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Mossul, Fynn Kliemann u.v.m.: Das steht in unserer Dezember-Ausgabe

Wie brutal es trotz Befreiung in Mossul zugeht | Wie wirke ich auf andere auf Instagram? | Fynn Kliemann baut sich einen riesigen Abenteuerspielplatz | Interview mit Schauspieler Franz Rogowski u.v.m.

EDITORIAL

Dass Mossul auch nach der Befreiung vom IS gefährlich ist, war NEON-Autorin Theresa Breuer schon vor der Reise klar.

Vor Sonnenuntergang mussten sie jedes Mal die Stadt verlassen und im kurdischen Erbil übernachten, andernfalls drohte Entführung. Als Theresa Breuer mit Meshal über seinen Widerstandskampf gegen den IS sprach, fragte er bei einem Glas Whisky unvermittelt: "Wisst ihr eigentlich, was ihr wert seid, wenn ich euch entführen würde?" In ihrer Reportage erzählt sie, wie brutal es trotz der Befreiung Mossuls in der Stadt weitergeht.

Die Frage, die uns in diesem Heft an vielen Stellen beschäftigt hat, begleitet uns durchs ganze Leben: Wie wirke ich auf andere? Entspricht mir das Bild, das sie von mir haben? Zum Beispiel auf Instagram.

Wenn wir dort die Momente unseres Lebens filtern, mit ironischen Hashtags oder schlauen Zitaten ausstaffieren: Macht uns das zu interessanteren Menschen? Oder einfach nur zu anderen? Kathrin Weßling erzählt in der Titelgeschichte, dass sie nicht mehr unterscheidet zwischen ihrem Ich im Netz und in der echten Welt. 2010 hatte sie in einem Blog die Schattenseiten ihrer Seele mit der Welt geteilt. Und wurde dafür belohnt: mit Leserbriefen, einem Buchvertrag und einem neuen Job.

Anders und doch ähnlich hat es Fynn Kliemann erlebt. Erst feierte das Netz seine dilettantischen Heimwerkervideos bei Youtube. Jetzt baut er einen Hof in der Pampa zu einem riesigen Abenteuerspielplatz um, einfach weil er es kann. Und alle wollen dabei sein.

Und dann war da noch das Interview mit Schauspieler Franz Rogowski, der viele der Antworten, die er unserem Autor Johan Dehoust gab, danach wieder zurückzog. Schade, findet Johan, denn sie waren witzig, und eigentlich hat Rogowski nichts zu verstecken. Sein Porträt in der neuen NEON.

Sich von der Meinung der anderen komplett frei machen kann niemand. Unsere Protagonisten aber zeigen, was man gewinnt, wenn man sich öffnet: Kritisiert sie jemand, dann wenigstens für das, wofür und wohinter sie stehen. Die, die sie mögen, mögen sie für das, was sie sind.

Die neue NEON ist ab dem 6. November im Handel

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