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Ein Abschiedsbrief: NEON erscheint ab Sommer nur noch digital

Das gedruckte NEON-Magazin gibt es am 18. Juni zum letzten Mal zu kaufen. Print-Chefredakteurin Ruth Fend erklärt die Gründe und warum NEON trotzdem weiterlebt. Ein Abschiedsbrief.

Liebe Leserinnen und Leser von NEON,

am 25. Juni 2003, also vor ziemlich genau 15 Jahren, verkündete unser Herausgeber auf stern.de die Geburt eines neuen Magazins aus der stern-Familie. Es heißt NEON, schrieb er, entwickelt von Timm Klotzek und Michael Ebert, "für junge Leserinnen und Leser, die schon lange volljährig sind, aber ihre jugendliche Unbeschwertheit bewahren wollen". Die Überschrift des Textes lautete: Eigentlich sollten wir erwachsen werden.

In diesem "eigentlich" schwang mit: So richtig wollen wir das nicht, dieses Erwachsenwerden. Weil das junge Leben, trotz all seiner Unsicherheiten, Ängste und Selbstzweifel, immer auch das größere Versprechen birgt. Die Chance auf ein großartiges Morgen und ein aufregendes Jetzt, das vielleicht doch etwas prickelnder, lauter, bunter ist als das Leben unserer Eltern. Mehr NEON eben.

Die gute Nachricht lautet: NEON lebt!

Manche von uns schaffen es, dieses Gefühl sehr lange, vielleicht sogar ein Leben lang aufrechtzuerhalten, und das ist schön. Viele allerdings stellten irgendwann fest: Sie sind jetzt nun mal erwachsen. Und selbst wenn sich ihre Sehnsüchte und Widersprüche damit nicht einfach auflösten, so haben sie sich doch vom Lebensgefühl ihrer Zeit mit NEON verabschiedet.

Liebe Leserinnen und Leser, wir würden wahnsinnig gerne weiter ein Heft für euch machen, mit all der Leidenschaft, mit der wir es noch immer jeden Monat tun. Aber ihr seid zu wenige geworden. Denjenigen, die sich verabschiedet haben, sind nicht genügend Jüngere gefolgt. Die heute 20-Jährigen haben neue Lebensbegleiter gefunden, im Zeitschriftenregal, aber auch im Netz, unter anderem bei den digitalen Angeboten von NEON. Diese sind in den vergangenen Monaten stark gewachsen und werden deshalb weiter ausgebaut. Die gute Nachricht lautet also: NEON lebt!

Als unsere Leser wisst ihr, was für einen Rat wir euch geben würden, wenn die Basis für eine Beziehung nicht mehr da ist: Seid ehrlich zu euch. Denkt nach vorn. Trennt euch. Für die gedruckte NEON ist es die wirtschaftliche Perspektive, die nicht mehr vorhanden ist. Wir haben um sie gekämpft – auch das ist wichtig. Aber jetzt müssen wir loslassen.

NEON ist und bleibt eine der erfolgreichsten Magazingründungen der letzten Jahre. Obwohl wir traurig sind, dass diese Zeit für das Heft zuende geht, wollen wir sie noch einmal feiern. In der letzten Ausgabe, die am 18. Juni erscheint. Und mit einer Party, zu der wir euch alle einladen. Details folgen auf Neon.de und in unseren Social-Media-Kanälen.

#stayneon

Eure Ruth Fend, Chefredakteurin NEON-Magazin

PS: Wenn du uns noch aus deiner Zeit mit dem NEON-Magazin erzählen möchtest, schreib mir deine Geschichte an ruth.fend@neon.de oder verlinke dich unter #ichbinneon. Vielleicht schafft sie es in die Abschiedsausgabe.  

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