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Adventskalender-Fail: AfD will mit Adventskalender "weiße Männer" ehren – und erntet Spott im Netz

Mit einem Video-Adventskalender und dem Hashtag #JaZuWeißenMännern will die AfD auf die Gefährdung des "weißen Mannes" aufmerksam machen. Die User sagen lieber #NeinZuBraunenKartoffeln.

Weihnachtsmann

Mit der "Aktion Weiße Weihnachten" will die AfD auf die "öffentliche Herabsetzung von weißen Männern" aufmerksam machen

Weihnachten ist die Zeit der Nächstenliebe und der Besinnung. Eine Zeit, in der man an die denkt, denen es nicht so gut geht wie einem selbst. Menschen ohne Obdach, Geflüchtete und, wenn es nach der AfD geht, den weißen Mann. "Weiße Männer sind im Zuge einer längst aus den Fugen geratenen Gender-Kampagne in den letzten Jahren für manche zum Schimpfwort geworden“, klagt der AfD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Georg Pazderski, in einer Presseerklärung.

"Aktion Weiße Weihnachten"

Daher präsentiert die Partei nun täglich bei Youtube einen Video-Adventskalender, in dem prominente Vertreter dieser "diskriminierten Spezies" vorgestellt werden. Die "Aktion Weiße Weihnachten" wird begleitet vom Hashtag #JaZuWeißenMännern. Wohl auch eine Reaktion auf den "AfDventskalender", die Initiative eines Aktivistenkollektivs, das mit dem Slogan "Für eine besinnliche Zeit: Sag' nein zur AfD" auftritt. Zuletzt machten sie mit einem gefakten Coca-Cola-Plakat auf sich aufmerksam.

Vorschläge der "Betroffenen"

Als Reaktion der AfD stellen also nun andere weiße Männer dem geneigte Zuschauer den Schriftsteller Bertolt Brecht, den Politiker Helmut Schmidt, den Physiker Albert Einstein oder Papst Johannes Paul II. vor; eingerahmt von Orangenscheiben und Christbaumkugeln. Die meisten der „Paradebeispiele“ können sich nicht mehr dagegen wehren, hier von der AfD als gesellschaftliches Paradebeispiel instrumentalisiert zu werden. Außer vielleicht Schriftsteller Thilo Sarrazin, der ideologisch ähnlich unterwegs ist.

Doch da noch einige Türchen bis Weihnachten verbleiben, ließen es sich die "Betroffenen" bei Twitter nicht nehmen, die Liste zu ergänzen:

Und auch die AfD selbst kam nicht zu kurz: So zum Beispiel der Fraktionsvorsitzende und Parteichef Alexander Gauland, dem im Sommer seine Kleidung beim Baden gestohlen wurde.

Es bildete sich sogar ein Anti-Hashtag unter dem Titel #SagNeinZuBraunenKartoffeln. Geschichten aus dem wahren Leben der "Betroffenen" wurden bei Twitter jedoch kaum geteilt. Wenn 36 der 50 reichsten Männer auf der aktuellen Forbes-Liste weiße Männer sind, müsste es doch eigentlich genug Geschichten zu erzählen geben – oder etwa nicht?

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lau