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Interview

Fitness-Model: Pamela Reif: "Auch die schönsten Frauen haben Defizite, was das Selbstbewusstsein angeht"

Pamela Reif ist eine der erfolgreichsten deutschen Instagrammerinnen. Im Gespräch mit Neon erzählt die 22-Jährige, wieso man sich von Scham und Peinlichkeiten verabschieden sollte - und warum Instagram ihr viel Selbstbewusstsein gibt.

Pamela Reif ist extrem erfolgreich auf Instagram.

Pamela Reif ist extrem erfolgreich auf Instagram.

Picture Alliance

Wer sich für Sport und gesunde Ernährung interessiert, kommt auf Instagram an ihr nicht vorbei: Pamela Reif. Die 22-Jährige ist eines der erfolgreichsten deutschen Fitness-Models. Sie hat Millionen Follower und wirbt für namhafte Designer- und Unterwäschemarken wie Calzedonia, Hunkemöller und NA-KD. Im Gespräch mit Neon erzählt sie, wieso man sich von Scham und Peinlichkeiten verabschieden sollte - und warum Instagram ihr viel Selbstbewusstsein gibt.

Du hast vier Millionen Follower, bist eine der bekanntesten deutschen Instagrammerinnen und eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Was rätst du jungen Frauen für ein selbstbewussteres Auftreten?

Es ist eigentlich ganz simpel: Man sollte sich nicht verstellen, sondern so sein, wie man ist.

Das ist jetzt aber sehr platt.

Natürlich kann man auch eine Rolle spielen. Aber so viel Selbstbewusstsein vorzutäuschen ist schwierig, das kann man nicht lange durchziehen. Ich habe für mich einen anderen Weg gewählt und mich von Scham und allen Peinlichkeiten verabschiedet. Meine Managerin fasst sich deshalb gelegentlich an den Kopf und denkt sich: "Oh Gott, Pamela, du bist in der Öffentlichkeit. Wieso bist du so arg du selbst?"

In was für Situationen kommt das vor?

Manchmal sitze ich in Meetings mit hochrangigen Firmenchefs. Als 22-jährige Frau könnte ich dann zurückhaltend sein, aber ich weiß genau, wer ich bin und was ich kann. Gelegentlich falle ich denen dann ins Wort oder erkläre, warum ich von einer Idee oder einer Zusammenarbeit nichts halte. Man sollte einfach mit offenen Karten spielen.

Wie sind die Reaktionen?

Die sind häufig kurz erstaunt. Aber eigentlich habe ich noch nie negatives Feedback bekommen. Im Gegenteil: Die meisten freuen sich, dass man offen und ehrlich mit einem umgeht. Vor allem bekannte oder wichtige Menschen sind froh, wenn man sie nicht mit Samthandschuhen anfasst. Ich achte nur darauf, nie den Respekt zu verlieren.

Dafür braucht man viel Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein ist ein riesiges Thema bei jungen Mädchen. Viele reden sich klein oder machen sich zu sehr von Äußerlichkeiten abhängig. Dabei haben auch die schönsten Frauen und die reichsten Leute Defizite, was das Selbstbewusstsein angeht. Man muss sich immer wieder bewusst machen: Man wird nie hundert Prozent erreichen, es wird immer Zweifel geben. Doch das Leben ist zu kurz, um immer nur auf etwas hinzuarbeiten, ohne die Zeit dazwischen zu genießen.

Du bist schon eine Weile im Geschäft. Würdest du im Rückblick etwas anders machen?

Ich halte nicht viel davon, Dinge zu bereuen. Denn ich versuche aus jeder Situation etwas zu lernen. Aber vielleicht war ich früher etwas zu naiv. Ich habe Menschen vertraut, von denen ich dachte, dass sie mich voranbringen. Stattdessen ärgere ich mich bis heute mit Anwälten herum. Mittlerweile weiß ich: Alles, was ich heute habe, habe ich mir selbst erarbeitet. Ich würde meinem jüngeren Ich raten, mehr auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen und sich nicht selber kleinzureden.

Vier Millionen Menschen verfolgen, was du jeden Tag im Netz postest. Hat dich Instagram selbstbewusster gemacht?

Ich glaube schon, dass Instagram mir viel Selbstbewusstsein gegeben hat. Allein die vielen Nachrichten, die ich jeden Tag bekomme! So viele Menschen schreiben mir, wie sich ihr Leben zum Besseren verändert hat - das finde ich toll und gibt mir Selbstbewusstsein. Allerdings ruft Instagram auch neue Unsicherheiten hervor. Wenn ich bei einem Meet and Greet in den Raum komme und die Menschen mich anstarren, denke ich über Dinge nach, die mir sonst gar nicht in den Sinn kommen würden. Sehe ich aus wie auf den Bildern? Entspreche ich den Vorstellungen der Menschen?

Ist es dir wichtig, die Vorstellungen der Menschen zu bedienen?

Nein, ich möchte sie nicht bedienen. Aber ich kenne all diese Menschen nicht. Jeder von ihnen hat sich ein Bild von mir gemacht, alle finden mich toll, sonst wären sie ja nicht an diesem Ort. Und jeder Mensch hat nur 30 Sekunden, um mich zu treffen, deshalb möchte ich zu jedem gleich nett sein. Denn diese Person wird für immer das Bild von mir haben, als sie mich getroffen hat. Darüber denke ich oft nach.

Ist das nicht auf Dauer anstrengend?

Wenn ich nach 200 Personen allmählich müde werde, muss ich das runterschlucken! Ich bemühe mich, jedem gleich viel Aufmerksamkeit zu geben. Doch im Nachhinein mache ich mir trotzdem Gedanken: War ich am Ende vielleicht nicht mehr aufmerksam genug?

Meet and Greets sind also Fluch und Segen zugleich.

Irgendwann meinte ich mal zu meiner Managerin: "Boah, ich habe gerade echt Hunger und mir tut alles weh." Aber dann weiß ich sofort: Das hat jetzt keine Daseinsberechtigung. Ich würde das im Übrigen nicht als Fluch bezeichnen. Ich bin mit meinem Leben so zufrieden, dass ich mit dem einen Prozent Fluch gut leben kann.

Wie viele solcher Termine absolvierst du pro Monat?

Das ist sehr unterschiedlich, es ist ja nicht mein Hauptgeschäft.

Was ist denn dein Hauptgeschäft?

Jedenfalls nicht auf Events zu gehen und Menschen zu treffen. Die meiste Zeit des Tages verbringe ich am Computer, momentan arbeite ich etwa an einem Kochbuch. Und es macht superviel Arbeit, ein Buch zu schreiben! Viel Zeit geht natürlich dafür drauf, Instagram-Bilder und Stories zu produzieren, damit meine Fans immer genug zu gucken haben. Das frisst viel Zeit.

Wie viel Zeit investierst du in deinen Job?

Ich arbeite vom Aufwachen bis ich ins Bett gehe. Ich bekomme von meinen Eltern oft zu hören: "Willst du nicht mal ausmachen und in Ruhe einen Film mit uns gucken?" Aber in meinem Kopf sind immer so viele Dinge, die ich noch unbedingt abarbeiten möchte. Ich muss zugeben: Es fällt mir schwer, eine Pause zu machen.

Auf deinem Smartphone kannst du dir auf die Minute genau anzeigen lassen, wie viel Zeit du pro Woche am Telefon verbringst.

Das möchte ich gar nicht sehen! Ich arbeite aber auch mehr am Laptop und weniger auf dem Smartphone.

Wie viele Stunden pro Tag starrst du auf Displays?

Ich komme bestimmt locker auf zehn Stunden pro Tag. Deshalb sind meine Augen vielleicht auch so schlecht (lacht). Aber das ist in keinem Bürojob anders.

Apropros Bürojob: Welchen Tipp würdest du jungen Frauen für ein Bewerbungsgespräch geben?

Da muss ich passen. Ich hatte noch nie ein Bewerbungsgespräch, ich bin ja selbstständig. Wo sollte ich mich denn auch bewerben? Mein Weg ist viel zu alternativ gewesen.

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Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?