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Leben in der Transitzone: Ein halbes Jahr im Flughafen – nun nimmt Kanada den Syrer Hassan al-Kontar auf

Hassan al-Kontar, ein syrischer Flüchtling, lebte ein halbes Jahr im Flughafen von Kuala Lumpur. Trotz abgelaufener Papiere hat Kanada ihm nun Asyl gewährt. Seine Geschichte teilt er auf Twitter. 

Cooper und al-Kontar

Hassan al-Kontar bei seiner Ankunft in Kanada. Seine Follower hatten sich zusammengetan, um ihm die Einreise ins Land zu ermöglichen. 

Picture Alliance

Hassan al-Kontar ist mit seiner bewegenden Geschichte berühmt geworden: Der junge Syrer landetet im Februar in der Empfangshalle des Flughafens in Kuala Lumpur. Ohne einen gültigen Pass wurden ihm dort der Weiterflug nach Ecuador und die Einreise nach Kambodscha und Malaysia verwehrt. Als Syrer mit abgelaufenen Papieren saß er daraufhin fast ein halbes Jahr in der Transitzone des Flughafens fest. Nun, fast acht Monate nach seiner Ankunft in Kuala Lumpur, macht sich der junge Syrer auf den Weg nach Kanada – in das Land, das ihm jetzt Asyl gewährt.

Sechs Monate in der Transitzone

Als Hassan al-Kontar Anfang des Jahres am Flughafen in Malaysia strandet und keine Weiterreisemöglichkeit bekommt, beginnt er sein Leben in der Transitzone auf Twitter zu teilen. Gefangen im Teil des Flughafens ohne Läden und Restaurants, bleibt ihm nichts anderes übrig, als unter den Treppen zu schlafen, sich in einem kaputten WC-Raum zu waschen und auf gespendetes Essen zu hoffen. In Video-Tagebüchern hält er die Absurdität seiner Situation fest – Haare schneiden auf öffentlichen Toiletten, schlafen bei konstanter Beleuchtung und ein immer größerer Gewichtsverlust.

Von dort aus verbreitet sich seine Leidensgeschichte auf der ganzen Welt. Schnell hat al-Kontar eine große Follower-Community. Seine Geschichte bewegt die Menschen, erinnert sie an Tom Hanks' Film "Terminal" und regt in vielen von ihnen den Wunsch an, dem Syrer zu helfen.

Hassan al-Kontar wird festgenommen und verschwindet spurlos

Dann wird al-Kontar Anfang Oktober überraschend festgenommen. Fast zwei Monate gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Keine Posts mehr auf Twitter, niemand weiß, wo er ist. Bis dann diese Woche eine Nachricht kommt: am Montagabend landet der junge Syrer in Vancouver, Kanada. Das Land hat sich bereit erklärt, ihm Asyl zu gewähren.

Die guten Neuigkeiten verkündet al-Kontar in einem Video auf Twitter: "Die Vergangenheit ist nicht mehr da, was zählt, ist heute und morgen. Heute bin ich in Taiwan am internationalen Flughafen. Und morgen werde ich mein endgültiges Ziel erreichen: Vancouver, Kanada." In seinem Video bedankt er sich bei Freunden und Familie, ohne deren Hilfe er es nicht geschafft hätte. Vor allem aber bedankt er sich bei seinen kanadischen Followern und Freunden. Darunter auch Laurie Cooper, inzwischen eine gute Freundin von al-Kontar, die den Syrer am Flughafen in Empfang nimmt.

Crowdfunding zur Rettung von al-Kontar

Nachdem Cooper, eine kanadische Medienbearterin, Anfang des Jahres Kontakt mit al-Kontar aufgenommen hatte, beschließt sie, sich mit einer Gruppe von Freuden für den jungen Syrer einzusetzen. Wie "The Guardian" berichtet, stellt sie bei der kanadischen Einwanderungsbehörde den Antrag auf die eigene, finanzielle Unterstützung von al-Kontar. In Kanada haben Privatpersonen nämlich das Recht, eine geflüchtete Person selbst zu sponsern, sodass diese im Land Asyl bekommt. Die Voraussetzungen sind jedoch hoch: Für den Geflüchteten muss die Privatperson 13.600 kanadische Dollar bereitstellen. Diese Summe haben Cooper und ihre Freunde mittels Crowdfunding bald zusammen.

Der Aufruf, auch anderen Flüchtlingen zu helfen

Kurz vor seiner Rettung aus dem Flughafen wird al-Kontar jedoch festgenommen. Während weder Cooper noch der Anwalt Kontakt zu ihm aufbauen können und über eine Ausweisung nach Syrien spekuliert wird, arbeitet das kanadische Konsulat weiter an seiner Umsiedlung nach Kanada. Schließlich bekommt Laurie Cooper dann doch ein Lebenszeichen von dem jungen Syrer. Große Erleichterung: Er sei unterwegs nach Kanada.

In seinem Video bedankt Hassan al-Kontar sich nicht nur bei der Helfern und teilt seine Freude über seine Ankunft in Vancouver, sondern erinnert auch daran, dass seine Geschichte zwar gut ausgegangen sein mag, er jedoch nur einer von wenigen ist. Millionen Hilfesuchedne stranden täglich in Flüchtlingslagern und benötigen genau solche Hilfe, wie er sie bekommen habe, berichtet "jetzt.de".

Quellen: "jetzt.de" / "The Guardian"

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gho
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