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CDU-Politiker: Neu im Parlament - Wie Paul Ziemiak mit 32 seinen ersten (Bundes-)Tag erlebte

Am Dienstag ist der 19. Bundestag erstmals zusammengekommen. Mit dabei: Paul Ziemiak, der erstmals im Parlament ist. Der NEON erzählt der Vorsitzende der Jungen Union von seinem ersten (Bundes-)Tag.

Bundestag: Wie CDU-Politiker Paul Ziemiak sein Parlaments-Debüt erlebt hat

Nun auch im Bundestag Arbeitskollegen: Paul Ziemiak (l.), Chef der Jungen Union, und Bundeskanzlerin und Parteichefin Angela Merkel

Herr Ziemiak, am Dienstag haben Sie zum ersten Mal im Platz genommen - nun sitzen Sie im Auto, fahren zum nächsten Termin und telefonieren mit mir. Bereuen Sie es bei dem vollen Terminplan schon, im Bundestag zu sitzen?

Ganz im Gegenteil. Als Abgeordneter im Bundestag zu sein ist eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Und es macht mir unheimlich viel Freude. Natürlich ist der stressig. Aber ich glaube, dass jeder, der für diesen Posten angetreten ist, auch gewusst hat, worauf er sich einlässt.

Worauf haben Sie sich denn eingelassen?

Auf einen sehr vollen Terminkalender. (lacht). Aber auch auf die Möglichkeit, das Land ein Stück weit mitgestalten zu können. Als Teil des, meiner Meinung nach, wichtigsten Verfassungsorgans: dem Parlament. Das ist eine unglaublich wichtige Aufgabe. Wir werden auf viele wichtige Fragen der Zeit eine Antwort finden müssen.

Wie lief Ihr erster Tag im Bundestag?

Es war total aufregend. Als Vorsitzender der Jungen Union kenne ich den Politikbetrieb in Berlin zwar gut und habe ihn schon intensiv erlebt. Aber den Bundestag nun als Abgeordneter betreten zu dürfen - das war etwas sehr besonderes.


Finden Sie sich im Bundestag zurecht? Sie werden sich an Ihrem ersten Tag sicherlich nicht nur ein Mal verlaufen haben. 

Das stimmt. Ich musste eine Raumnummer nach der nächsten suchen. (lacht). Zum gibt es einen Wegweiser für Abgeordnete. Da steht wirklich alles drin. Von A wie Ausschuss bis Z wie Zugticket. Aber lesen konnte ich ihn bisher noch nicht. Nicht einmal dazu bin ich gekommen. (lacht)

Sie sind Vorsitzender der und 32 Jahre alt. Das Durchschnittsalter im Bundestag liegt bei 50 Jahren. Hat sich das bemerkbar gemacht?

Man merkt schon, dass im Vergleich zu der letzten Wahlperiode weniger junge Leute im Parlament vertreten sind. Daher freue ich mich umso mehr, als junger Abgeordneter im Parlament zu sitzen und auch meine Altersgruppe zu vertreten. 

Was haben Sie sich, als junger Abgeordneter, vorgenommen?

Es ist wichtig, den älteren Kollegen zuzuhören und nach ihrem Rat zu fragen und diesen auch mitzunehmen. Aber es ist genauso wichtig, auch neue Wege zu gehen und sich nichts vorschreiben zu lassen. Nach der ersten Sitzung des Bundestages haben sich die jüngeren Abgeordneten meiner Fraktion noch auf ein getroffen. Das war auch der Tenor in dieser kleinen Runde.

In NEON haben Sie gesagt, von Ihnen könnten "die jungen Leute Klartext erwarten" und "nicht immer dieses politisch korrekte Drumrumreden."

Dazu stehe ich auch, allerdings hat das nichts mit dem Alter zutun - sondern mit der Einstellung. Ich möchte meinen Beitrag leisten, sodass auch junge Themen deutlich berücksichtigt werden.

Zum Beispiel?

Dass wir etwa keine weiteren Schulden mehr aufnehmen, die später auf junge Leute zurückfallen könnten. Dass Rentenbeiträge für junge Leute nicht steigen. Aber auch, dass die Digitalisierung vorangetrieben wird. Die Digitalinfrastruktur muss auf- und dann ausgebaut werden. Es kann nicht sein, dass es in Deutschland immer noch Orte gibt, an denen man nicht einmal ordentlich telefonieren kann.

Was wird auf Sie in den kommenden vier Jahren im Bundestag zukommen?

Das wird eine der spannendsten Legislaturperioden seit langem. Auch wegen der AfD, die nun erstmals im Bundestag vertreten ist. Ich bin dabei der festen Überzeugung, dass wir diese Partei formal wie jede andere Fraktion auch behandeln sollten. Ich wurde einmal gefragt, ob ich einem AfD-Politiker den Handschlag verweigern würde. Und? Nein, natürlich nicht. Ich grüße freundlich, bin gut erzogen, vielleicht im Gegensatz zu manchen in der AfD. Es ist wichtig, die Auseinandersetzung und Debatte zu suchen. Das ist unsere und auch meine Aufgabe.

Wie wurden Sie von Ihren neuen Kolleginnen und Kollegen im Bundestag aufgenommen?

Sehr freundlich. Ich kenne ja auch ein viele Leute in der FDP, einige aus SPD und Grünen. Alle waren sehr freundlich, wie immer. Zugegeben: Mit der Linkspartei und der AfD hatte ich bisher wenig Berührungspunkte - ihren Positionen kann ich nun mal nichts abgewinnen. 

Wie fällt Ihr Fazit für Ihren ersten Tag im Bundestag aus?

Es war ein spannender Tag und eine große Ehre für mich. Aber es bleibt am Ende ein Amt auf Zeit, für erst einmal vier Jahre. In diesen will ich daher viel für unser Land erreichen.