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"Spar bei der Verpackung": So witzig kontert ein kleiner Supermarkt aus NRW die Werbung von Netto

Die Supermarktkette Netto wirbt seit ein paar Monaten mit knalligen Plakaten für Produkte zum Billigpreis. Ein kleiner Öko-Laden aus NRW hat die Werbung nun gekapert und zeigt dem Lebensmittelriesen, wo das Problem liegt.

Sparen und Discounter, das passt gut zusammen, dachte sich wohl die Supermarktkette Netto. So wirbt das Unternehmen seit einigen Monaten auf leuchtend orange-farbenen Plakaten mit dem Slogan: "Spar nicht beim Friseur/ beim Optiker. Spar bei Netto“. Während auf der einen Seite zum Beispiel eine Frau mit verschnittenen Haaren oder eine Mann mit gruseliger Brille zu sehen ist, werden den Kunden daneben Nudeln, Käse, Tomaten, Milch und andere Produkte präsentiert – "über 5000 Artikel zu Discountpreisen", heißt es darunter.

Über Werbung lässt sich ja bekanntlich streiten. Doch bei der Netto-Werbung fällt etwas besonders auf: Nahezu alle Produkte auf dem Bild sind in Plastik verpackt. So wird der Einkauf vielleicht günstig – aber nicht gerade nachhaltig. Ein Detail, das sich nun ein kleiner Unverpacktladen zu Nutze gemacht hat. "Spar nicht beim Discounter. Spar bei der Verpackung!“, steht auf einem Plakat der "Füllbar" aus Witten in NRW, das dem Nettoplakat nachempfunden ist. Nur sieht man hier links die in Plastik verpackten Produktes des Discounters und rechts Milch und Nudeln in Glasbehältern, Tomaten kullern aus einem Gemüsenetz.

Ein kluger Schachzug des kleinen Ladens, der gerade in neue Räume umgezogen ist und für seine Werbung viel Aufmerksamkeit bekommt. Auf der Facebook- und Internetseite der "Füllbar", wo der Laden seine Werbung gepostet hat, sind die Reaktionen durchweg positiv: "Super Konter" schreiben viele User. Einige fragen auch nach, ob es bestimmte Produkte wie Öl im Laden verpackungsfrei zu kaufen gibt. "Tolle Aktion und wichtige Botschaft", schreibt auch "Soulbottles", ein Unternehmen, das für seine Trinkflaschen aus Glas bekannt ist.

Die Reaktionen auf die Werbung der "Füllbar" zeigen, dass die Idee von Netto, möglichst billig, möglichst viel zu kaufen, scheinbar nicht mehr den Nerv aller Kunden trifft. Das haben mittlerweile viele Discounter erkannt und setzten auch auf qualitativ hochwertigere Fairtrade- und Bio-Produkte oder verkaufen regionale Lebensmittel. Doch die meisten haben immer noch ein Großteil von Produkten im Angebot, die allein schon aufgrund der Verpackung nicht nachhaltig sind. Doch es gibt einen positiven Trend: Seit April diesen Jahres verzichtet der Supermarktriese Aldi zum Beispiel auf Plastikfolie bei Salatgurken, um Müll einzusparen.

Und auch Netto wirbt auf seiner Homepage mit Bio-Siegeln und Regionalität: "Nachhaltig einkaufen? Dann geh doch zu Netto", heißt es dort. Die Werbekampagne mit Produkten zu Dumping-Preisen mutet dabei jedoch etwas komisch an. Denn das faires und verpackungsfreies Einkaufen nicht zu Schleuderpreisen möglich ist, wird wohl Kunden und Discountern immer deutlicher.

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lau