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Verhütung: Nieder mit der Antibabypille! Warum ich keine Hormone mehr schlucke

Seit in den 1960er Jahren die Antibabypille auf den Markt kam, ist Verhütung (vermeintlich) zu Frauensache geworden. Nun hinterfragen immer mehr Frauen, was diese Hormonschleuder eigentlich wirklich mit ihrem Körper macht. 

Bereits im letzten Jahr wurden Details über eine Studie bekannt, bei der ein Verhütungsmittel für getestet werden sollte. Diese musste schließlich abgebrochen werden, weil ein verschwindend geringer Anteil der Teilnehmer die Nebenwirkungen einfach un-er-träglich fand. Verständlich, wer will sich schon täglich mit Stimmungsschwankungen, Migräne und Gelenkschmerzen rumschlagen? Das wäre ja geradezu unmenschlich. Richtig? Und trotzdem muten wir Frauen weltweit seit den 1960er-Jahren genau das zu. 

Laut einer Studie des Berufsverbands der Frauenärzte, ist die Antibabypille das meist genutzte Verhütungsmittel Deutschlands. Knapp 55 Prozent der Erwachsenen, die Empfängnisverhütungsmittel verwenden, entscheiden sich für die Pille. Auf dem zweiten Platz befinden sich mit großem Abstand Kondome, die von rund 36 Prozent der Männer und Frauen verwendet werden. Die häufigsten Nebenwirkungen, die Frauen, die hormonell verhüten, erdulden: Gewichtszunahme, Brustspannen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Beeinträchtigung der sexuellen Lust. Auch das Risiko an Thrombose, einigen Krebsarten, sowie Herz- und Kreislaufkrankheiten zu erkranken, steigt erheblich. Und doch wird die Pille verschrieben, als wäre es nichts. 

Verhütung: Antibabypille

Rund 55 Prozent der Erwachsenen nutzen zur Verhütung die Antibabypille

Wann ist Verhütung eigentlich Frauensache geworden?

Ich habe meine Periode mit zwölf Jahren zum ersten Mal bekommen. Die Schmerzen wurden schnell so unerträglich, dass ich knapp zwei Jahre später beim Arzt auflief. Ob es denn nicht etwas gäbe, womit die Schmerzen zu lindern wären. Natürlich, sagte mein Arzt und schwupp nahm ich fast ein Jahrzehnt jeden Tag eine Hormonbombe. Mit Anfang 20 setzte ich sie zum ersten Mal wieder ab. Unter anderem, um eine allzu bekannte Diskussion zu vermeiden: "Hast du ein Kondom?" – "Nimmst du denn nicht die Pille?" Als hätten diese zwei Dinge irgendetwas miteinander zu tun. 

Nach einem Jahr in einer festen Beziehung ließ ich mir wieder die Pille verschreiben – was für eine dämliche Idee. Zwölf Monate später wog ich zehn Kilo mehr, heulte durch eine ganze Folge "The Biggest Loser", brach alle paar Stunden einen Streit mit meinem Freund vom Zaun und hinterfragte gefühlt stündlich alle Entscheidungen, die ich je in meinem Leben gefällt hatte.  Trotzdem: laut einer Studie des "American Journal of Obstetrics and Gynaecology" überwiegen die Vorteile der Pille über die Risiken, die sie birgt. Wenn allerdings 20 von 320 Männern Kopfschmerzen bekommen, muss eine Studie direkt wieder unterbrochen werden. Verständlich. Nicht.

Verhütung: Menstruationsbeschwerden

Als wäre eine Woche Schmerzen und Gefühlschaos im Monat nicht schon genug, kann auch die Antibabypille ernsthafte Konsequenzen für Körper und Seele haben


Ab April dieses Jahres soll nun ein neuer Versuch gestartet werden, die Last der Verhütungsverantwortung ein bisschen ausgeglichener zu verteilen. Forscher in den USA haben ein Gel entwickelt, das die Spermaproduktion in 89 Prozent der Fälle stark reduzieren soll. Das Gel, das aus den synthetisch hergestellten Hormonen Progestin und Testosteron hergestellt wird, muss einmal täglich auf Armen und Schultern verrieben werden. Mehr als 400 Paare aus den USA, Großbritannien, Italien, Schweden, Chile und Kenya werden an der Studie teilnehmen.

Bleibt nur zu hoffen, dass niemand Kopfweh bekommt. Oder mit der Verantwortung der morgendlichen Routine überfordert ist. Das würden wir ja niemandem antun wollen.