzieren. Noch gibt es aber keine ernsthaften Planungen. Und was in zehn Jahren ist, kann ich nicht sagen.

Britta: Dem ist nichts hinzuzufügen.

fin
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