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Tipps zur Kündigung: Keinen Plan B? Warum du trotzdem kündigen solltest – und was es zu beachten gilt

Kündigen geht erst, wenn man einen neuen Job hat – oder etwa nicht? NEON gibt Tipps, warum es sich lohnen kann, auch schon vorher den Schritt aus der Komfortzone zu wagen.

Frau am Schreibtisch

Zu kündigen kann eine Befreiung sein – selbst, wenn man keinen Plan B hat

Getty Images

Ob in Sachen Freundschaft, in der Liebe oder im Job – es ist erstaunlich, wie einfach wir uns mit Dingen arrangieren, die uns zwar nicht glücklich machen, aber uns eben ein stabiles Umfeld oder ein sicheres Einkommen gewährleisten. Denn dem Partner ins Gesicht zu sagen, dass man ihn nicht mehr liebt oder den Job zu kündigen, heißt auch: Konfrontation mit den eigenen Problemen und eine gewisse Unsicherheit. Und gerade wenn es darum geht, die Miete zu bezahlen oder sogar eine Familie zu ernähren, legt man dem Chef nicht mal eben so die Kündigung auf den Tisch. Doch manchmal kann es sich trotzdem lohnen, ganz ohne Plan B einen Neustart zu wagen. NEON hat fünf Tipps für dich, mit denen dir die Entscheidung leichter fällt.

1. Die Lage checken

In seinem Berufsleben steht wahrscheinlich jeder irgendwann vor der Entscheidung: gehen oder bleiben. Ob der aktuelle Job einen über- oder auch unterfordert oder ob die Stimmung unter den Kollegen einfach nicht passt: Das alles können Gründe dafür sein, dass man lieber heute als morgen kündigen will. "Bevor man eine Entscheidung trifft, sollte man erst einmal seine Lage analysieren", sagt Dr. Katrin Luzar, Marketingdirektorin und Expertin für Karrierethemen bei der Jobplattform Monster. Vielleicht hilft auch erst einmal das Gespräch mit dem Vorgesetzten oder ein interner Jobwechsel. Wer sich doch für eine Kündigung entscheidet, sollte mögliche Folgen bedenken, so Luzar.

Denn neben einem Motivationsloch spielt auch der Lohnausfall eine Rolle. Gerade für Menschen, die noch einen Partner oder eine Familie unterstützen, kann ein Notfallplan daher sinnvoll sein. "Überlege dir, wie du damit umgehen kannst, um nicht in die nächste Krise zu schlittern. Kannst du deine monatlichen Ausgaben reduzieren und vielleicht auch bis zum nächsten Job übergangsweise einer anderen Beschäftigung nachgehen", so die Expertin. Manchmal kann aber auch die bloße Kündigung helfen, sich aus dem Hamsterrad des Alltags zu befreien und sich zu fragen: Wer bin ich? Und was will ich eigentlich?

2. Kündigen, aber richtig

Die Kündigung ist im Kopf bereits beschlossene Sache – aber trotzdem sollte man nicht ganz planlos dem Chef an den Kopf werfen, dass es so nicht weitergeht. "Zunächst einmal gilt, dass die Kündigung auf jeden Fall schriftlich erfolgen muss – per E-Mail reicht dabei nicht. Denke daran, Kündigungsfristen einzuhalten", sagt Katrin Luzar. Fristlos kündigen kann nur, wer zum Beispiel grobe Verletzungen des Arbeitsschutzes durchgemacht hat. Vorher mit Kollegen oder gar der Personalabteilung über Kündigungspläne zu sprechen, ist nicht sinnvoll; genauso wenig, wie Bewerbungen vom Firmen-PC zu verschicken. Trotzdem gilt: Erst den Vorgesetzten und dann die Personalabteilung informieren, wenn du deine Entscheidung gefällt hast.

3. Keine verbrannte Erde hinterlassen

Wenn man nicht gerade Mobbing der Kollegen ausgesetzt war oder vom Arbeitnehmer ausgebeutet wurde, macht es Sinn, die letzten Wochen im alten Job so gut wie möglich zu Ende zu bringen. Schließlich verbringt man meist noch einige Zeit bis zur endgültigen Kündigung im Unternehmen. Auch eine professionelle Übergabe der eigenen Arbeit ist angebracht. "Egal, was vorgefallen ist und aus welchem Grund du deine Arbeit kündigst, hinterlasse immer einen möglichst positiven und professionellen Eindruck. Wer weiß, wie dir ein gutes Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber oder Kolleg*innen künftig weiterhelfen könnte", rät Katrin Luzar.

4. Keine Panik vor der Arbeitslosigkeit

Die meisten Menschen hält vor allem die Angst vor der Ungewissheit vom Kündigen ohne Plan B ab. Und natürlich ist so ein Schritt leichter, wenn man ein finanzielles Polster hat. In Deutschland gibt es dabei für Beschäftigte, die in den letzten zwölf Monaten versicherungspflichtig beschäftigt waren, das Arbeitslosengeld. Daher sollte man keine Angst haben, sich arbeitssuchend beziehungsweise nach der Kündigung arbeitslos zu melden. Hierbei sollte man sich vorher informieren, um nötige Fristen einzuhalten. Auch vor dem vermeintlichen Stigma arbeitslos zu sein, muss man keine Panik haben. "Lücken im Lebenslauf sind okay, aber sie müssen gut begründet sein. Eine Kündigung ohne Plan B ist also dann eine Option, wenn dein Abgang gut vorbereitet ist und der Neuanfang in absehbarer Zeit eingeleitet wird." Mit den ersten Bewerbungen sollte man aus Sicht der Expertin allerdings nicht zu lange warten – allein um in kein emotionales Loch zu rutschen.

5. Für die Zukunft lernen

Eine Kündigung kann im besten Fall ein Befreiungsschlag und die Chance auf einen Neuanfang sein. Trotzdem sollte man die Situation nutzen, um sich über die eigenen Ziele und Bedürfnisse Gedanken zu machen. War es zum Beispiel die Schichtarbeit, die einen zermürbt hat oder die Arbeit im Großraumbüro? "Du solltest dich über deinen neuen Arbeitgeber auf Foren wie kununu, bei Social Media oder über Kontakte zu Mitarbeitern informieren" rät Katrin Luzar, um nicht wieder in ähnlichen Strukturen zu landen. Wenn diese Bedingungen nicht passen, sollte man lieber noch weiter nach dem Traumjob suchen.

lau
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