HOME

Magazin: NEON #09/2015

Liebe Leserinnen und Leser,

was müssen wir heute wissen? Dank Wikipedia und Google haben wir scheinbar Antwort auf jede noch so große Frage, und das innerhalb von wenigen Sekunden. Doch auf die Frage »Wer bin ich?« gibt Google 62 300 000 Antworten. In den »63 Antworten fürs Leben« beschränken wir uns auf jeweils eine.

Für unsere Titelgeschichte haben wir Wissenschaftler, Popmusiker, ­Philosophen und uns selbst gefragt: Wie treffe ich eine schnelle Entscheidung? Warum lieben manche Menschen Lakritze und andere hassen das Zeug? Wie gründe ich eine Kirche? Was weiß Google über mich? Und die vielleicht größte aller Fragen: Was ist Liebe? Die Fragensammlung entstand in mehreren Sitzungen der Redaktion, nicht ­alle Themen haben es ins Heft geschafft: NEON-Redakteurin ­Judith Liere, die die Titelgeschichte betreut hat, trauert um ihre drei Lieblingsfragen: Spinnen jetzt alle? Warum ist Wasser nass? Kann man in einem Reihenhaus glücklich werden? Antworten nimmt die NEON-Redaktion gern entgegen: redaktion@neon.de

Mit Selfies und Schusswaffen: Polizistinnen sollen die Ukraine retten.

»Hi! My name is Scruffy. I am from Australia. I like good answers. And my weird red hat«

Scruffy ist das Werk des Illustrators Lluis Fuzzhound. Zusammen mit NEON-Grafiker Jan Lichte entstand die zeitintensivste Titelgeschichte, die NEON wohl je erlebt hat. Lichte sprach von einem 24-Stunden-Job, da er immer dann arbeitete, wenn Fuzzhound schlief – und umgekehrt. Der ununterbrochene Workflow war möglich, weil Fuzzhound siebeneinhalb Stunden entfernt in Adelaide, Australien, zeichnet.

Illustration: Lluis Fuzzhound

»Ich habe keine Lust mehr auf Kuschelfeedback, ich will endlich lernen, mich selbst besser einzuschätzen«

Foto: Tanja Kernweiss

Gesagt, getan: NEON-Redakteurin Martina Kix betrieb Selbsterforschung und befragte Exchefin, Exfreund und beste Freundin. Dabei stellte sie fest, dass sie nicht nur sich selbst noch besser kennenlernen kann, sondern auch die Stadt, in der sie mal lebte: Als sie mit ihrem Exfreund Christopher und der Fotografin Tanja Kernweiss in München auf Fototour ging, lernte sie gleich vier neue Bars kennen. Zwei davon waren der Rennsalon und das ­Enrico Pallazzo im Glockenbachviertel.

Für Kaffee braucht man jetzt eine Bau- und Bastelanleitung

Als NEON-Autor David Mayer vor Kurzem eine Woche in New York verbrachte, hat er Cold Brew Coffee für sich entdeckt. Seitdem ist er süchtig und trinkt Kaffee jetzt immer nach dem komplizierten Brühverfahren. Für seine Recherche besuchte Mayer die kleine Rösterei Elbgold in Hamburg und forschte mit seinen Kollegen nach den besten Produkten. Unterstützt wurde er dabei von ­Katharina Krug, die seit Juni Redaktionsstipendiatin für Text und ­Social Media bei uns ist. Will­kommen, Katharina!

Foto: privat

»Meine Familie hasst die ­Polizei. Ich will das ändern«

In der Ukraine herrschen Korruption und Krieg, das hält selbstbewusste Frauen nicht davon ab, zur Polizei zu gehen. Im Gegenteil, gleich 500 neue Rekrutinnen zählen die Kiewer Ordnungshüter in ihren Reihen. Der US-Fotograf Misha Friedman dokumentierte ihre Ausbildung zusammen mit dem Reporter Moritz Gathmann. Friedman erinnert sich an einige Tücken: Die Uniformen kommen aus den USA, sodass eines der größten Probleme für die Frauen darin bestand, welche in der richtigen Größe zu finden, die meisten waren viel zu groß. Vor der Vereidigung der Polizistinnen mussten fast alle Uniformen deshalb noch zum Schneider.

Foto: Fotos: Misha Friedman / laif

Eine Entscheidung auf Leben oder Verstand

»Lithium ist ein Stimmungsstabilisator, der manische Episoden stoppt oder verhindert. Es ist üblicherweise das erste Medikament, das bipolaren Patienten verabreicht wird«, schreibt unsere Autorin Jaime Lowe. Sie erzählt auch, dass Lithium den Körper zerstört. Und wie ihr Leben ohne das Medikament ist: wahnsinnig.

Foto: Daniel Hofer

»An den Wänden klebten nun Sticker, auf denen ›No Dancing‹ stand«

Wer sich bis vor Kurzem in Japans Clubs zur Musik bewegte, machte sich strafbar. »Fueiho« heißt das Gesetz, das Diskobetreibern die Existenzgrundlage nahm – Tanzen verboten. Konnte sich da noch ein Nachtleben entwickeln? NEON-Autor Alard von Kittlitz flog nach Tokio und erlebte, auf welche winzige Größe die Clubszene geschrumpft ist. »Das Womb war früher ein fantastischer Club, doch jetzt hat es sich in eine Saufdisko für Touristen verwandelt«, erzählt von Kittlitz. Nichtsdestotrotz ist ­Tokio für ihn weiterhin die schönste Stadt der Welt.

Foto: Masaaki Sasaki

Geht das so? Fragt unsere neue Stilkolumne …

… und lässt Trends analysieren. Die Autorin Nora Gantenbrink beantwortet die erste Frage, es geht um die klassische Hochwasserhose. Fragst du dich auch, was geht und was nicht? Schreib eine E-Mail: mode@neon.de

Foto: Silvia Conde

»Die Generation Butler ist da«, schreibt NEON-­Autor Christopher Piltz

NEON-Autor Christopher Piltz, der für die ­Geschichte ­»Generation Butler« recherchierte, brauchte zwei Anläufe, um seinen Wocheneinkauf online zu bestellen. Die Vorstellung, dass jemand Toilettenpapier, Milchtüten und einen Bierkasten für ihn in den vierten Stock wuchtet, irritierte ihn sehr. Aber nachdem ihm zwei Freunde erzählt hatten, sie würden schon längst Lebensmittel online bestellen, füllte er seinen virtuellen Einkaufswagen und klickte ihn zur Kasse. Christopher Piltz ist seit Juni neuer Autor bei NEON. Er kommt von der Henri-Nannen-­Schule und arbeitete als freier Reporter für den »Spiegel«, »ZEIT Campus« und »Geo«. Willkommen, Christopher!

Foto: Kathrin Spirk

Fünfzig Meter unter dem Meer

Ein bisschen irre fanden wir es schon, dass unser Textchef Tobias Moorstedt (rechts) gemeinsam mit Fotograf Kiên Hoàng Lê in einem U-Boot vor Malta tauchen ging. Die »C-Explorer 3« soll laut Hersteller bald den Tourismus revo­lutionieren. Als Moorstedt zurückkam, meinte er: »Das Beste war die Joysticksteuerung. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich nicht Playstation spiele.« Auf NEON.de findet ihr auch ein Video vom Tauchgang.

Foto: Kiên Hoàng Lê


Die neue Ausgabe von NEON gibt es ab jetzt überall am Kiosk und auch digital für das Tablet auf iOS und Android. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.