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"Höhle der Löwen" für Hartgesottene: Für 10.000 Euro: Diese Startups müssen ihre Ideen beim Bad im eiskalten Meer vorstellen

Das "Polar Bear Pitching" ist nichts für Frostbeulen, denn hier werden Ideen für Startups im eiskalten Wasser der Ostsee gepitcht. Dagegen ist die Gründershow "Die Höhle der Löwen" ein wahrer Ponyhof. 

Über deutsche Gründersendungen wie "Die Höhle der Löwen" oder "Das Ding des Jahres" können diese Kandidaten wohl nur müde lachen: An diesem frostigen Mittwochmorgen stiegen Unternehmer aus der ganzen Welt nahe der finnischen Stadt Oulu, eine gute Fahrstunde vom Polarkreis entfernt, durch ein Loch in der Eisdecke in die Ostsee. Dort standen sie dann brusttief im Wasser – und erklärten ihre Geschäftsidee.

Insgesamt zwölf Startups kämpften beim diesjährigen sogenannten "Polar Bear Pitching" am Mittwoch um die Gunst der Jury aus Unternehmern und Investoren und um 10.000 Euro Preisgeld. Präsentationen in Überlänge musste dabei niemand fürchten, denn die Vortragenden durften nur so lange sprechen, wie sie es im eiskalten Wasser aushielten. Zum Aufwärmen stand anschließend ein heißes Bad bereit.

"Polar Bear Pitching": Der Sprung ins eiskalte Wasser für den Startup-Traum

Wie das Ganze aussieht, könnt ihr hier in einem Ausschnitt vom diesjährigen "Polar Bear Pitching":

Während die Jury, in Rentierfelle eingepackt, an Land saß und zuhörte, zitterten die Kandidaten um die Wette. Die meisten hielten es nur knapp zwei Minuten aus. Mit fast fünf Minuten gab es aber auch einen neuen Eiswasser-Rekord: So lange hatte in sieben Jahren Polar Bear Pitching noch niemand in dem Eiswasser gestanden. Doch nicht allein die Willensstärke war entscheidend, die Unternehmer mussten die Jury auch von ihren Projekten überzeugen.

Die Gewinner kommen aus Norwegen

Am Ende setzten sich zwei Norweger gegen die Konkurrenz durch, die unter anderem auch aus Estland, den USA und Kenia angereist war. "Es fühlt sich schrecklich an. So, als würden einem zehn wirklich starke Typen ins Gesicht schlagen", sagte Lasse Brurok, der mit seinem Geschäftspartner Arne-Morten Willumsen das Preisgeld gewann. "Wir kamen her mit der Haltung, dass wir gewinnen werden, und es hat funktioniert", sagte Brurok der Nachrichtenagentur AFP nach dem Sieg, wirklich fassen könne er es trotzdem nicht.

Die Geschäftsidee der Norweger ist an sich nicht revolutionär. Brurok und Willumsen betreiben eine Website, auf der Nutzer neue und gebrauchte Bücher kaufen und verkaufen können. Andere Ideen im Wettbewerb waren unter anderem ein superleichtes Stromkabel und eine Software zur Analyse von Video-Lebensläufen. Aber der Onlinemarktplatz überzeugte die Jury - so wie die Energie und der Humor, mit dem das Duo dem Eiswasser trotzte.

def mit AFP
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